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Frühjahrstagungen in Mainz

Tagung 17
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Medienarchive zu Gast beim ZDF
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Veränderungen in Berufsbild, Arbeitsabläufen, Strukturen
5.-7.9.2017 in Bonn

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Abstracts der Frühjahrstagung 2014


Eröffnungsveranstaltung

Begrüßung
Günter Peters (vfm-Vorstand, Hamburg)

Grußwort
Eva-Maria Michel (stellvertretende Intendantin des WDR, Köln)

Das Ende des Fernsehens?
Prof. Dietrich Leder (Kunsthochschule für Medien Köln)
Was hat es mit den Prognosen auf sich, die ein Ende des klassischen linearen Programmfernsehens vorhersagen? Welche neue Konkurrenz erwächst diesem durch Netflix und andere neue Dienste? Zunächst werden im Vortrag diese neuen Dienste - ihre Angebotsstruktur, ihre Ökonomie (die eigene wie diejenige der Kunden) und ihre Aufmerksamkeitsmaximen (sprich Werbung/Publizistik) beschrieben. Dann ist aber auch auf das mittlerweile weiter ausdifferenzierte klassische programmierte Fernsehen einzugehen, das vor allem auch aus den Archiven lebt. Abschließend geht es um die Prognose, dass es in den kommenden sechs Jahre für das klassische Fernsehen schwieriger wird, es weitere Aufmerksamkeitsverluste hinnehmen muss, es sich aber in der Summe aller Effekte behaupten wird.


Session 1: Innovationen in der Mediendokumentation

Moderation
Thomas Lehmann (WDR, Köln)

Erschließung und Verwertung von Social Media Inhalten (mit Waltraut Wiedermann)
Rüdiger Baumberger und Waltraud Wiedermann (APA-DeFacto, Wien)
Blogs und Plattformen wie Facebook, Twitter, Youtube, Goggle+ gewinnen in der Meinungsbildung und Verbreitung von Informationen laufend mehr Bedeutung. Die Herausforderungen für einen Informationsdienstleister sind mannigfaltig:

In dem Vortrag werden die Strategien und Lösungen beschrieben und anhand von Beispielen aus der täglichen Praxis veranschaulicht, mit deren Hilfe APA-DeFacto diesen Herausforderungen begegnet: Laufende Recherche, automatische Filter, Lektorat, Aufspüren und Verknüpfen relevanter Metadaten. APA-DeFacto stellt sicher, dass die Empfänger und Nutzer seiner Services nur jene Inhalte erhalten, die für die Nutzer entsprechende Bedeutung haben. Darüber hinaus werden den Nutzern auch alle jene zusätzlichen Informationen und Metadaten bereitgestellt, die unabdingbar sind, um eine Einordnung und Bewertung der bereitgestellten Inhalte zu ermöglichen.

Der Einsatz von Elasticsearch in der ARD Fernsehdatenbank FESAD
Dr. Patric Kabus (HR, Frankfurt/Main)
Der Einsatz von Elasticsearch in der ARD-Fernsehdatenbank FESAD
FESAD ist ein Archivsystem, das unter anderem Metadaten zu Fernsehsendungen und -beiträgen erfasst. Es wird in allen Landesrundfunkanstalten der ARD sowie dem ORF eingesetzt.  Ein wichtiger Anwendungsfall ist das Auffinden von bereits vorhandenem Material, sowohl zur ausschnittsweisen Wiederverwendung in neuen Produktionen als auch zur erneuten Ausstrahlung in Gänze. Hierzu bedarf es einer umfangreichen Recherchemöglichkeit, um relevantes Material in den riesigen Beständen gezielt ermitteln zu können. Als Technologie wurde dazu bislang Oracle Text eingesetzt, dieses soll aber zukünftig durch Elasticsearch abgelöst werden. Der Vortrag stellt kurz die Motivation hierfür sowie den aktuellen Stand der Umsetzung vor.

Trimediale Archivierung bei der DW
Michael Hafner (Deutsche Welle, Bonn)
Trimedial geplante, produzierte und distribuierte Inhalte spielen im Programmangebot der Deutschen Welle eine immer wichtigere Rolle. Das Spektrum reicht von medienübergreifend angelegten Produktionen, deren Fernseh-/Video-, Audio- und Online-Komponenten sich lediglich inhaltlich aufeinander beziehen, über Webartikel, die audiovisuelle Inhalte in technisch standardisierter Form um einen Text gruppieren, bis hin zu originär multimedialen, individuell und für das Web entwickelten Specials.
Die Systemlandschaften der Produktions- und Distributionsbereiche tragen dieser Entwicklung durch die "Multimedialisierung" zentraler Anwendungen und durch eine immer engermaschige Vernetzung Rechnung. Demgegenüber stehen leistungsfähige und technisch moderne Archivsysteme, die jedoch weitgehend monomedial ausgerichtet sind. Die Entwicklung einer multimedialen Archivanwendung ähnlicher Leistungsfähigkeit, die die bestehenden Lösungen ergänzen oder ersetzen könnte, ist aus finanziellen und technischen, aber auch aus konzeptuellen Gründen schwer vorstellbar. Andererseits droht das Archiv seinen Aufträgen der Produktionsunterstützung und der Programmdokumentation immer weniger gerecht zu werden. Der Beitrag stellt ein Projekt vor, das versucht, durch Ergänzung weniger, möglichst schlanker Zusatzkomponenten die Vorteile mono- und multimedialer Archivierungsansätze miteinander zu verbinden.


Session 2: newcomer-forum

newcomer-forum im vfm – Neues aus den Hochschulen
Moderation
Heiko Linnemann (Greenpeace, Hamburg)
Der vfm vergibt in diesem Jahr zum dritten Mal den Marianne-Englert-Preis. Damit sollen qualitativ hochwertige Arbeiten und Projekte von aktiv Studierenden oder AbsolventInnen von Hochschulen mit dokumentarisch, archivarischem oder bibliothekarischem Hintergrund ausgezeichnet werden. Es geht uns dabei um den Blick über den eigenen Tellerrand, und darum, herauszufinden, welche Themen an den Hochschulen aktuell sind und von unseren Nachwuchskräften bearbeitet und diskutiert werden. Die drei Preisträger dieses Jahres stellen sich in dieser Session mit Ihren Arbeiten und Projekten vor.

Recherche in Sozialen Netzwerken: Tiefer graben mit Twitter, Facebook und Co.
Céline Lauer (Humboldt Universität Berlin und freie Journalistin)
Soziale Netzwerke werden meist als private Plauder-Plattformen abgetan und ignoriert. Zu Unrecht, denn Twitter, Facebook und Co. lassen sich ideal als Rechercheinstrumente verwenden. Wie das geht, wird anhand des (nicht-fingierten) Beispiels einer Recherche „Zur Geschichte einer Fahrerflucht“ dargestellt. Das Beispiel dient zur Veranschaulichung der wachsenden Bedeutung (und Chancen!) sozialer Netzwerke für Medienarchivare, Redakteure und Journalisten.

Dokumentationswürdigkeit von Online-Inhalten in der Pressedokumentation
Katja Gleitsmann (Institut für Information und Dokumentation der Fachhochschule Potsdam und Dokumentation SWR)
Eine Untersuchung des Onlineangebots von SPIEGEL ONLINE, ZEIT ONLINE und The Wall Street Journal Deutschland. In der Abschlussarbeit für das IID der FH Potsdam wurde untersucht, inwieweit Onlineartikel für die Pressedokumentation der ARD relevant, also dokumentationswürdig sind. Anlass für diese Untersuchung war, dass innerhalb der PAN-Kooperation (PresseArchivNetzwerk), in der die meisten Pressedokumentationen der ARD zusammenarbeiten, bisher vorwiegend Printausgaben berücksichtigt werden. Wie viele der jeden Tag im Internet zu hunderten erscheinenden Online-Artikel tatsächlich von dokumentarischer Bedeutung sind, war unklar.

Geheimer Krieg – eine Recherchearbeit für das Gemeinschaftsprojekt des Norddeutschen Rundfunks und der Süddeutschen Zeitung.
Antonius Kempmann (ehemals Freie Universität Berlin und freier Rechercheur)
Die Recherchen folgten der Frage, welchen Anteil deutsche Behörden und Einrichtungen alliierter Streitkräfte auf deutschem Boden an derzeitigen Militär- und Geheimdienstoperationen etwa im Irak, Afghanistan und dem Horn von Afrika hatten und haben. Besonders konzentrierte Herr Kempmann sich auf den Einsatz von Kampfdrohnen durch das US-Militär. Mithilfe von öffentlich zugänglichen Datenbanken, in denen der US-amerikanische Staat seine Ausgaben offenlegt, sowie Budgetunterlagen der US-Armee konnte er mithelfen, Infrastruktur zu identifizieren, die essentiell für die amerikanische Drohnenkampagne ist.


Session 3: Königsdisziplin Boulevarddokumentation

Moderation
Constanze Rick

Reich und schön – Wie das Archiv die Boulevardformate füttert
Judith Markert und Mechthild Wübbolt (infoNetwork, Köln)

Wenn Barack Obama bei offenem Mikrofon Geheimnisse ausplaudert, wenn Herzogin Kate der Rock hoch weht, wenn Jennifer Lopez mit absurden Sonderwünschen auffällt … – dann gibt es davon meistens nur wenige Sekunden Video-Material, oft nur ein Foto – und manchmal auch nur eine Textmeldung. Und trotzdem soll daraus ein ganzer Beitrag in einem TV-Magazin werden. Wie also die fehlenden Minuten füllen? Eigentlich ganz einfach – mit Archivmaterial.
Dabei fordert das Genre Boulevard den Dokumentar in ganz besonderem Maße: Komplexe Lizenz- und Persönlichkeitsrechte, äußerst knifflige Rechercheanfragen unter Zeitdruck bei gleichzeitig hohem Anspruch auf Passgenauigkeit fordern eine genau diesen Ansprüchen gerecht werdende Erschließungspraxis. In jeder Hinsicht eine Herausforderung gerade für Profis!

Wir sind Boulevard! Recherche für Bild und B.Z.
Sylvia Hinrichs (Axel Springer Syndication GmbH)
Was hat Alice Schwarzer jemals über Geld bzw. Steuern im Wortlaut gesagt? – Welche großen Fälle hat Christian Wulff am Anfang seiner Karriere gelöst? Hier setzt das Tagesgeschäft der Rechercheure ein, die die Redaktionen mit den notwendigen Hintergrund- informationen zeitnah, kompetent und »rechtssicher« zu versorgen haben. Fact-Checking, Aufbereitung von Rechercheergebnissen in Form von Dossiers, die die Informationsfülle rechtssicher und fachgerecht erschließen, das ist der Job der Dokumentare. Zudem strukturieren sie die Bio-Datenbank unter besonderer Berücksichtigung des Boulevards. – Das ist unsere Profession!

„Das Leben als Skandal“ – Wie Social Media Schlagzeilen generiert
Prof. Dr. Steffen Burkhardt (HAW Hamburg)
Soziale Medien schreiben auch im Boulevardjournalismus Schlagzeilen. Mit Blick auf ihr persönliches Agenda-Setting diktieren Prominente via Twitter den Informationsfluss über ihr vermeintliches Privatleben. Auf Facebook tummeln sich Redakteure, um sich im Glück oder Unglück Verstorbener zu suhlen. Im Youtube-Kanal inszeniert sich die C-Prominenz von morgen. Gayromeo bringt bayerische Landräte schlagzeilenträchtig zum Schwitzen und Blogger liefern routiniert pikante Details aus dem Leben von Präsidenten als Boulevardfutter. Längst produzieren soziale Medien einen öffentlichen Datenstrom aus der persönlichen Lebenswelt, der vom Boulevardjournalismus adaptiert und vor allem durch Skandalisierung kommerzialisiert wird. Quasi als Augenzeugen sollen wir auf dem digitalen Boulevard dabei sein, wenn Redakteure die Twitter-Schlammschlacht frisch getrennter Celebrities aktualisieren, und mit dem Hashtag gebrandmarkte Bar-Konversationen das Land in Aufschrei versetzen. Diese Entwicklung konfrontiert Medienunternehmen mit neuen Herausforderungen für die professionellen Kompetenzen in den Arbeitsfeldern Medieninformation und Mediendokumentation, die in diesem Vortrag erörtert werden.


Panel 1: Fernsehen

Moderation
Mario Müller (ProSiebenSat.1 Produktion, Unterföhring)
Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr wieder zu Gast bei RTL in Köln sind. Wir sind sehr gespannt auf die Präsentation der Kollegen, die uns neben einem historischen Abriss zu der Entwicklung ihres Fachbereichs einen umfassenden Einblick in ihre Organisation geben werden, das Management - produktionsrelevante Inhalte zu bearbeiten und bereitzustellen - und die damit verbundenen Schwierigkeiten, wirtschaftlichen Vorgaben zu folgen und technischen Unzulänglichkeiten umsteuern zu müssen.

Big (Meta)Data Management – Mediendokumentation bei infoNetwork
Olaf Moschner, Robert Zängerle und Brigitte Hommes (infoNetwork, Köln) Florian Kronenberg (CBC, Köln)
Ein Traum ist wahr geworden: Einmal erfasst bleiben alle Metadaten über den gesamten Produktionsprozess erhalten – vom Ingest über das Editing bis zum Playout und ins Archiv. Die Frage „Wer, was, wann, wo und warum?“ wird jeweils nur einmal am Anfang beantwortet. Und auch die Frage „Wem gehört das Material eigentlich?“ beantwortet sich jederzeit und ohne manuelle Verwendungsmeldung oder forensische Spurensuche.
Aber wie funktioniert dieses System? Wo sind seine Stärken, Schwächen und Grenzen? Und was macht es mit (oder: aus) uns, den Mediendokumentaren? Fragen über Fragen zu Daten über Daten. Ein Erlebnisbericht aus dem Jahr eins nach der Einführung des Metadatenmanagement.


Panel 2: Presse

Moderation
Dr. Ute Essegern (Dresdner Druck- und Verlagshaus, Dresden)

Reorganisation und Kooperation bei M. DuMont Schauberg
Michael Weniger (DuMont Content Center, Berlin) und Axel Pult (Der Spiegel, Hamburg)
Nach dem Kauf des Berliner Verlages mit den Tageszeitungen Berliner Zeitung, Berliner Kurier und Hamburger Morgenpost durch die Mediengruppe M. DuMont-Schauberg(MDS) standen auch die vorhandenen Redaktionsarchive und die Dokumentation Berlin  vor der Aufgabe, die  Zusammenarbeit zu optimieren und die Kosten zu reduzieren.
Ausgehend von drei Archivsystemen an vier Standorten bestand die Zielvorgabe für das Projektteam darin, ein standortübergreifendes  Archivsystem für alle Zeitungstitel zu schaffen.  Zu beachten  waren  die unterschiedliche historische Entwicklung und die dokumentarische Heterogenität der jeweiligen digitalen Text- und Bildbestände auf unterschiedlichen technischen Plattformen.
Zunächst wurden mehrere Lösungsansätze erarbeitet; die Redaktionen vertreten durch die Chefredaktionen wurden gleichzeitig  nach ihren Vorstellungen und Wünschen befragt, galt es doch, die Blaupause des Best of… für alle zu erarbeiten und sich daran bei der weiteren Projektentwicklung zu orientieren.
Ein Blick auf die seit 2005 bewährte Partnerschaft und Zusammenarbeit im dokumentarischen  Bereich zwischen SPIEGEL und Axel Springer SE ließ auch einen  Einstieg von MDS in die bestehende Zusammenarbeit dieser beiden Verlagshäuser als einen interessanten Ansatz erscheinen.
An dieser Stelle war  zu prüfen, inwieweit es möglich sein würde, das SPIEGEL-Archivsystem DIGAS, das ursprünglich mit dem Schwerpunkt Text-Archivierung und –Workflow entwickelt worden war zusammen mit dem SPIEGEL   so auszubauen, dass es auch den komplexen Foto-Workflow einer Tageszeitungsproduktion abbilden könnte.
Begleiten Sie die Referenten während des Vortrages in den einzelnen Phasen des Projektes von der Evaluierung, Konzeptionierung bis zur erfolgreichen Umsetzung dieses fachlich und technisch anspruchsvollen Projektes.
Der Vortrag schließt mit einem Blick auf die noch anstehenden Arbeiten nach dem Zieleinlauf im Bereich des Qualitätsmanagements.

Kooperation für die Produktion in zwei Vollredaktionen – Erfahrungen und Perspektiven in einer vielgestaltigen Regionalzeitung
Otto Böhm (Verlag Nürnberger Presse)
Das Pressearchiv Nürnberg entstand vor zehn Jahren aus dem Verbund des größeren Archivs der Nürnberger Nachrichten (NN) mit dem kleineren der Nürnberger Zeitung (NZ). Das Leistungsspektrum (Bild- und Textservice, Eigenbeiträge) ist umfangreicher geworden und hat sich auch inhaltlich den veränderten Abläufen und Zielsetzungen der Redaktionen angepasst. Der Workflow zwischen der Dokumentation und den zwei Vollredaktionen sowie den über zehn Lokalredaktionen wurde stärker verzahnt. Zudem arbeiten wir inzwischen beim Content-Management und auch inhaltlich bei den Angeboten der Online-Redaktion mit und verantworten im Verlag die Wahrnehmung der Leistungsschutzrechte und Vergabe der Nutzungsrechte an Texten, Bildern und Videos. Mit dieser Vielzahl von Aufgaben ist das Pressearchiv für seine beiden Mandanten NN und NZ nach wie vor ein unverzichtbarer Dienstleister.


Panel 3: Foto

Moderation
Jutta Heselmann (WDR, Köln)
Fotos erhalten, finden und nutzen...
Fotoarchive sind Teil des von Innovationen geprägten Produktionsprozesses in Medienbetrieben. Sie müssen den wandelnden Anforderungen gerecht werden, mit möglichst wenig Irritation aber vielleicht iterativ. Fotos haben auch nach der Erfindung von Film und Video nicht an Bedeutung verloren. Im Gegenteil, mit dem Erscheinen des Internets schoss die Nachfrage ungebremst in die Höhe. Die digitale Fotografie überflutet den Bildermarkt. Rundfunkanstalten und Verlage suchen nach Möglichkeiten, sich dort sinnvoll zu bedienen. Sie wollen sich selbst auf dem Markt gut positionieren und ihre analogen Schätze nicht nur sichern, sondern auch digital zugänglich zu machen.

Präsentation historischer Fotobestände bei SZ Photo
Sven Riepe (DIZ München GmbH, München)
These: Noch immer findet der Zugang zu den Bildbeständen von Archiven und Bildagenturen im wesentlichen durch eine Volltextsuche im gesamten Fotobestand statt. SZ Photo setzt nun ein Konzept um, das einen zusätzlichen thematischen Zugang zu Bildthemen schafft. Am Beispiel der Bestände zum Ersten Weltkrieg wird erläutert, wie ein großer Fotobestand zugänglich gemacht und dem Rechercheur ein Mehrwert geboten wird. Einzelne Schritte:

Fazit: Durch technische und dokumentarische Methoden verbessert SZ Photo die Findbarkeit und Recherchierbarkeit seiner Fotobestände in den Bereichen historisch wichtiger Fotosammlungen. Sie bietet damit dem Rechercheur einen wichtigen Mehrwert und schärft das Profil von SZ Photo als Contentanbieter.

Fotos digital nutzen – analog erhalten. Ein Widerspruch?
Hans-Peter Klösges (WDR, Köln)
Der WDR besitzt einen großen, aber qualitativ und zu einzelnen Themen quantativ höchst unterschiedlich ausgeprägten Fotobestand zur Rundfunkgeschichte. Es finden sich Raritäten aus den frühen Fernsehjahren, aber auch Hunderte von Porträts, die bei einem Shooting von einer Hauptdarstellerin angefertigt wurden.
Es gilt, die richtigen und wichtigen Fotos optimal in der digitalen Welt mit dem großen Bildhunger nutzen zu können. Es gilt aber auch, die Fotos der Nachwelt zu erhalten und sie unter konservatorischen Gesichtspunkten optimal aufzubewahren. Einen ganz wichtigen Aspekt  stellen die schriftlichen Informationen zu den Bildern dar, die sich in vielfältigster Form auf Mappen, Hüllen oder den Fotos selbst befinden.
Die Ziele optimale digitale Nutzung, Langzeitsicherung und Wirtschaftlichkeit bilden ein Dreieck. Dargestellt werden erste Ansätze, dieses Spannungsfeld weitgehend aufzulösen.

Zum Sinn einer zentralen Bilddatenbank in einer Rundfunkanstalt
Thomas Schäfer (Deutsche Welle, Bonn)
Vor allem durch die zunehmende IP-basierte Ausspielung von redaktionellen Inhalten wird dem Medium Bild in einer Rundfunkanstalt heute ein hoher Stellenwert zugeschrieben: Man stelle sich nur mal die Online-Angebote ohne Bilder vor. Zur Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten ist eine optimale unternehmensinterne Verwaltung der Bildressourcen unabdingbar. Zum Teil historisch gewachsene Lösungen zur Bildverwaltung für TV-Produktion, Online-Angebot und Archivierung in verschiedenen Abteilungen an verschiedenen Standorten machten es nötig, das Thema Bildverwaltung und Bild-Workflows im Rahmen eines IT-Projekts "zentrale Bilddatenbank" von Grund auf neu zu betrachten und - als Maximalziel - die Realisierung einer zentralen, unternehmensweiten Bilddatenbank bei gleichzeitiger Ablösung aller bestehenden, verteilten Lösungen zur Bildverwaltung anzustreben. Dargestellt werden neben den Projektzielen und dem aktuellen Projektstand die Vorteile und Herausforderungen aus dem bisherigen Projektverlauf.


Panel 4: Erinnerungskultur und Rundfunkarchive

Moderation
Dr. Veit Scheller (ZDF, Mainz)
Wir leben in einer Mediengesellschaft. Dieser Allgemeinplatz wirkt sich auch spürbar auf die Ansprüche und Wünsche der Wissenschaft und Forschung gegenüber den Rundfunkarchiven aus. Der „Run“ auf die audiovisuellen Bestände der Rundfunkanstalten ist ungebrochen bzw. wächst ständig. Eine fundierte Erinnerungskultur ist ohne die Einbeziehung des audiovisuellen Erbes nicht möglich.
Dagegen steht die wellenartig immer wieder thematisierte angebliche Unzugänglichkeit der Rundfunkarchive durch WissenschaftlerInnen und verschiedene Printmedien. Doch entspricht dies der heutigen Wirklichkeit? Welche Möglichkeiten der Nutzung der Rundfunkarchive bestehen? Wo liegen rechtliche, organisatorische oder andere Grenzen des freien Zugangs für alle auf die archivierten AV-Bestände der Rundfunkanstalten? Wo und wie müsste bzw. könnte die Wissenschaft die Archiven unterstützen?
Anhand von drei Bespielen aus drei verschiedenen Ländern werden die positiven Veränderungen der letzten Jahre aufgegriffen und (ev. strittig) diskutiert.

Zugang für Wissenschaft und Forschung zu den Archiven der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und des DRA
Angelika Hörth (DRA)
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland sind sich des kulturellen Wertes der in ihren Archiven bewahrten medialen Überlieferung bewusst und unterstützen die Zwecke von Wissenschaft und Forschung. Die Bedeutung der audio-visuellen Medien als wissenschaftliches Quellenmaterial nimmt zu und zahlreiche Kapitel der Zeitgeschichte können ohne deren Analyse nicht mehr geschrieben werden. Der Vortrag gibt einen Stand über die derzeitigen Überlegungen, den Zugang von Wissenschaft und Forschung zu den Archiven der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) transparent und einheitlich zu gestalten und dadurch die wissenschaftliche Beschäftigung mit der medialen Überlieferung zu fördern.

Der schnelle Weg zum Nutzer – ORF-Archivaußenstelle an der Universität Wien & TVthek-Themenarchiv; ein Überblick mit Videobeispielen
Dr. Kurt Schmutzer und Ruth Stifter-Trummer (ORF, Wien)
Mit der Außenstelle des ORF-Fernseharchivs an der Fachbibliothek für Zeitgeschichte stellt der ORF Studierenden und Lehrenden der Universität Wien seit Mai 2011 die Möglichkeit zur Verfügung, eigenständig in der Archivdatenbank des ORF zu recherchieren. Die Nutzer haben Zugriff auf die Metadaten aller seit 1955 ausgestrahlten und erhaltenen Sendungen des ORF und auf die verfügbaren preview-Videos als Ansichtsmedium. Um die Bestände des ORF-Fernseharchivs der Forschung und Lehre zugänglich zu machen, bedarf es bestimmter organisatorischer und technischer Vorrausetzungen, um legitimes öffentliches Interesse und urheberrechtliche und andere schutzwürdige Interessen vereinbaren zu können. Die gute Akzeptanz der Außenstelle verweist auf einen hohen Mehrwert für die Studierenden und Lehrenden bei ihren Forschungsvorhaben, hat aber auch Folgewirkungen für die Aufgaben des Archivs. Wie viele andere TV-Anstalten bietet auch der ORF ein Mediathek-Angebot an. Zusätzlich zum auf eine Woche beschränkten Zugriff auf aktuelle Sendungen finden sich auf der TVthek anlassbezogene, ständig erweiterte Themenarchive für vertiefende Recherchen. Mit diesem Angebot kommt der ORF dem wachsenden Interesse von Schülern, Lehrenden und Studenten an der Nutzung audiovisueller Inhalte für Unterricht und Studium entgegen.

Chancen und Schwächen der Onlineverfügbarkeit (von audiovisuellen Dokumenten)
Pio Michele Pellizzari (Schweizer Nationalphonothek, Lugano)
Was bei Bibliotheken seit einiger Zeit praktiziert wird, ist für viele Archive vor allem auch audiovisuelle Archive noch ungewohnt, nämlich das aktive Bekanntmachen und die Verbreitung von Archivinhalten. Es reicht heute nicht mehr, den interessierten Benutzern Dokumente zur Verfügung zu stellen, wenn danach gefragt wird. Benutzer, durch elektronische Medien an schnelle Informationen gewöhnt, erwarten immer mehr einen einfachen und sofortigen Zugriff auf unsere Dokumente. Die Digitalisierung eröffnet dafür neue Möglichkeiten, Informationen zu vermitteln und für den Nutzer den Onlinezugang zu Dokumenten zu vereinfachen. Dies (ver)führt manchmal auch zu Angeboten, die eher der Effekthascherei denn einer seriösen Vermittlung dienen. Dabei sollten aber Sicherheit und Qualität gewährleistet sein sowie auch gewisse Rechte berücksichtigt werden, was aber Bedingungen - zum Teil auch Hindernisse - an die Machbarkeit stellt. Die Schweizer Nationalphonothek hat dafür nach neuen Lösungen gesucht und umgesetzt.


Panel 5: Qualifizierung und Berufsbild

Moderation
Prof. Dr. Ingrid Scheffler (FH Köln)

Die Forderungen nach praxisnaher Qualifikation sind in den letzten Jahren zunehmend lauter geworden und in diesem Panel werden verschiedene Möglichkeiten der beruflichen Qualifizierung  im Kontext  von Mediendokumentation vorgestellt.  So gibt es auf der einen Seite erwartungsgemäß Ausbildungswege bei den Sendeanstalten und auf der anderen Seite Möglichkeiten an Fachhochschulen bzw. in Kooperation mit diesen. Die Fachhochschule hat im Vergleich zu den Universitäten traditionsgemäß von jeher den Fokus auf anwendungsorientierte Qualifikationen gelegt. Doch gibt es dazu durchaus auch Fragen, die z.B.  darauf abzielen,  wie weit die Orientierung an Erwartungen aus der Praxis gehen kann oder muss  – oder ob nicht sogar bei zu intensiver Ausrichtung auf konkrete Berufsbilder ein Innovationspotential verschenkt wird.

Geprüfter Fachwirt / Geprüfte Fachwirtin für Medien- und Informationsdienste – Perspektiven für die Berufsbiografie
Rita Höft (FH Köln)
Mit Angeboten vom Zentrum für Bibliotheks- und Informationswissenschaftliche Weiterbildung - ZBIW der FH Köln startete im November 2012 der erste Fachwirt-Lehrgang in NRW. Der berufsbegleitende, dreijährige Lehrgang richtet sich an Beschäftigte in Archiven, Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen, die eine Aufstiegsfortbildung und berufliche Weiterbildung anstreben. Fachrichtungsübergreifend konzipiert, ermöglicht der Lehrgang den Teilnehmenden Einblicke und Kenntnisse der benachbarten Fächer und Disziplinen, berücksichtigt aber in den Wahlpflichtsegmenten und Projekten die spezifischen Belange der Fachrichtungen. Die Weiterbildung zum Fachwirt steht allen Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste mit mindestens einjähriger Berufspraxis, aber auch anderen Arbeitnehmern ab fünfeinhalb Jahren Berufspraxis in Tätigkeitsfeldern der Fachangestellten offen. Sie richtet sich primär an alle, die eine Weiterbildung ohne Hochschulzugangsberechtigung suchen und ihre berufliche Tätigkeit für die Dauer der Qualifizierung nicht aufgeben möchten oder können. Durch einen hohen Anteil an E-Learning-Modulen bietet der Lehrgang eine flexible Einteilung der Lehrinhalte und den Teilnehmenden Freiräume bei der persönlichen Organisation der Qualifizierung. Im Vortrag wird die Weiterbildung vorgestellt und der Frage nachgegangen, ob diese auch für die Beschäftigten der Medienarchive eine berufliche Perspektive bietet.

Das neue Curriculum des IID Potsdam aus Sicht einer ausbildenden Rundfunkanstalt
Gerhard Becker (SWR, Mainz)
Das IID in Potsdam hat alle fünf Module seines Kurses zum Wissenschaftlichen Dokumentar überarbeitet und zum Teil modernisiert. Neue Themen wurden aufgegriffen. Gleichzeitig ist das IID in einen neuen Dialog mit seinen Kunden, den entsendenden Institutionen und Firmen, getreten. Was ist zu erwarten? Ist eine Win-Win-Situation möglich? Der IID-Kurs, für den die Hauptabteilung Information, Dokumentation und Archive (IDA) des Südwestrundfunks und des Saarländischen Rundfunks jeder Jahr sieben oder acht Volontäre anmeldet, ist ein fester Bestandteil der Volontariate zum Dokumentationsredakteur. Initiiert hatte diese Entwicklung 1981 der Südwestfunk Baden-Baden.

Der berufsbegleitende Masterstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft (MALIS) – ein Qualifikationsangebot auch für die Mediendokumentation
Prof. Dr. Achim Oßwald (FH Köln)
Der seit 2009 angebotene berufsbegleitende Masterstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft (MALIS) der FH Köln hat sich als anerkannter Weg etabliert, um Informationsspezialisten für spezialisierte Fachaufgaben und/oder leitende Funktionen in einer wissenschaftlichen bzw. öffentlichen Bibliothek bzw. anderen, privatwirtschaftlich organisierten Informationseinrichtungen zu qualifizieren. In den letzten Jahren wird er verstärkt auch von – z. T. von ihren Arbeitgebern entsandten – Teilnehmern aus dem Bereich der Mediendokumentation und der Medienarchive nachgefragt. Das offene, auf die Arbeitsplatzspezifika der Studierenden eingehende inhaltliche Konzept des MALIS-Studiengangs integriert deren spezifische, methodische und organisatorische Anforderungen aus dem Medienbereich in die Lehrinhalte. Hierzu tragen auch die ausgeprägte Projektorientierung sowie die zukünftig verstärkten Wahlpflichtangebote im Studiengang bei. Der Vortrag stellt konkret vor, wie die spezifische fachliche Perspektive der Mediendokumentation in diesem Masterstudiengang zum Tragen kommt und damit einen international akkreditierten, neuen Qualifizierungsweg im Bereich Mediendokumentation darstellt.


Session 4: Normierung vs. Mining

Moderation
Frank Dürr (WDR, Düsseldorf)
Dokumentare versuchen seit jeher mit Hilfe von normiertem Wortgut Struktur und Wiederfindbarkeit, sprich Ordnung zu schaffen. 2012 wurde auf der Frühjahrstagung die ARD Normdatenbank vorgestellt, die mit einer generalisierten Schnittstelle den crossmedialen dokumentarischen Servicelevel innerhalb der ARD erhöhen soll.
In diesem Jahr wird dieses Thema außerhalb des öffentlich-rechtlichen Umfelds betrachtet. Hoffnung auf Synergien bei einer institutionsübergreifenden Normdatenbehandlung zeigt das gemeinsame Projekt des Deutschen Filminstituts und der Deutschen Nationalbibliothek.
Die aus dem Forschungsumfeld entstandene Sempria GmbH setzt bei der Recherche an und versucht die Chancen tiefer semantischer Suchmaschinen aufzuzeigen.
Jenseits vom dokumentarischen Präkombinieren und Postkoordinieren betrachten sich die Referenten der RTL Mediagroup die Protokolle der Zugriffe auf die archivierten Videofiles und nähern sich auf mathematische Weise dessen, was der User vom Archiv erwartet und wie er darin sucht.

Kooperativ gepflegte Normdaten: Das Kooperationsprojekt IN2N – Institutionenu¨bergreifende Integration von Normdaten
Georg Eckes (DIF, Frankfurt am Main)
Mit der zunehmenden Bedeutung digitaler Publikationen stehen Dokumentationseinrichtungen vor der Herausforderung, digitale Ressourcen unterschiedlicher Medienarten und Dokumentgattungen nicht nur zu archivieren, sondern auch verlässlich zu erschließen und zugänglich zu machen. Dabei ist es unerlässlich, Personen, Körperschaften, Geografika etc. eindeutig referenzieren zu können. Bibliotheken verwenden hierfür Normdaten wie die Gemeinsame Normdatei (GND). Jedoch erweist sich die Nutzung dieser Normdaten durch bibliotheksfremde Einrichtungen, die andere Formate und Regeln bei der Erfassung ihrer Ressourcen einsetzen, häufig noch als schwierig. Die existierenden Kooperationsmodelle zur Verwaltung der Normdaten setzen nach wie vor Formate und Workflows voraus, die so nur von Bibliotheken eingesetzt werden. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Pilotprojekt IN2N – Institutionenübergreifende Integration von Normdaten der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) und des Deutschen Filminstituts – DIF hat zum Ziel, das Normierungsproblem durch die Entwicklung eines Kooperationsmodells für eine domänenübergreifende Nutzung und Pflege von Normdaten Abhilfe zu schaffen. Rund 10 Millionen Datensätze der von der Deutschen Nationalbibliothek betriebenen Gemeinsamen Normdatei für u. a. Personen, Körperschaften und Orte werden in den Bibliotheken des deutschsprachigen Raums übergreifend zur Erschließung genutzt und sind flächendeckend in die Datenbanken der Bibliotheksverbünde integriert. Das vom Deutschen Filminstitut betriebene Internetportal zum deutschen Film Filmportal.de gewährt den Zugang zu filmographischen Informationen, Biographien, Inhaltsangaben, Videos und filmbezogenen Materialien zu gegenwärtig 80.000 Filmen und 180.000 Filmschaffenden.
Wie andere film- und mediendokumentarische Einrichtungen auch verwaltet das DIF dabei Datenbestände, deren systematische Ordnung das Auffinden von Medieninformationen erst ermöglicht. Beschreibungen für Personen, Filme, Körperschaften und Ereignisse werden in strukturierter Form gepflegt, um bei mehrdeutigen Benennungen Objekte eindeutig in Beziehung setzen zu können. Es handelt sich dabei also prinzipiell ebenfalls um Normdaten, die jedoch bislang nur durch das Deutsche Filminstitut genutzt werden und nicht mit der allgemeinen GND verknu¨pft und damit auch nicht u¨ber diese zugänglich sind. In IN2N werden die in Filmportal.de gepflegten Personenangaben mit den entsprechenden Personendaten der GND zusammengeführt und künftig dauerhaft gemeinsam gepflegt, ohne dabei Formatänderungen vornehmen zu müssen. Einfache Lese- und Schreiboperationen, selbsterklärende Datenstrukturen und Mechanismen, die fehlerhafte Eingaben vermeiden, sollen die Nutzbarkeit der ursprünglich bibliothekarischen Normdaten für nichtbibliothekarische Einrichtungen erleichtern. Die Erfahrungen des Pilotprojekts sowie entwickelte Verfahren und Dienste sollen auf weitere Partner wie Mediendokumentationsstellen, Archive und Museen u¨bertragbar sein und so den spartenübergreifenden Einsatz der GND-Normdaten befördern. Der Beitrag gewährt Einblicke in die bisherigen Erfahrungen und Entwicklungen des gegenwärtig noch laufenden Projekts und gibt einen Ausblick darauf, welche Verbesserungen fu¨r die Normdatennutzung durch bibliotheksfremde Institutionen daraus resultieren können. IN2N startete im Dezember 2012 und hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Thesen und Fragen:

Semantische Suche und Stichwortsuche – ein Vergleich von Ansatz und Ergebnissen auf einem deutschsprachigen Dokumentenarchiv (mit Hermann Helbig)
Dr. Sven Hartrumpf (Sempria GmbH, Düsseldorf) und Prof. Dr. Hermann Helbig (FernUniversität, Hagen)
Semantische Suchmaschinen werden immer wieder als der Stichwortsuche überlegen gekennzeichnet. Oft ist jedoch eine behauptete semantische Suche keine echte semantische Suche: Bei vielen Systemen werden nur einfache Thesaurus-Relationen zur Anfrage-Erweiterung eingesetzt, bei neuesten Entwicklungen hingegen besteht der Anspruch, die Bedeutung ganzer Dokumente weitgehend zu verstehen (tiefe semantische Suchmaschinen). Solche tiefen semantischen Suchmaschinen werden kurz im Kontrast zu traditionellen Suchsystemen erklärt. Auf einem Archiv mit freier Lizenz (DRadio Wissensnachrichten) wurde ein Suchmaschinen-Benchmark entwickelt. Folgende Fragen werden im Vortrag beantwortet: Wie entstanden die Nutzer-Anfragen? Wie wurden Treffer annotiert? Wie wurde Reproduzierbarkeit garantiert? Mit diesem Benchmark kann man eine tiefe semantische Suche mit einer beliebigen Standardsuche vergleichen. Damit lassen sich Aussagen zu folgenden Fragen treffen: Inwieweit ist die semantische Suche überlegen? Wo gibt es auf Grund der Nutzererfahrung noch Defizite verglichen mit der Standardsuche? Wie kann man diese durch Nutzerhilfen kompensieren? Welche langfristigen Potentiale hat die tiefe semantische Suche?

„So einfach wie Google“ – wie soll das denn gehen?
Olaf Moschner (infoNetwork, Köln) und Florian Kronenberg (CBC, Köln)
Was soll die künftige Suchmaschine des Medienarchivs bei infoNetwork alles können? Autocomplete, Personalisierung, Ergebnisranking? „Meinten Sie …?“ und „Das könnte Ihnen auch gefallen!“ Was geht überhaupt mit den vorhandenen Datenbeständen und wie? Einige konzeptionelle Überlegungen aus einem laufenden Projekt.


Session 5: Medienarchiv und Rechte

Moderation
Stefanie Frieling (WDR, Köln)
Die Grenzen der digitalen Wertschöpfungskette, das Leistungsschutzrecht für Presseverlage, die Neuregelungen zu verwaisten Werken: Auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Themen. Aber haben sie nicht doch etwas gemeinsam? Manchem geht urheberrechtlicher Schutz nicht weit genug, andere wünschen sich mehr oder weitere Ausnahmetatbestände. 
Die Grenzen urheberrechtlichen Schutzes und der Nutzbarkeit uherrechtlich geschützter Inhalte werden in dieser Session aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Die Grenzen der digitalen Wertschöpfungskette
Markus Kreisel (WDR mediagroup digital, Köln)
Die Grenzen der digitalen Wertschöpfungskette Markus Kreisel (WDR mediagroup digital, Köln) Die digitale Wertschöpfungskette beschreibt den Weg von der Digitalisierung von Content bis zu der Auslieferung an die verschiedensten digitalen Plattformen. Der Vortrag zeigt auf, wie der Prozess technisch abgebildet wird und welche Implikationen die rechtliche Situation der Inhalte hat. Kann die WDR mediagroup mit der "Digitalen Wertschöpfungskette" für den WDR die wichtige Funktion erfüllen, die linearen Reichweiten digital zu verlängern und damit auch Zielgruppen zu erreichen, die mit klassischen Angeboten nicht mehr angesprochen werden?

Leistungsschutzrecht – Was tun mit einem Tiger ohne Zähne?
Martin Borek (Berater für Content Strategien, Hamburg)
Presseerzeugnisse werden von Unternehmen vielfältig genutzt, ohne dass dies von den AGB gedeckt wäre oder die Presse-Verleger Vergütungen erhielten. In der ursprünglichen Planung sollte das Leistungsschutzrecht (LSR) diese Lücke schließen und Presse-Verlegern ein eigenständiges Recht an deren Werken einräumen. Das Ziel war unter anderem eine angemessene Vergütung für verschiedene gewerbliche Nutzungen. Direkt vor Ratifizierung des Gesetzes wurden enttäuschend starke Einschränkungen eingearbeitet und die meisten gewerblichen Nutzungen vergütungsfrei gestellt.Relevante Erlöse rücken dadurch in weite Ferne. In welchen Feldern das LSR dennoch wertvoll für Verlage sein kann, darum geht es in der Präsentation.

Verwaiste Werke – die Neuregelung der §§ 61 ff Urhebergesetz und ihre Anwendung in der Praxis
Eva Jenke-Hachfeld (rbb, Berlin)
Am 1. Januar 2014 traten die neuen gesetzlichen Regelungen zur Nutzung von verwaisten Werken durch öffentliche Institutionen in Kraft. Bibliotheken, Archive und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten können damit Print-, Musik- und Filmwerke, deren Rechteinhaber auch durch eine sorgfältige Suche nicht festgestellt oder ausfindig gemacht werden können, digitalisieren und online verfügbar machen. Mit der Neuregelung wurde die entsprechende EU-Richtlinie über bestimmte zulässige Formen der Nutzung verwaister Werke, in deutsches Recht umgesetzt. Der Vortrag beleuchtet die Neuregelungen, ihren Gegenstand, ihre Voraussetzung sowie die Grenzen ihres Anwendungsbereichs.


Schlussvortrag

Schönes neues Digitalistan – und wo bleibt das Radio?
Dr. Christian Vogg (EBU, Le Grand Saconnex)
Alle reden von der Konvergenz der Medien und sehen die grosse Kernschmelze kommen: Radio, Fernsehen, Internet - alles eins. Denn "Content is King!" und alle Ausspielwege werden bedient, natürlich möglichst medienspezifisch. Kann in dieser schönen neuen Digital-Welt das gute alte Radio überhaupt noch überleben? Tatsache ist: die Radionutzung ist konstant hoch. Radio - also terrestrisch via Rundfunk übertragenes Live-Programm - erreicht weit über 80 Prozent der Bevölkerung, jeden Tag. Und im Schnitt hören Europäer gut drei Stunden Radio, jeden Tag. Die Tschechen sogar rund fünf Stunden. Und Radio machen mittlerweile viele: über 10.000 Kanäle stehen im Netz zur Verfügung. Allerdings: Ist das alles wirklich Radio? Zudem: Radio hat auch Bilder bekommen. Online und DAB/DAB+ machen es möglich. Aber ist das noch Radio? Oder "Fernsehen für Arme"? Vom reinen Hören zum Schau-Hören. Erleben wir vielleicht sogar die Geburt von besserem, da authentischerem Fernsehen - und den Tod des Radios? Die Art und Weise wie wir Medien konsumieren ändert sich rasant. Der Trend lautet: mobil und personalisiert. Wie reagieren Rundfunkanstalten und Programm-Macher darauf? Radio heute, Diagnose und Therapie.

 

Letzte Änderung: 15.04.2014