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Frühjahrstagung in Bonn

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Abstracts der Frühjahrstagung 2015


Session 1: Media Mining

Moderation: Media Mining
Thomas Lehmann (WDR – Westdeutscher Rundfunk)
Der Ruf nach Einsatz neuer und intelligenter Technologien in mono- wie crossmedialen Rechercheoberflächen wird immer lauter: Clustering, Ranking, Mining. Halten die Technologien, was sie versprechen? Treffen sie den Nutzer/Kundenbedarf? Auf welche Fragen können sie Antworten geben? Wir wollen uns gemeinsam praktische Ansätze aus den Bereichen Audio- und Video-Mining ansehen und prüfen, ob sie uns auch auf crossmedialen Kurs bringen können. Schließlich betreten wir mit "42" bei der Suche nach einer geeigneten Plattform galaktisches Neuland: Beam me up, Scotty :-)

Audio Mining im WDR
Thomas Beckers (WDR – Westdeutscher Rundfunk)
Audiomining Systeme werden seit einigen Jahren von verschiedenen Herstellern angeboten. Sie bieten eine Segmentierung in Sprache und Musik, die Erkennung von Sprecherwechseln und ermöglichen vor allem eine wortbasierte Recherche in unbekanntem Audiomaterial. Der WDR hat die Praxistauglichkeit von Audiomining im Hörfunkarchiv geprüft und zu diesem Zweck eine Audiomining-Analysesoftware beschafft. Der Vortrag stellt die Konzeption des Praxischecks und seine Ergebnisse vor. Dabei stehen die praktischen Einsatzmöglichkeiten in der Wortdokumentation im Vordergrund, die Vor- und Nachteile der automatisierten Analyse werden beleuchtet.

Automatische Videoanalyse zur Erschließung von historischen TV-Beständen – Problemstellungen und Lösungsansätze
Prof. Dr. Ralph Ewerth (Ernst-Abbe-Hochschule Jena) und Manja Meister (Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv)
Forschungsrelevante Ergebnisse und auch Forschungsarbeiten zu Videomining in historischen Beständen gibt es nach derzeitigem Stand nahezu nicht. Das Deutsche Rundfunkarchiv am Standort Babelsberg als einzige Dokumentationsstelle, die das kulturelle Erbe des Hörfunks und des Fernsehens der ehemaligen DDR in seiner Gesamtheit sichert, erschließt und zugänglich macht, hat sich zusammen mit der Phillipps-Universität Marburg und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena diesem Problem gestellt. Seit März 2013 werden Methoden der automatischen Videoanalyse realisiert, die der automatischen Erschließung von historischen Beständen des DDR-Fernsehens dienen. Diese Methoden umfassen eine zeitliche Segmentierung, Erkennung von eingeblendetem Text, Gesichtsdetektion, Personenerkennung, Ähnlichkeitssuche, sowie die Detektion von – teils für das DDR-Fernsehen spezifischen – inhaltlichen audiovisuellen Konzepten, die Voraussetzung für eine inhaltsbasierte Suche in dem Bestand sind. Der mit fast vier Jahrzehnten relativ lange Zeitraum, in dem das historische Material entstanden ist, stellt die automatischen Verfahren zur Inhaltsanalyse vor weitere Herausforderungen. Im Rahmen des Vortrags wird eine Software-Demo gezeigt, welche die ersten Ergebnisse und Möglichkeiten für eine konzeptbasierte Suche in historischen Materialbeständen zeigt. Thesen:
• Automatische Videoanalyse eröffnet neue Recherchemöglichkeiten für schlecht oder nicht erschlossene Bestände und unterstützt menschliche Such- und Entscheidungsprozesse.
• Automatische Videoanalyse wird die Expertise von Rechercheuren sowie Dokumentaren und das »Bauchgefühl« als wesentliche Entscheidungsgrundlage nicht ablösen.
• Automatische Videoanalyse erhöht die Effizienz und Qualität der Dienstleistung.
• Automatische Videoanalyse von Szeneninhalten erleichtert Suche nach der »Nadel im Heuhaufen«.

42 – eine medienübergreifende Metasuchmaschine
Christof Strauch (SWR - Südwestrundfunk)
42 ist nicht nur »die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest« (in Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams), sondern auch eine Webanwendung für multimedial arbeitende Redaktionen. Sie ermöglicht die parallele Suche in diversen Produktions- und Archivsystemen über eine einfache Oberfläche und stellt ihre Resultate in übersichtlicher Form vereint dar. 42 entstand im Rahmen einer Master Thesis im SWR und ist seit Mitte 2013 im produktiven Einsatz. Der Vortrag stellt die Anwendung in einer Live-Demo vor, beleuchtet konzeptionelle Entscheidungen und lessons learned aus dem Produktivbetrieb.


Session 2: Sportdokumentation

Moderation: Sportdokumentation
Vanessa Freudrich (Schweizer Radio und Fernsehen SRF) und Frank Dürr (WDR Funkhaus Düsseldorf)
Sport verbindet – über Landesgrenzen hinweg. Darum kommen auch die Beiträge für die Session 2 aus 3 verschiedenen Ländern - Schweiz, Österreich und Deutschland. Denn egal, wo wir uns in Europa befinden, in der Sportdokumentation befassen wir uns insbesondere damit, wie wir einfach und effizient die wichtigsten Szenen finden, wie wir mit der grossen Fülle an Material umgehen und wie wir diesen audio-visuellen Schatz für die Zukunft bewahren.
Die folgenden 3 Beiträge sollen eine Übersicht geben, wo in der Archiv-Sportwelt gerade das grosse Tennis gespielt wird.

Game, Set, Match – Federer. »Sport-Live-Logging« bei der SRG
Daniel Hanselmann (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaf)
Im Frühjahr 2012 wurde bei der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) das sogenannte „Live-Logging“ eingeführt. Ein Team aus Sport-Spezialisten beschlagwortet Video-Files in Echtzeit während des Ereignisses. Der Service „Live-Logging“ hilft den Programmschaffenden aller Vektoren (TV, Radio und Online) dabei, die besten und wichtigsten Szenen zu finden und für die Produktion effizienter verwenden zu können. Zudem werden die Logging-Metadaten auch für die Archivierung verwertet. Eine Schnittstelle zwischen Produktionssystem und Archivdatenbank ermöglicht den dafür notwendigen Metadaten-Transfer. Beim „Logging“ werden pro Sportart vordefinierte Schlagworte in Kombination mit Personennamen verwendet, wobei auch eine qualitative Bewertung der einzelnen Szenen erfolgt. Verschiedene Sportarten werden unterschiedlich geloggt, obwohl auch solche Regeln existieren, die generell gelten. Auf die Schwierigkeiten, aber auch auf die Chancen des „Live-Logging“ wird im Referat anhand konkreter Beispiele eingegangen.

Hirscher gegen Neureuther - Die ORF Sportdatenbank
Dr. Georg Schabetsberger (ORF)
Abstract für „Hirscher gegen Neureuther - Die ORF-Sportdatenbank“ Vor rund zehn Jahren kam es im ORF-Sport zu einem Komplettumbau des Archivierungssystems von Sportergebnissen. In enger Zusammenarbeit mit der Softwareentwicklung dieses Hauses wurde eine Datenbank entwickelt, die sich nicht primär nach archivarischen Kriterien richtete, sondern als Recherchetool aufgebaut wurde. Der Aufbau der Datenbanken orientierte sich nicht mehr an den Resultaten, sondern an den journalistischen Fragen, die im Zusammenhang mit Sportereignissen gestellt wurden und werden. Die Auswahl der in der Datenbank erfassten Sportarten umfasst die wichtigsten Wintersportarten, Fußball, Tennis, Schwimmen und Formel 1. Es handelt sich also um jene Sportarten, die im ORF in langen Liveübertragungen mit entsprechenden Vorläufen und Nachbetrachtungen abgehandelt werden. Der Recherche in der Datenbank folgt die Interpretation des Outputs für eine entsprechende Vorbereitung auf einen Sportevent. Es werden eigene Beiträge aus den Inhalten dieser Recherche gestaltet oder fließen dort ein, ebenso wie im Kommentar, in den Moderationen, Analysen, Interviews oder Grafiken. Heute dient die Datenbank nicht mehr nur der Vorbereitung, sondern bedient in einzelnen Sportarten wie z.B. Ski Alpin sämtliche Ausgabemedien des ORF, wie Fernsehgrafik, Online, Teletext sowie Sport-Apps.

Die Deutsche Fußball Liga und die Fernseharchive
Christoph Forster (DFL Digital Sports GmbH)
Im Jahr 2007 begann die Sportcast GmbH, eine 100-prozentige Tochter der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, im Auftrag der DFL und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das weltweit größte digitale Fußballarchiv »Media Library« aufzubauen. Hauptantrieb für dieses Projekt war es, den audio-visuellen Schatz des deutschen Vereins- und Nationalmannschaftsfußball, der auf unterschiedlichsten Medien und teilweise unentdeckt über die gesamte deutsche Archivlandschaft verteilt vorlag, zentral für kommende Generationen zu bewahren und durch die komplette Digitalisierung auch vollständig und komfortabel nutzbar zu machen. Um dieses Projekt erfolgreich zu gestalten, bedurfte es einer engen und vertrauensvollen Kooperation mit den jeweiligen Film- und Fernseharchiven und Sendeanstalten. Diese positive Zusammenarbeit besteht bis heute, acht Jahre nach dem Projektstart und nachdem das Deutsche Fußballarchiv (DFA) im Jahr 2011 in die Betriebsphase übergegangen ist, weiter und ermöglicht es mittlerweile auch den damaligen Zulieferern, selbst digital aufbereitetes Material schnell und unkompliziert für ihre eigenen Produktionen abzurufen und zu nutzen.


Session 3: newcomer-forum

newcomer-forum im vfm – Neues aus den Hochschulen
Heiko Linnemann (Greenpeace)
Der vfm vergibt in diesem Jahr zum dritten Mal den Marianne-Englert-Preis. Damit sollen qualitativ hochwertige Arbeiten und Projekte von aktiv Studierenden oder AbsolventInnen von Hochschulen mit dokumentarisch, archivarischem oder bibliothekarischem Hintergrund ausgezeichnet werden. Es geht uns dabei um den Blick über den eigenen Tellerrand und darum, herauszufinden, welche Themen an den Hochschulen aktuell sind und von unseren Nachwuchskräften bearbeitet und diskutiert werden. Die drei Preisträger dieses Jahres stellen sich in dieser Session mit ihren Arbeiten vor.

Überlieferungsbildung in der Grauzone: Das Beispiel der Piratenradios in der Schweiz
Adrian Scherrer
Vor dem Hintergrund der Neuen Sozialen Bewegungen, der technischen Entwicklung und einer verbreiteten Unzufriedenheit mit dem Monopol der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft entstanden ab 1974 in verschiedenen Städten der Schweiz so genannte Piratenradios. Es handelte sich um UKW-Sendungen, die von technisch versierten Bastlern ohne staatliche Genehmigung ausgestrahlt wurden. Dokumentiert sind fast 100 Sender, die in unregelmässigen Abständen während einiger weniger Stunden pro Monat in Betrieb waren. Mit der Öffnung des Rundfunkmarktes für private Anbieter 1983 verschwanden die Piratensender. Der Beitrag stellt zwei Bestände einander gegenüber, die sich gegenseitig ergänzen. Die Aufzeichnungen von Sendungen im Schweizer Sozialarchiv in Zürich aus Sicht der Produzentenseite sowie die Akten der Sektion Funküberwachung im PTT-Archiv in Könitz bei Bern, die die Bemühungen der Behörden dokumentieren, die Sendetätigkeit zu unterbinden. Der Beitrag macht deutlich, wie wichtig die Betrachtung privater Aktivitäten außerhalb öffentlich-rechtlicher Programmanbieter für eine kohärente Rundfunkgeschichte ist.

Projektbericht „FaMI-Caching“ – eine elektronische Schnitzeljagd
Elena Wiesen und Talisa Schilling
Wir von der IT12A sind allesamt FaMI-Auszubildende, die es sich im Rahmen dieser „Geocaching-Schnitzeljagd“ zum Ziel gemacht haben, die Vielfältigkeit des Bibliotheks- und Archivwesens in Köln anderen näher zu bringen. Natürlich kennen viele die Stadtbibliothek Köln und das Historische Archiv, aber das ist in Köln noch längst nicht alles. Daher laden wir Sie auf drei verschiedenen Routen ein, einzigartige Bibliotheken und Archive zu entdecken. Sie können sich dabei aussuchen, ob Sie einzelne Bibliotheken oder Archive näher kennen lernen wollen (Einzelcache) oder ob sie einen ganzen Rundgang in Form eines so genannten Multicaches in Angriff nehmen. Hier müssen Aufgaben an insgesamt fünf Stationen erledigt werden, um zum Cache mit dem Logbuch zu gelangen.

Multimediale Informationen zur Umstellung des WDR-Funkhauses Düsseldorf auf einen bandlosen Produktionsablauf
Nils Domrös
Der Westdeutsche Rundfunk begann 2012 damit, das Funkhaus Düsseldorf schrittweise auf den neusten Stand der filebasierten Technik umzubauen. Ein großes Problem an filebasierter Technik: Sie ist schwer zu „greifen“, schwer zu erklären. Umfassendes Wissen ist oft Einzelpersonen vorbehalten. Ein grundlegender Überblick ist aber für jeden Beteiligten wichtig. Nils Domrös erstellte dafür zwei Informationsfilme und eine umfangreiche interaktive Präsentation. Mit diesen konnte sich jeder Mitarbeiter selbstständig einen Überblick über den neuen Produktionsablauf verschaffen. Grundlegend bei der Erstellung war die Frage: Wie stark kann ein Zusammenhang für ein besseres Verständnis heruntergebrochen werden, ohne ein falsches Bild zu vermitteln?


Session 4: Wir sind die Neuen

Moderation: Wir sind die Neuen
Prof. Dr. Ralph Schmidt (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg)
Die in dieser Sitzung versammelten Beiträge, die alle als Antwort auf den Call for Papers zur diesjährigen Frühjahrstagung eingereicht wurden, verbindet das Interesse an neuen und innovativen Entwicklungen und Lösungen im Archivbereich. Zunächst wird der Arbeitskreis Bremer Archive als Initiative zur gemeinsamen Interessenvertretung und öffentlichkeitswirksamen Präsenz der Bremer Archivlandschaft vorgestellt und Perspektiven entwickelt, wie sich Archive vernetzen und in der Mediengesellschaft Aufmerksamkeit verschaffen können. Der zweite Beitrag zeigt am Beispiel der Reorganisation von Dokumentation und Archiv beim Schweizer Radio und Fernsehen auf, welche Chancen Veränderungsprozesse für methodische und organisatorische Innovationen bieten und dass angesichts knapper Mittel Spezialisierung und die Stärkung von Kompetenzprofilen zu besseren Lösungen und neuen Partnerschaften führen kann. Neue und bessere didaktische und organisatorische Formen der berufsbegleitenden Weiterbildung zum oder zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste werden im dritten Betrag thematisiert, wobei der Wunsch nach intensiverer Förderung und Forderung der Auszubildenden nicht zu überhören ist. Neuartige Präsenzmöglichkeiten von Fernsehsendern und deren einzelnen Formaten über soziale Netzwerke sind Thema des vierten Beitrags. Am Beispiel der Nachrichtensendung »Zeit im Bild« des Österreichischen Rundfunks wird aufgezeigt, wie Social-Media-Manager und Mediendokumentare im Interesse einer verbesserten Content-Präsentation effektiver zusammenarbeiten können. Gemeinsam ist allen Beiträgen, dass sie unter dem Motto »Wir sind die Neuen« die Rolle von Informationsspezialisten neu bewerten und in den Kontext innovativer Medienentwicklungen stellen.

Vom Netze knüpfen: Der Arbeitskreis Bremer Archive als Modell (mit Bettina Brach)
Sigrid Dauks (Universität Bremen – Universitätsarchiv) und
Bettina Brach (Zentrum für Künstlerpublikationen | Weserburg)
Archive stehen heute vor neuen Herausforderungen: Innovative Konzepte sind gefragt, sie in Zeiten knapper Kassen und eines rasanten Kommunikationswandels als moderne Service- und Kultureinrichtungen in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Durch die Kooperation mit anderen Bildungs- und Kulturinstitutionen und den Medien können Archive vorhandene Ressourcen bündeln, Synergieeffekte nutzen, Kosten teilen sowie ihre Position im kulturellen Bereich ausbauen. Ein Modell stellt der Arbeitskreis Bremer Archive dar. Seit 2001 haben sich im Land Bremen über 30 Archive zusammengeschlossen, um die vielfältige Archivlandschaft gemeinsam zu präsentieren. Das Spektrum umfasst institutionelle und freie, kirchliche, wissenschaftliche sowie international bedeutsame Einrichtungen. Die Öffentlichkeitsarbeit wird durch etablierte Kooperationspartner unterstützt. Dies fördert die Wahrnehmung der Archive als Häuser lebendiger Geschichte(n) und Ideenlieferanten für innovative Kultur und Bildungsprojekte. Intern bietet der Arbeitskreis die Möglichkeit des Fach- und Informationsaustauschs. Doch wo stößt die Kooperation an Grenzen? Und wie können Archive phantasievoll auf den Medienwandel reagieren?

Mediendokumentare: Change-Profis oder Abbau-Masse? – Erfahrungen aus Reorganisations-Prozessen im Bereich Dokumentation und Archive von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
Vanessa Freudrich und Manuel Meyer (Schweizer Radio und Fernsehen SRF)
Innerhalb von zwei Jahren musste sich der Bereich Dokumentation und Archive (D+A) von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) zwei Mal grundlegend reorganisieren und sah sich dabei mit starken Sparmassnahmen konfrontiert. Die erste Reorganisation brachte die Zusammenlegung der Bereiche Film-und Videodokumentation mit der Dokumentation BildTextTon am Fernseh-Standort Zürich. Kurz darauf fusionierte das damalige Fernsehen SF mit dem Radio DRS und bildete fortan neu das konvergente Unternehmen SRF mit den vier Hauptstandorten Zürich (Radio und Fernsehen), Bern und Basel. In Zeiten rasanter Entwicklungen im Medienbereich sind Dokumentationen und Archive zunehmend unter Druck. Anhand einiger Beispiele aus den Reorganisationsprozessen möchten wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse pointiert weitergeben.
1. Reorganisationen und Veränderungsprozesse sind normal
• Wir müssen Veränderungen aktiv betreiben, sonst werden wir von ihnen getrieben
• Reorganisations-Prozesse bieten immer wieder Chancen für neue D+A-Angebote und Partnerschaften
2. Druck ist ein Treiber für Innovation und eine Besinnung auf Kern-Kompetenzen
• Fokussierung auf unsere Hauptkompetenzen: Womit bringen wir dem Unternehmen am meisten Mehrwert? Welche neuen Arbeitsfelder müssen wir besetzen?
3. Fachkompetenz ist der Schlüssel zu (fast) allem
• In Zeiten von Ressourcen-Knappheit müssen wir das, was wir machen, sehr gut machen, deshalb: Stärkung der Fachkompetenz der Mitarbeiter, Abkehr vom Prinzip „alle machen alles, aber nichts richtig“
• Zukunftsorientierte Mitarbeiter-Entwicklung: Was werden wir in Zukunft tun, welche Kompetenzen brauchen wir dafür und wie erlangen wir diese Fähigkeiten?
4. Kommunikation als Dauer-Aufgabe
• D+A-Dienstleistungsstellen in Medienunternehmen stehen unter dauerndem Spardruck, umso wichtiger sind starke Stakeholder in den Programm-Abteilungen
• D+A-Mitarbeiter müssen als „Ambassadoren“ wirken, das können sie nur, wenn sie hinter der Strategie stehen. Dies erfordert eine offene Kommunikations-Kultur.

FAMI – persönliche Sichten auf einen Beruf im Wandel
Dagmar Weitbrecht und Stefanie Weiß (MDR Landesfunkhaus Thüringen)
15 Jahre FaMI – ein Beruf der den Kinderschuhen entwächst? Das Zusammenspiel von Theorie (Schule) und Praxis (Ausbildungsbetrieb) ist mitentscheidend für einen qualifizierten Einsatz der Azubis während und nach der Berufsausbildung. Dabei muss die Ausbildung schneller auf Veränderungen im Berufsumfeld eingehen. Außerdem müssen Rahmenlehrplan und Berufsverordnung regelmäßig aktualisiert werden. Der Ausbilder muss dabei die Rolle als berufsfachlicher und pädagogischer Moderator übernehmen und den Auszubildenden fördern und fordern. Aber dieser muss auch eine aktive Rolle übernehmen und den »Blick über den Tellerrand« entwickeln. Das sind die besten Vorausetzungen für eine Arbeitsweise, die sich nicht mehr an herkömmlichen medialen Ausspielwegen orientiert. Im Idealfall ist die Berufsausbildung das Sprungbrett für eine weiterführende Qualifizierung. Doch die Suche nach Fortbildungen ist und bleibt schwierig. Ein besonderes Defizit stellt hier die kaum vorhandene Möglichkeit der berufsbegleitenden Weiterbildungen dar. Der Vortrag soll den Handlungsbedarf in der Ausbildung aufzeigen, aber auch qualitativ hochwertige Angebote im Bereich der beruflichen Weiterbildung einfordern.

Die ORF-Mediendokumentation und der Social-Media-Auftritt der »Zeit im Bild«
Wencke Kienast-Doppler (ORF, Wien) und Katharina Zauner (Österreichischer Rundfunk, ORF)
Die Bandbreite der Sozialen Medien schafft neue Zugangs- und Multiplikationsmöglichkeiten für jedes Medienunternehmen. Dies bietet auch für das Berufsfeld des Dokumentars neue Aufgaben und Entfaltungschancen. Die Internetpräsenz der Nachrichtensendung „Zeit im Bild“ (ZiB) des Österreichischen Rundfunks (ORF) soll durch den einzigartigen Content des Archivs verbessert werden. Die Recherche in der Archivdatenbank und deren Content wertet die ZiB-Facebook-Seite als Informationsquelle auf. Die zuständigen Administratoren der Social Media Seiten lernen, wie sie am besten aus den Ressourcen des Archivs schöpfen, wie sie selbst nach Inhalten suchen und wo sie professionelle Rechercheunterstützung bekommen. Die Verwendung von Archiv-Content beugt Wiederholungen aus der TVThek vor. Das Potential von Mediendokumentaren im Social-Media-Bereich liegt darin, die Ideen der Administratoren mit Archiv-Content anzureichern und so den Gesamtauftritt des ORFs in den sozialen Medien qualitativ anzuheben. Als Ergänzung zum Fernsehen und den bisherigen Online-Inhalten, können User auch in den sozialen Netzwerken besser erreicht werden.


Panel 1 | Fernsehen/Video

Moderation: Fernsehen/Video
Olaf Moschner (infoNetwork GmbH)
Der in vielerlei Hinsicht segensreiche Übergang von der bandbasierten und linearen zur filebasierten und nonlinearen Speicherung, Bearbeitung und Übertragung unserer Programminhalte trägt gleichzeitig den „Fluch“ neuer Problemstellungen in sich. Sei es der mit der Komplexität moderner Fileformate einhergehende Mangel an Interoperabilität, die den TCP-basierten Netzwerkprotokollen immanente Latenzproblematik in Weitverkehrsnetzen oder die Notwendigkeit, über Jahre etablierte Tätigkeitsprofile, Geschäftsprozessketten und Organisationsstrukturen den neuen Rahmenbedingungen anzupassen - die Liste der mit der Digitalisierung einhergehenden Herausforderungen ist lang. Den drei genannten haben sich unsere Referenten gestellt.

MXF Legalizing – Automatische Formatkorrektur von Mediendateien (mit Jörg Houpert)
Tom Lorenz (Cube-Tec International GmbH)
Die mangelhafte Format-Interoperabilität, sprich die eingeschränkte Fähigkeit unabhängiger Systeme, MXF-Dateien gleichförmig zu interpretieren, ist nach Untersuchungen des IRT das häufigste Problem, welches Anwender mit den aktuellen SMPTE-Standards haben. Die Wiederverwendbarkeit von Millionen von MXF-Dateien ist dadurch eingeschränkt. Technische Experten sind regelmäßig bei der Ursachenforschung gebunden und dramatische Sendeausfälle sind nur die allgemein sichtbare Spitze des Eisberges. MXF-Standards erlauben eine sehr flexible Nutzung. In den vielen Freiheitsgraden liegt aber auch eine der Problemursachen für die mangelnde Interoperabilität. Die deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben sich dem Problem angenommen und unter der Leitung des IRT neue MXF-Profile spezifiziert, die diese Freiheitsgrade für den zukünftigen Programmaustausch minimieren. Cube-Tec hat mit dem MXF Legalizer ein Produkt entwickelt, das die Vielfalt der bisher bestehenden MXF-Formatvarianten effizient, sicher und vollautomatisch in einem Hochgeschwindigkeitsprozess in diese neuen Profile überführt. Im Rahmen des Vortrags wird über die ersten praktischen Anwendererfahrungen mit dieser Lösung berichtet.

MXF Legalizing – Automatische Formatkorrektur von Mediendateien (mit Tom Lorenz)
Jörg Houpert (Cube-Tec International GmbH)
Die mangelhafte Format-Interoperabilität, sprich die eingeschränkte Fähigkeit unabhängiger Systeme, MXF-Dateien gleichförmig zu interpretieren, ist nach Untersuchungen des IRT das häufigste Problem welches Anwender mit den aktuellen SMPTE-Standards haben. Die Wiederverwendbarkeit von Millionen von MXF-Dateien ist dadurch eingeschränkt. Technische Experten sind regelmäßig bei der Ursachenforschung gebunden und dramatische Sendeausfälle sind nur die allgemein sichtbare Spitze des Eisberges. MXF-Standards erlauben eine sehr flexible Nutzung. In den vielen Freiheitsgraden liegt aber auch eine der Problemursachen für die mangelnde Interoperabilität. Die deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben sich dem Problem angenommen und unter der Leitung des IRT neue MXF-Profile spezifiziert, die diese Freiheitsgrade für den zukünftigen Programmaustausch minimieren. Cube-Tec hat mit dem MXF Legalizer ein Produkt entwickelt, das die Vielfalt der bisher bestehenden MXF-Formatvarianten effizient, sicher und vollautomatisch in einem Hochgeschwindigkeitsprozess in diese neuen Profile überführt. Im Rahmen des Vortrags wird über die ersten praktischen Anwendererfahrungen mit dieser Lösung berichtet.

Software-basierte WAN-Beschleunigung mit Tixel
Michael Blandfort (Rundfunk Berlin-Brandenburg)
Bandbreite ist nicht alles! In WANs stoßen altbewährte, TCP-basierte Protokolle in Form von Latenzen an physikalische Grenzen und verhindern das Ausschöpfen der theoretisch möglichen Durchsatzrate.
Für das Informations-Verarbeitungs-Zentrum (IVZ) als Cloud-Betreiber der digitalen HiRes-Archive diverser ARD-Rundfunkanstalten stellt diese Tatsache eine der größten Herausforderungen dar, wenn es darum geht, bestmögliche Transferzeiten zu erreichen. Mit einem täglichen Zuwachs von in Summe rund 10 TB an Daten aus Neuproduktionen und Retrodigitalisierung, die zusätzlich zu den hochpriorisierten Bestellungen zwischen den Standorten Bremen, Hamburg, Berlin und Leipzig über den Draht müssen, liegt die Notwendigkeit für hohe Geschwindigkeiten auf der Hand. Mit den Software-Lösungen der Firma Tixel aus Hannover denkt das IVZ auf die richtigen Produkte gesetzt zu haben - die bisherigen Ergebnisse sprechen zumindest für sich.
In diesem Vortrag sollen primär die Schwierigkeiten im WAN bei großen Entfernungen am Beispiel des ARD-CN verständlich gemacht und die Art und Weise, wie das IVZ die WAN-Beschleuniger einsetzt, vorgestellt werden.

Filetransfer – neue Anforderungen an das Programmarchiv der ProSiebenSat.1 Produktion
Stefan Richter und James Sesto (ProSiebenSat.1 Produktion, Unterföhring)
Bei der Umstellung vom band- zum filebasierten Workflow gab es sowohl bei der Technik als auch beim Tätigkeitsprofil des Archivars bzw. Material-Koordinators erhebliche Veränderungen zu meistern. Die Materialbearbeitung in der Vergangenheit war von Bändern bestimmt, die Abläufe entsprechend vorgegeben und jahrelang gelebt. Wir stellen in dem Vortrag die Anforderungen bei der filebasierten Abwicklung von Sendematerialen vor. Es mussten sowohl interne als auch externe Abläufe komplett hinterfragt und dann letztendlich auch geändert werden, um das Ziel einer standardisierten Fileanlieferung und -bearbeitung zu erreichen. Wir skizzieren, wie wir auf die neuen Ansprüche reagiert, welche neuen Tätigkeitsfelder wir für die Mitarbeiter entwickelt haben und welche neuen Kompetenzen dazu von den Mitarbeitern erworben werden mussten. Die »Material Coordination« der ProSiebenSat.1 Produktion ist verantwortlich für die Verwaltung, Archivierung und Bereitstellung unserer Sendematerialien. Wir wollen weiterhin gegenüber den internen Redaktionen und auch externen Kunden ein kompetenter Ansprechpartner sein. Zum Abschluss unseres Vortrags geben wir einen Einblick in die vielen Herausforderungen und Lösungsansätze, die zukünftig noch auf uns warten.


Panel 2 | Presse

Moderation: Presse
Jutta Heselmann (WDR – Westdeutscher Rundfunk)
Das Internet hat die Vertriebsmöglichkeiten für Zeitungsinhalte vervielfacht. Es ermöglicht neue digitale Formate, die auf unterschiedlichen Kanälen ausgespielt werden.
Beim WESER-KURIER und bei der NZZ hat man sich dieser Herausforderung auf unterschiedliche Weise gestellt. Gemeinsam ist beiden Ansätzen aber Entwicklung des Archivsystems zum Redaktionssystem. Alle Inhalte finden sich einer Datenbank und werden an die verarbeitenden Systeme übergeben – das Archivsystem steht nicht mehr nur am Ende der Produktionskette.

Vom Archiv- zum Redaktionssystem
Christian Wagner (Weser-Kurier Mediengruppe Bremer Tageszeitungen AG) und Tim Strehle (DC – Digital Collections Verlagsgesellschaft mbH)
Im Zeitungsalltag steht eigentlich die Aktualität immer ganz vorne, insofern klang zunächst der Gedanke fremd, ein „Archiv-System“ auch als Agentursystem zu verwenden, also für Texte und Bilder, die vielleicht erst noch veröffentlicht werden sollen. Doch von diesem Ende der Produktionskette her gesehen, macht es keinen Unterschied: Archiv-Inhalt ist zunächst einmal Inhalt an einer anderen Stelle des Zeitstrahls. Das heutige DC-System verarbeitet inzwischen auch Videos, Audios, Grafiken oder Logos. Sie können nach beliebigen Kriterien zusammengestellt, gefiltert, durchsucht, gesammelt oder an verarbeitende Systeme übergeben werden. Es weiß auch, welchen Content die Redaktion für welchen Kanal benutzen darf und welche Kosten entstehen können. Und es verfolgt, was in welcher Fassung veröffentlicht wurde und stößt schließlich die Honorierung an. Wir wollten aber noch einen Schritt weiter gehen.
Während bis dato die Veredlung dieses "Rohcontents" zu Artikeln immer in nachgelagerten, kanalspezifischen Systemen stattfand, ist der nächste Schritt, gleich auch aus diesem System zu produzieren - medienneutral zur Verwendung in der gedruckten Zeitung wie in den digitalen Medien. In Kooperation mit ppi-media hat Digital Collentions das System zu einem Redaktionssystem ausgebaut.
Im nächsten Schritt wollen die Entwickler die Lottozahlen per semantischer Analyse vorhersagen – sie arbeiten noch (daran)…

Umstellung des Produktionsworkflows und die Verlagerung des Archivs
André Maerz (Neue Zürcher Zeitung)

Von 1780 bis Ende des 20. Jahrhunderts waren der Produktions- und der Archivierungsablauf der Neuen Zürcher Zeitung NZZ überschaubar: Die Zeitung wurde ein- bis dreimal pro Tag produziert, gedruckt und dann vertrieben. Ein paar Exemplare wurden im Archiv gesammelt. Die Digitalisierung ab 1980 betraf vorerst die Produktionswerkzeuge und die Archivhilfen (elektronische Karteikästen). Mit dem Internet jedoch vervielfachten sich nicht nur die digitalen Vertriebsmöglichkeiten, sondern auch die daraus resultierenden digitalen Inhaltsformen. Da nicht für jeden dieser schnelllebigen Formate jeweils eine komplette Redaktion aufgebaut werden kann, liegt es auf der Hand, die Produktion radikal umzustellen: Alle Inhalte werden digital in einer zentralen Datenbank erfasst. – Dann sehen wir weiter. Und archiviert ist auch schon alles!


Panel 3 | Audio

Moderation: Audio
Eva Schütz (WDR – Westdeutscher Rundfunk)
Man könnte sie als "ARD-Audio-Cloud" bezeichnen - die ARD-Hörfunkdatenbank: dezentral vorgehaltene Metadaten und Essenzen sind über ein gemeinsames Werkzeug recherchierbar, hörbar und austauschbar. Sie bietet zudem eine solide Grundlage, auf der Mining-Verfahren aufsetzen können. Das Kooperationsprodukt Hörfunkdatenbank besitzt Potenziale, die es noch weiter zu erkennen und auszuschöpfen gilt.

Daten aus der Cloud: kooperiertes Dokumentieren mit der ARD-Hörfunkdatenbank
Astrid Siegert (Radio Bremen)
Die ARD-Hörfunkdatenbank (HFDB) ist Kooperationsprodukt und Kooperationsmotor. Sie ist durch drei Säulen gekennzeichnet: gemeinsames Werkzeug - getrennte Datenhaltung (Instanzmodell) – teil-kooperative Datennutzung. In neun öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und dem Deutschen Rundfunkarchiv als Archivsystem eingesetzt, ist sie dort jeweils intensiv in heterogene Systemlandschaften integriert. Gleichzeitig ist sie Mittelpunkt der kooperativen Dokumentationsarbeit aller ARD-Hörfunk-Archive. 
Die kooperativen Möglichkeiten können da besonders ausgespielt werden, wo Überschneidungen im Metadatenbedarf hoch sind. Der Vortrag präsentiert am konkreten Beispiel verschiedene Kooperationsfelder. Er beschäftigt sich mit der Generierung und gemeinsamen Nutzung von Normdaten, mit den Möglichkeiten von Werkdaten und – schwerpunktmäßig - mit der ARD-weiten Zusammenarbeit im Bereich Industrie-Musik. Hier wird neben der Darstellung der Metadatenflüsse auch auf die Einbindung der digitalen Bemusterung eingegangen.
Ziel ist ein Überblick über die ARD-Hörfunkdatenbank als Werkzeug und Motor zur Vereinheitlichung von Workflows, zur Nutzung von Synergieeffekten und zur Reduktion redundanter Arbeit.

Töne aus der Cloud: der ARD-Audioraum
Clemens Winter (Südwestrundfunk – SWR)
Der "ARD-Audioraum" wird als virtueller gemeinsamer Content-Speicher der ARD vorgestellt: Inhalte, Zugänglichkeit und Speicherung des Audio-Content sowie die Verwaltung mit der ARD-Hörfunkdatenbank. Dargestellt werden der aktuelle Datenfluss der digitalen Bemusterung durch die Phonoindustrie sowie der aktuelle Workflow im ARD-Programmaustausch. Im Ausblick werden Ansätze zur besseren IT-Unterstützung der Abläufe im Programmaustausch skizziert.

Service aus der Cloud: Audiofingerprinting im Kooperationskontext
Markus Berg (Hessischer Rundfunk – hr)
Service aus der Cloud: Audiofingerprinting im Kooperationskontext Die Landesrundfunkanstalten der ARD verfügen über eine verteilte Landschaft von Audio-Archivdatenbanken und -Produktionssystemen. Einzelne Wort- oder Musikbeiträge können - teils standort- und anwendungsübergreifend - recherchiert und für den Einsatz in Sendungen abgerufen werden. Dabei setzt das Auffinden eines einzelnen Audiobeitrags bisher immer die Kenntnis von Metadaten – wie beispielsweise den Titel eines Beitrags oder dessen Identifier im Softwaresystem - voraus. Mit Hilfe der am Markt verfügbaren Audio-Fingerprinting-Technologien kann Audiomaterial alternativ auch anhand bestimmter technischer Merkmale wiedererkannt werden. Diese Merkmale sind einzigartig für jeden Beitrag oder Musiktitel und werden in Analogie zum menschlichen Fingerabdruck als "Fingerprints" bezeichnet. Wurde ein Fingerprint für einen konkreten Audiobeitrag einmal erzeugt und mit dem dazugehörenden Metadatensatz verknüpft, ist eine spätere Erkennung an einem beliebigen Ort automatisiert und ohne Kenntnis von Metadaten möglich. Dieser Vortrag skizziert Konzepte, wie die Anwendungsfälle Titelerkennung, Klassifikation von Audiomaterial in die Kategorien Wort oder Musik, Ähnlichkeitssuche, oder die Generierung von programmsynchronen Zusatzinformationen auf Basis der Audio-Fingerprinting-Technologie im ARD-Kooperationskontext unterstützt werden können.


Panel 4 | Kulturgut

Moderation: Kulturgut
Dr. Veit Scheller (ZDF – Zweites Deutsches Fernsehen)
Wenn man „Audiovisuelles Kulturgut“ hört, dann denkt man unwillkürlich an die in den Archiven der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorhandene Überlieferung. Doch audiovisuelle Quellen befinden sich an vielen verschiedenen Orten: in Archiven unterschiedlicher Träger, in Wissenschaftseinrichtungen, in Kunstzentren etc.
In Bremen gibt es daher nicht nur das Medienarchiv von Radio Bremen. Die Bandbreite Bremer Archive – organisiert im Arbeitskreis Bremer Archive – mit spannenden und interessanten AV-Quellen ist groß. Lassen Sie sich überraschen, was man so alles in Bremen und Bremerhaven an audiovisuellen Quellen finden kann! Sie werden staunen.
Schon der Ort des Panels ist ein kulturell-historisches „Ereignis“ – kommen Sie ins City46 und hören bzw. diskutieren Sie mit über die Sicherung und Nutzung von AV-Quellen außerhalb der Rundfunkanstalten.

Präsentieren: Filmschätze im Kommunalkino
Karl-Heinz Schmid (CITY 46 / Komunalkino Bremen e.V.)
Kommunale Kinos verstehen sich seit ihrer Gründungsphase Anfang der 70er Jahre als Kinematheken, die nicht nur das Präsentieren, sondern auch das Archivieren von Filmen der Filmgeschichte für wichtig erachten. In Zeiten des 35mm- und 16mm-Films entstand so ein System von gegenseitigem Austausch, das ähnlich wie der Kunstbetrieb funktioniert. Auch das Kommunalkino Bremen besitzt eine Sammlung von Filmkopien, die nicht nur im eigenen Kino eingesetzt wurden, sondern auch anderen Kinos zur Verfügung gestellt werden.
Mit der Digitalisierung der Kinos wird dieses System zwar nicht grundsätzlich, aber dennoch spürbar verändert, was die Kinematheken vor große Herausforderungen stellt.

Sichern und Nutzen historischer Filmdokumente
Dr. Daniel Tilgner (Landesinstitut für Schule)
Das Landesfilmarchiv Bremen gehört zum Landesinstitut für Schule und dessen Zentrum für Medien (früher Landesbildstelle). Zunächst durch Archivierung veralteter Lehrfilme und Eigenproduktionen entstanden,  wurde es im Laufe der Zeit durch eigene Sammeltätigkeit zur allgemeinen Anlaufstelle für historisches Filmmaterial aller Art – von dem privaten Schmalfilm über von Filmproduktionen im Behördenauftrag entstandenen Filmen bis zu Werbefilmen von Bremer Firmen. Für das Panel 4 „Kulturgut“ versucht das Landesfilmarchiv, mit einem zehnminütigen Filmzusammenschnitt Beispiele aus den verschiedenen Kategorien seiner Bestände zu präsentieren.

Forschen im Medienarchiv Günter Grass Stiftung
Sonja Wohllaib (Medienarchiv Günter Grass Stiftung Bremen)
Seit Gründung des Medienarchivs Günter Grass Stiftung 2001 widmet sich das weltweit einzigartige Archiv der audiovisuellen Rezeption zu Günter Grass, archiviert u.a. Interviews, Lesungen und Reden von, mit und über ihn. Einzigartig ist dabei die Verwendung von Dokumenten aus den ARD-Archiven, die unter wissenschaftlichen Aspekten, nach der mediendokumentarischen, eine zusätzliche Erschließung erfahren. Nicht nur Grass-Forschende aus aller Welt nutzen vor Ort die Datenbank und den Hyperlink zu den filebasierten AV-Dokumenten. Die Urheberrechte und das Zitieren von AV-Dokumenten sind dabei nur zwei der Herausforderungen, denen die Forschenden hier begegnen.

Bewahren: Das Tanzfilmerbe
Heide-Marie Härtel (Deutsches Tanzfilminstitut Bremen)
Die Erhaltung des filmischen Erbes hat für die Tanzkunst eine besondere Bedeutung, da diese flüchtige Kunst auf keine zeitgemäße Notation, wie der Text beim Schauspiel oder die Noten in der Musik, zurückgreifen kann.
Die Arbeit  des Deutschen Tanzfilminstituts Bremen widmet sich seit nunmehr 25 Jahren dieser Thematik. Sie entstand aus den Anfängen des Bremer Tanztheater am Theater am Goetheplatz unter Johann Kresnik, Reinhild Hoffmann und Susanne Linke und entwickelte sich als eigenständige Institution in der Stadt. Über die Dokumentation des Bremer Tanzerbes hinaus entstand hier das größte Tanzfilmarchiv Europas mit ca. 35.000 Tapes, davon ca. die Hälfte in TV-Standard. Die Kooperation mit vielen wichtigen Tanzcompagnien des Landes, eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Kultursender 3sat und vorallem die Filmseminare und Vortragsarbeiten für die Goethe-Institut machen das Institut zum Botschafter der deutschen Tanzkunst weltweit. Der aktuelle Arbeitsschwerpunkt ist die Langzeitdigitalisierung der Materialkomplexe die sich an den großen Stadt- und Staatstheater seit dem Aufkommen von Video Anfang der 70iger Jahre angesammelt haben.

Bewerten und Erwerben: Der Nachlass von Werner Voss
Ulrich Duve (Klaus-Kuhnke-Archiv für Populäre Musik gGmbH)
Das Klaus-Kuhnke-Archiv wurde 1975 aus den persönlichen Sammlungen von drei Musikjournalisten gegründet. Seitdem wurden immer wieder Nachlässe, Schenkungen und weitere Sammlungen übernommen und integriert. Daraus entstand ein stilistisch äußerst vielfältiger Bestand, der die verschiedenen Sammel- bzw. Arbeitsgebiete der Überlassenden dokumentiert. Im letzten Jahr hat das Archiv den Nachlass des Hamburger Rock’n’Roll-Experten Werner Voss übernommen. Voss, der Ende 2013 verstarb, hatte bereits im Jahr 2007 in seinem Testament verfügt, dass seine Sammlung von Tonträgern, Literatur und sonstigem Material zum Thema Rock’n’Roll dem Klaus-Kuhnke-Archiv vererbt werden soll. Werner Voss hatte von 1974 – 2013 580 Sendungen seines ‚Rock’n’Roll-Museums‘ für den NDR produziert und war einer der profundesten Kenner dieses musikalischen Genres. Sein Nachlass umfasst ca. 50.000 Tonträger, einige hundert Bücher und Zeitschriften, sowie zahlreiche Plakate und andere Memorabilia. Die Sammlung soll als separater Bestand im Klaus-Kuhnke-Archiv der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Sammeln und Ausstellen: Künstlerpublikationen
Bettina Brach (Zentrum für Künstlerpublikationen | Weserburg)
Das 1999 gegründete Zentrum für Künstlerpublikationen widmet sich einem Kulturgut, das in seiner Vielschichtigkeit in weltweit nur wenigen Institutionen umfassend gesammelt und erforscht wird. Die Sammlung umfasst publizierte Kunstwerke vom Künstlerbuch bis zur Multimedia-Edition, von der Grafik bis zur Künstlerschallplatte, von der Künstlerbriefmarke bis hin zur Radiokunst oder einer Rauminstallation aus 16.000 Audio-Kassetten. In Strömungen wie Fluxus, Konzeptkunst, Pop Art und experimenteller Poesie sind Künstlerpublikationen von Joseph Beuys bis Andy Warhol, von Hanne Darboven bis zu den Guerilla Girls fest verankert. Im Zusammenwirken der Bereiche Archiv, Forschungsinstitut und Museum bildet die Präsentation in Ausstellungen eine zentrale Form der Vermittlung kultureller Inhalte. Den Exponaten entsprechend ist das Ausstellungprogramm des Zentrums für Künstlerpublikationen von medialer Vielfalt geprägt.


Session 5: Digital Flow

Moderation: Digital Flow
Siegfried Steinlechner (ORF – Österreichischer Rundfunk)
Für viele Dokumentare und Medienarchivare ein Fass ohne Boden: in der digitalen Welt ist der Content ständig in Bewegung. User enerated Content, verschiedenste Formen des interaktiven, nonlinearen Storytellings und die gesamte cross- und transmediale Welt bedeuten eine wesentliche Herausforderung für die Contenterzeuger wie auch für die –bewahrer. Neuer Journalismus in neuen Medien erfordert Antworten darauf, wie der digitale Flow fachgerecht und sinnvoll Eingang in die Medienarchive findet.

Neue Film- und Fernsehtechnologien auf Basis von IT – Digitalisierungsempfehlungen für Archivfilm auf der Grundlage semiautomatischer Befundung
Jörg Wehling und Michael Risse (Deutsches Rundfunkarchiv)
Ca. 2400 private und öffentliche Archive mit Film-Content in Deutschland sehen sich der immer drängenderen Aufgabe gegenüber, mit begrenzten finanziellen Mitteln ihre Filmbestände langfristig zu sichern und gleichzeitig den Zugang und die digitale Verwertbarkeit zu vereinfachen. Bisher sind hohe Kosten und erhebliche manuelle Aufwände in der Bearbeitung, fehlendes Wissen zum physischen Zustand des Filmbestandes sowie die teure Technik für dessen Transfer entscheidende Hürden, die eine Digitalisierung und damit die Wiederverwendung des Contents verhindern. Genau diese Lücke will das Verbundprojekt „Semiautomatische Befundung und Digitalisierung von Filmmaterial“ von Deutschem Rundfunkarchiv, WDR mediagroup digital und Hasso-Plattner-Institut im Rahmen des am Medienstandort Babelsberg initiierten Forschungsbündnisses »dwerft – linked film & tv services« schließen: Durch Entwicklung einer geeigneten Technologie für die teilautomatisierte Befundung von Archivfilmmaterial sowie einer speziellen Software, die die dabei gewonnenen Befundungsdaten analysiert, interpretiert und entsprechende Empfehlungen für die anschließende Digitalisierung ableitet.

Social-Media-Recherche und Kuratieren von Web-Inhalten
Johanna Lautner (Bayerischer Rundfunk)
Über soziale Medien wie Twitter sind Informationen von Nutzern in Echtzeit für eine große Zahl von Menschen potentiell zugänglich. Die Interaktionen zwischen den Twitter-Usern bringt Netzphänomene hervor, die für Außenstehende schwer fassbar sind. So wurden während der Fußball-WM 2014 insgesamt 672 Millionen Tweets mit Bezug zu dem Großereignis abgesetzt. Die Social-Media-Recherche und das Kuratieren, das heißt die Selektion, Einordnung und Aufbereitung von relevanten Inhalten zu aktuellen Themen und Meinungen aus dem Web, gewinnen deshalb an Stellenwert für die journalistische Arbeit. Anhand eines Beispiels werden Recherche-Tools vorgestellt, mit denen passende Inhalte für eine Netzschau zu einem Ereignis gefunden werden können. Mit den ausgewählten Inhalten können mithilfe von Kuratier-Tools wie Storify Geschichten erzählt werden.

NewsCam – Radio Bremens autonome Breaking-News-Kamera
Roland Warmbein (Radio Bremen)
Beste Bilder, schnell, leicht, billig, aktuell und autonom: Das Projekt NewsCam ist eine Eigenentwicklung der Radio Bremen Stabsstelle Digitale Dienste. Anlass war der Untergang einer Hansekogge auf der Weser vor etwa einem Jahr. Damals gab es den Wunsch, fortlaufend aktuelle Bilder von den Bergungsarbeiten online zu stellen. An der Unglücksstelle gab es allerdings weder WLAN noch Steckdosen, ein Satelliten-Wagen schied aus Kostengründen aus. Roland Warmbein, Fernseh-Redakteur und Ingenieur in der Stabsstelle Digitale Dienste hat daraufhin eine kleine, wetterfeste, mobile Kamera aus Standardbauteilen komponiert, die nun von überall vollautomatisch Bilder liefern und im Internet veröffentlichen kann – auch ohne WLAN oder Stromanschluss. Ein Projektbericht mit Live-Demo.

Krautreporter – neue Wege im Onlinejournalismus
Susan Mücke (Krautreporter GmbH)
Krautreporter ist Deutschlands erstes Onlinemagazin, das ausschließlich über Crowdfundingmittel finanziert wird. Die Macher haben im Frühjahr 2014 eine Million Euro über das Internet gesammelt und bestreiten damit seither einen kompletten Redaktionsbetrieb. Eine Stelle für einen Dokumentarredakteur war von Anfang an mit eingeplant, um die Qualität der Beiträge hochzuhalten und zu sichern. Krautreporter beschreitet dabei neue Wege in der Dokumentation. Die Artikel sind für jedermann zugänglich, Mitglieder erhalten jedoch eine Reihe Benefits und können exklusiv kommentieren und an der Qualität einzelner Artikel mitarbeiten sowie sich an Recherchen beteiligen. Das Dokumentieren bleibt zwar genuine Aufgabe der Redaktion, dennoch wird das Aufgabenfeld für den Leser transparent. Der Artikel sowie die Arbeit des Journalisten werden für den Leser gläsern. Er kann daran aktiv mitwirken - folglich verändert sich auch das Aufgabenfeld des Dokumentars.


Session 6: Medienrecht und Medienethik

Moderation: Medienrecht und Medienethik
Dr. Ute Essegern (Dresdner Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG)
Redakteure verlassen sich gerne auf ihre Kollegen in den Dokumentationen, denn: Die finden alles; die wissen alles und selbstverständlich kennen die sich auch bestens in allen Rechtsfragen aus. Je größer die Bandbreite möglicher Nutzungsarten wird, umso komplexer ist die Rechteklärung. Was darf ich wo, in welcher Form und wie lange nutzen? Wessen Erlaubnis benötige ich? Und wie können wir unsere eigenen Rechte besser schützen? Die Session „Medienrecht und Medienethik“ beschäftigt sich mit dem breiten Feld der Rechteklärung als wichtigem Bestandteil dokumentarischer Arbeit und nähert sich dem Thema von drei Seiten: Aus der Sicht eines Anwalts, der über die juristischen Aspekte bei der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen spricht. Aus der Sicht einer Rundfunkanstalt, die geschütztes Sendematerial verwendet und die erworbenen Nutzungsrechte in der Hörfunkdatenbank dokumentieren muss. Und aus der Sicht eines Contentproduzenten, dessen Inhalte sich mit und ohne Erlaubnis im Internet finden lassen. Welche Rolle sollten Dokumentare übernehmen, wenn es um Urheber- und Leistungsschutzrechte geht?

Von TAO, REIS und anderen Gesellen. Die Rechtedatenbank und die Hörfunkdatenbank bei der Deutschen Welle
Uta Hardes-Schmeißer (Deutsche Welle Bonn)
REIS ist das Rechtemanagementsystem der Deutschen Welle. In REIS sind die Nutzungsrechte von Texten, Bildern, Audios und Videos abgelegt. Diese Rechte ergeben sich aus den Verträgen der Deutschen Welle mit den Rechtegebern des Materials.
Andere Systeme der Deutschen Welle nutzen über eine Schnittstelle die von REIS verwalteten Nutzungsrechte. Auf diese Weise können beispielsweise Rechteampeln gezielt in diesen Systemen ausgegeben werden. Aktuell ist beispielsweise die Hörfunkdatenbank partiell an REIS angebunden.
Über TAO (Trimediale Archivierung Online) können monomediale Inhalte multimedial miteinander in Beziehung gebracht werden. In TAO können diese Inhalte mit Rechteinformationen verbunden werden.

Aktives Rechtemanagement – Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen aus juristischer Sicht
Dr. Tobias Röhnelt (KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH)
Über das Urheberrecht wird viel berichtet. Konkrete Vorstellungen darüber, welche Möglichkeiten zur Durchsetzung urheberrechtlicher Ansprüche bestehen, gibt es jedoch oftmals nicht. Vielmehr stellen sich immer wieder folgende Fragen:
1. Was ist geschützt?
2. Welche Rechtspositionen schützt das UrhG?
3. Welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es bei Rechtsverletzungen?
Der Vortrag illustriert die durch den Gesetzgeber eröffneten Möglichkeiten des Rechtsschutzes und verknüpft diese mit Fallbeispielen aus der anwaltlichen Praxis.

Rechteverfolgung - zwischen Shitstorm und Cash Cow. Wie die dpa (erfolgreich) mit Urheberrechtsverletzungen umgeht
Gudrun Menze (dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH)
Ein Recht ist immer nur so viel wert, wie es auch durchgesetzt werden kann. Das war unsere Überzeugung, als wir begannen, uns mit der Rechteverfolgung praktisch auseinanderzusetzen. 
Dabei gab es viele Facetten zu berücksichtigen: Die Öffentlichkeitsarbeit befürchtete Imageschäden, die Redaktion warnte vor verärgerten Kooperationspartnern, im Vertrieb sorgte man sich um die Reaktion der Kunden, und das Management erhoffte sich nennenswerte Erlöse.
Bei dpa wurden daher die Kriterien für die Beurteilung und die Prozesse intensiv diskutiert und abgestimmt. In den letzten drei Jahren hat es keine Katastrophen geben, aber richtig reich hat uns die Rechteverfolgung auch nicht gemacht. 
Der Vortrag stellt die Praxis in den Vordergrund und soll Anregungen für den erfolgreichen Umgang mit diesem hochsensiblen Thema geben.


Abschlussvortrag

Glaubwürdigkeit des Journalismus
Georg Mascolo (Rechercheverbund NDR, WDR und SZ)
Abgesagt

Letzte Änderung: 26.01.2016