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Abstracts der Frühjahrstagung 2009


Eröffnungsvortrag

Web & Denken (Arbeitstitel)
Frank Schirrmacher (F.A.Z., Frankfurt am Main)


Block 1: Web & Denken

Moderation
Prof. Dr. Ulrike Spree (HAW Hamburg)

Suche 2.0?
Prof. Dr. Dirk Lewandowski (HAW Hamburg)
Mit neuen Webdiensten gehen auch neue Formen der Suche einher. – Stimmt das wirklich? Oder entwickelt sich die (Web-)Suche unabhängig vom kollaborativen Web? Der Vortrag beleuchtet aktuelle Entwicklungen im Bereich der Suche und gibt einen Ausblick auf die künftige Gestaltung von Suchdiensten.

Semantisches Web am Beispiel der Suchmaschine WeFind
Helmut Hoffer von Ankershoffen (neofonie Technologieentwicklung und Informationsmanagement GmbH, Berlin)


Block 2: Dokumentarische Konzepte fürs Web

Moderation
Klaus Heimann (WDR, Köln)

Vom CMS zum Langzeit-Webarchiv – eine Zwischenbilanz
Dr. Robert Fischer (SWR, Baden-Baden)

Erschließung von Netzressourcen im Archiv - Fragen, Ansätze und Erfahrungen
Angela Ullmann (Deutscherdestag, Berlin)
Die Zuständigkeit für die Archivierung von „Darstellungen in öffentlich zugänglichen Netzen“ ist per Gesetz der Nationalbibliothek zugewiesen. Bis zur praktischen Umsetzung und der Erfassung aller relevanten Quellen wird noch einige Zeit vergehen. Hinzu kommen die potentiell archivwürdigen Angebote in internen Netzen. Die Archivierung von Webangeboten ist somit für viele Institutionen relevant. Neben Fragen der Quellencharakteristik oder der technischen Realisierung ergeben sich dabei Herausforderungen für die Erschließung und Bereitstellung. Eine Kombination archivischer und dokumentarischer Ansätze durch die Zuweisung zu einem Provenienzbestand, der archivischen Stufenverzeichnung, der maschinellen Indexierung und einer in Einzelfällen intellektuellen Erschließung auf Dateiebene dürfte ein erfolgversprechender Weg sein, der in der Praxis schon erprobt wird. Wichtig für die Sicherung der Authentizität und die Langzeiterhaltung sind daneben technische und organisatorische Metadaten bspw. zur Bestandsgeschichte. Einen Zugang zu archivierten Netzressourcen sollte dann zumindest der ursprüngliche Adressatenkreis des Webangebotes erhalten.

CONTENTUS – Konzepte und Technologien zur Aufbereitung und Erschließung von Medienarchiven
Dr. Jan Hannemann (Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main)
In öffentlichen Bibliotheken und Medienarchiven von Rundfunkanstalten lagern riesige Mengen von multimedialen Inhalten. Diese sind aber meist nur schwer zugänglich, so dass Forschungs- und Recherchearbeiten für Medienprodukte wie Dokumentationen und Nachrichtenbeiträge oft nur unter großem Aufwand zu realisieren sind. Nicht nur dass die Medien oftmals inhaltlich schlecht erschlossen sind, was die Recherche erschwert, die zum Teil wertvollen Originale sind zunehmend auch von Materialermüdung oder gar Verfall bedroht. Das Forschungsprojekt CONTENTUS setzt genau hier an. Im Projekt werden neuartige Verfahren entwickelt, um die automatisierte Aufarbeitung und Analyse vorhandener Datenbestände sowie deren Nutzung zu vereinfachen. Ziel ist ein effizienter Workflow von der Digitalisierung der Inhalte bis zu ihrer semantischen Vernetzung und Präsentation im Rahmen eines multimedialen Suchportals. In dem Vortrag wird vorgestellt, wie multimediale Archive so durch neueste Technologien der Informationsverarbeitung profitieren können. Einen Imagefilm mit weiteren Informationen zum Projekt CONTENTUS gibt es unter: http://tinyurl.com/imagefilm


Block 3: fg7-Mitgliederversammlung (offen für alle)

Moderation
Hans-Gerhard Stülb (Vorsitzender der fg7)

Vergangenheit verstehen, Gegenwart gestalten, Utopie wagen - Reflexionen über den Standort der Medienarchivare im VdA
Dr. Heiner Schmitt (VdA, Ingelheim)


Block 4: Publikation von Archivinhalten

Moderation
Franz-Josef Gasterich (F.A.Z., Frankfurt am Main)

SPIEGEL WISSEN: das SPIEGEL-Archiv kostenfrei im Internet – ein Erfahrungsbericht
Dr. Hauke Janssen (Spiegel, Hamburg)

Verkauf von Nutzungsrechten und Umgang mit Content-Piraten
Olivera Kipcic (F.A.Z., Frankfurt am Main)
Seit einigen Jahren vermarktet das F.A.Z.-Archiv Rechte zur Nutzung von Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der F.A.Z. Sonntagszeitung in Intranet, auf Webseiten, in Newslettern und elektronischen Pressearchiven. Dazu gehört auch die Lieferung der entsprechenden Daten. Diese Content Syndikation wurde damit zu einem wichtigen Bereich der Archivvermarktung. Die illegale Vervielfältigung und Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material ist ein Thema, das im Rahmen der Rechtevermarktung zwangsläufig ins Blickfeld gerät. Die Musikindustrie umtreibt dieses Phänomen seit Jahren. Mittlerweile sind auch Verlage von den Folgen der Content-Piraterie betroffen. Neben Hörbüchern, E-Books, eingescannten Buchwerken werden vielfach auch Presseartikel im World WideWeb oder in anderen Publikationsformen ungenehmigt vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht. Für das F.A.Z.-Archiv gehört zu einer erfolgreichen Vermarktung von Nutzungsrechten an F.A.Z.-Inhalten auch eine konsequente Wahrung dieser Rechte. Die Referentin stellt am Beispiel des eigenen Hauses vor, wie Nutzungsrechte vermarktet werden und welches Vorgehen man bei Verstößen gegen das Urheberrecht wählt.

Kindle 2 – Neue Wachstumschancen für Verlage. Publishing zwischen eBook und ePaper
Anne Stirnweis (Amazon.de GmbH)
Kindle ist Amazons tragbares, elektronisches Lesegerät, das Amazon.com Kunden in den USA den direkten kabellosen Download von über 240.000 (Stand: März 2009) elektronischen Büchern im Kindle-Format, Zeitungen und Zeitschriften sowie Blogs ermöglicht. Mit dem Launch von Kindle 2 wird dieses Angebot weiter ausgebaut.
Der Vortrag zeigt, welche Möglichkeiten der Kindle Verlagen bietet und wie Verlage ihren Content für den Kindle bereitstellen können.


Block 5: Medienarchiv & Ökonomie

Moderation
Frank Dürr (rbb, Berlin)

Controlling in Archiven mit Kennzahlen und Management-Tools
Dr. Burkhard Nolte (Sächsisches Staatsarchiv, Dresden)
Archive sind heute mit einer Vielzahl voneinander abhängiger und sich dynamisch entwi-ckelnder Ansprüche externer und interner Anspruchsgruppen konfrontiert. Zum einen sind Archive gehalten, bei der Leistungserstellung den Kundenbedürfnissen möglichst umfassend zu entsprechen, zum anderen müssen sie ihre knappen Ressourcen wirtschaftlich einsetzen. Das Handeln der Archive muss daher auf einen möglichst hohen Zielerreichungsgrad bei der Leistungserstellung und bei der Wirtschaftlichkeit gerichtet sein. Diese zielgerichtete Steue-rung erfordert die Ermittlung des Ist-Zustandes im Rahmen eines Controlling- und Berichts-systems. Ausgehend von einem kurzen Überblick über Ziele und Aufgaben des Controlling wird der Blick auf die Identifizierung und Analyse geeigneter Instrumente gerichtet. Dazu zählen Kennzahlen und Kennzahlensysteme sowie die Prozesskostenrechnung. Anschließend geht es um die Beschreibung der Prozessstrukturen der archivischen Leistungsprozesse Über-lieferungsbildung und Erschließung, bevor als zentrales Instrument einer Controlling-Konzeption in Archiven kurz auf die Gestaltung einer Balanced Scorecard eingegangen wird.

Wie Kennzahlen die Steuerung von Archiven unterstützen können
Martin Borek (Gruner + Jahr, Hamburg)
Entscheidend für den Erfolg eines Archivs ist dessen Leistung im Vergleich zu alternativen Informationsquellen – letztlich also die erzielte Kundenzufriedenheit: Wie relevant sind die gelieferten Informationen, wie sicher ist die Faktenlage, wie schnell und bequem sind gesuchte Informationen verfügbar Als mittelfristiger Erfolgsfaktor hat die Kostensteuerung an Bedeutung gewonnen: Was kostet das Archiv, mit welcher Entwicklung über die Jahre, wird das Archiv vergleichsweise effizient betrieben? Fragen, die auf Basis von Zahlen des klassischen Rechnungswesens beantwortet werden können. Die Funktion von Kennzahlen ist es nun, wesentliche Daten des Rechnungswesens und solche aus dem Arbeitsprozess so zu verdichten, dass sie die Ausprägung wesentlicher Leistungen des Archivbetriebs zeigen. Richtig gewählt, vereinfachen Kennzahlen dadurch die Steuerung des Archivs, indem sie Veränderungen und möglichen Handlungsbedarf direkt sichtbar machen und auch den Vergleich mit anderen Archiven unterstützen. Die Präsentation erläutert anhand von Beispielen, wie Kennzahlen konstruiert und erhoben werden können. Nutzen und Grenzen werden diskutiert.

Können Archive rechnen? ILV und Kennzahlen in der Praxis
Jutta Heselmann (WDR Köln)
Wie füllen wir unser Sparschwein, ohne unsere Kunden in die Schuldenfalle zu treiben? Das Aufgabenspektrum der Archive ist sehr komplex geworden und lässt sich nur dann sinnvoll realisieren, wenn auch Klarheit über Ziele, Aufwand, Kosten und Leistungen besteht. Controlling als Mittel eines Qualitätsmanagements wird immer wichtiger. Auf Grund der Erfahrungen im WDR werden interne Leistungsverrechnung und der Einsatz von Kennzahlen auf ihre Eignung für ein D+A-Controlling untersucht.


Workshop 1: Rundfunk

Moderation
Axel Bundenthal (ZDF, Mainz)
    “Rundfunkproduktionen sind öffentliches Kulturgut: Eine Einbindung der Rundfunkarchive in die deutschen und europäischen Kulturportale ist erforderlich.“
versus
„Rundfunkarchive sind ‚Programm-Supporter’ und nicht ausgestattet, um offensiv die eigenen Bestände zu öffnen.“
Podiumsdiskussion mit Claudia Dillmann (Deutsches Filminstitut e.V., Frankfurt/Main) und Frank Dürr (rbb, Berlin)
In der öffentlichen Wahrnehmung und in den Fachdiskussionen werden mittlerweile nicht mehr nur Bauwerke oder Museen, Archive und Bibliotheken mit ihren Beständen an Gemälden, Skulpturen, historischen Sammlungen sowie den textlichen Überlieferungen als kulturelles Erbe angesehen, sondern darüber hinaus sind für die heutigen Erwachsenen die Bestände in den Archiven der Rundfunkanstalten ebenfalls kulturelle Güter: audiovisuelles Kulturgut. Als Kinder mit Tagesschau und heute-Nachrichten, mit Sandmännchen, Löwenzahn, Meister Nadelöhr und der Sendung mit der Maus sowie zahlreichen Wissenschafts- und Geschichtssendungen aufgewachsen, wurde und wird unsere Erinnerung und unser Denken von Rundfunk und Fernsehen stark geprägt. Die Staaten in Europa gehen bei der Sicherung dieses Kulturguts und auch bezüglich der Öffnung für eine breite Öffentlichkeit unterschiedliche Wege. Im Rahmen eines Podiumgesprächs (auch mit Publikumsfragen) sollen die unterschiedlichen Positionen exemplarisch dargelegt, die möglichen Modelle angesprochen sowie die Probleme und Chancen einer öffentlichen Nutzung des in den Rundfunkarchiven vorgehalten audiovisuellen Erbes - als Public Value - für Forschung und Lehre bis hin zum direkten privaten Gebrauch diskutiert werden. Dabei soll auch die Frage thematisiert werden, welche Voraussetzungen durch die Politik und die Medienunternehmen für eine effektive Nutzung der audiovisuellen Überlieferung zu schaffen wären.


Workshop 2: Presse

Moderation
Hans-Peter Trötscher (F.A.Z., Frankfurt am Main)

Archiv und Web-Seite der Börsen-Zeitung
Công Bùi (Börsen-Zeitung, Frankfurt)
Bei der Erstellung der Börsen-Zeitung und ihrer Online-Produkte ist das Archiv ein wichtiger Faktor. Exakte manuelle Indexierung ist eine wichtige Voraussetzung für neue, intelligent verknüpfte, individualisierbare, themenspezifische und/oder auf Kundenbedürfnisse zugeschnittene, mehrwerthaltige Produktangebote. Das gilt zunehmend insbesondere für Online-Produkte. Die enge Verzahnung der Bereiche Archiv und Online bei der Börsen-Zeitung ermöglicht dann auch bis zu einem bestimmten Grad die Automatisierung von Abläufen bei der Umsetzung neuer Produktideen. So verbindet die Webseite der Börsen-Zeitung das Print-Produkt, Wertpapier-Informationen des Verlags sowie zusätzliche Online-Angebote des Anlegerportals boersen-zeitung.de auf intelligente und Nutzwert bringende Weise.

Die semiautomatische Indexierung von Zeitungsartikeln für die Pressedatenbank Sphinx - eine Live-Präsentation
Carmen Lingelbach-Hupfauer (ZDF, Mainz) und Hartwig Laute (Recommind, Bonn)
Automatische Kategorisierung von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln ist ein im dokumentarischen Umfeld immer wieder kontrovers diskutiertes Thema. Für die Anwendung von Software zur automatischen Kategorisierung sind letztendlich 2 Dinge entscheidend: Qualität der Verschlagwortung mit dem automatisierten System, Unterstützung der Arbeitsprozesse und Benutzerfreundlichkeit. Das ZDF arbeitet im Bereich des Pressearchivs mit einer statistisch basierten Kategorisierungssoftware, die für die DokumentarInnen Indexierungsvorschläge erarbeitet. Das im ZDF eingesetzte semiautomatische Verfahren unterliegt einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess; das Ergebnis dieses Prozesses ist ein System, das in Bezug auf Benutzbarkeit und Unterstützung des täglichen Dokumentationsworkflows eine maßgeschneiderte Lösung für das ZDF darstellt. Die Demonstration des stark durch das ZDF geprägten Arbeitsflusses bei der Kategorisierung liefert einen Beleg dafür, dass die computergestützte Indexierung die Effizienz bei der dokumentarischen Arbeit steigern und die Indexierungskonsistenz erhöhen kann.

Das elektronische Archiv der F.A.Z. als integrierte Wissensbasis - Bestände, semi-automatisches Indexing und Recherche
Dr. Jochen Ganzmann und Gaby Zuncke (F.A.Z., Frankfurt am Main)
Das Elektronische Archiv der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vereint unter einer Suchoberfläche ein breites Spektrum von Wissensbeständen, die so als integrierte Wissensbasis Redaktion und Archiv für ihre Recherchen zur Verfügung stehen. Herausragenden Anteil an der Integration der Bestände hat neben der Suchoberfläche die in allen Quellen und Datenbanken des Elektronischen Archivs einheitliche Verschlagwortung. Diese kann durch semi-automatische Verfahren mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit bereits am Morgen des Erscheinungstags für gezielte Recherchen und die Vermarktung genutzt werden.


Workshop 3: Bild

Moderation
Jutta Heselmann (WDR, Köln) in Vertretung von Dr. Ute Essegern (Dresdner Druck- und Verlagshaus)
Neuland betreten - dieses Motto zieht sich durch den Workshop Bild.
Neue digitale Möglichkeiten stehen im Mittelpunkt des ersten Vortrages von Thomas Reuter (Sächsisches Landesamt für Archäologie). Nicht mehr Zwei-, sondern Dreidimensionalität heißt die Zukunft bei der bildlichen Funddokumentation. Das Sächsische Landesamt hat dabei Neuland betreten und eine Vorreiterrolle übernommen.
Der zweite Vortragsblock widmet sich dem Umgang mit der zunehmenden digitalen Bilderflut in der täglichen Pressearbeit. Dies erfordert neue Denkansätze sowohl in der Fotorecherche, als auch bei der Bildarchivierung. Zugleich muss natürlich mit den vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen gehaushaltet werden. Michael Weniger (Berliner Verlag) betrachtet diese Fragestellung aus der Recherchesicht eines Bildredakteurs, Rita Funk und Kai-Uwe Werner (dpa) aus der Sicht der Bilddokumentation.

Informationen aus virtuellen Welten – 3D-Laserscanning und Funddokumentation am Landesamt für Archäologie, Dresden
Thomas Reuter (Landesamt für Archäologie Dresden)
Jedes Jahr werden in Sachsen rund 750.000 Objekte bei archäologischen Ausgrabungen geborgen. Grundlage der Funddokumentation sind die klassischen Produkte der 2D-Dokumentation. Jedoch ist das manuelle Zeichnen archäologischer Fundobjekte sehr arbeits- und zeitaufwendig. Auf Grund der subjektiven Wahrnehmung sowie unterschiedliche Fähigkeiten und Stile der Zeichner sind die Ergebnisse inhomogen und dadurch schwer vergleichbar. Außerdem ist die Zeichnung immer mit einem Informationsverlust verbunden. Um den Informationsgehalt zu optimieren und zudem die große Anzahl an Fundobjekten zu bewältigen, werden die Funde mit einem 3D-Laserscanner digitalisiert. Es wird eine „doppelte Realität“ erschaffen, in der das Original mit optimalem Informationsgehalt in einer Datei erfasst ist und nun für jedermann über Publikationen und Internet verfügbar gemacht werden kann. Der Vortrag stellt die technischen Schritte auf dem Weg vom Original in die virtuelle Welt vor und zeigt an ausgewählten Beispielen die Möglichkeiten des Informationsgewinns aus 3D-Modellen archäologischer Fundobjekte.

Bildersturm – Intelligente Bildrecherche im Überangebot visueller Möglichkeiten
Michael Weniger (Berliner Zeitung)
Ohne Bildmaterial kann selbst die aktuellste Nachricht oder der interessanteste Artikel unausgewogen erscheinen, häufig benötigt der Leser Bilder um komplexe Themen besser verstehen zu können. Ein Bild lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers, hilft ihm, sich besser
in die Ereignisse hineinzuversetzen.
Das Bild bringt auf den Punkt, was in Worten nur schwer zu fassen ist. Ein Bild sagt auch in Print- und Onlinemedien oft mehr als lange Artikel. Online erzählen Fotostrecken ihre Geschichten. Bilder bestimmen also auf eindringliche Weise die Sicht auf die Welt. 
Bilder sorgen auch dafür, dass das berichtete Geschehen länger im Gedächtnis bleibt.
Der Vortrag reflektiert die Notwendigkeit der inhaltlichen Erschließung und inhaltsbeschreibenden Verschlagwortung mit Hilfe von festgelegten Stich- oder Schlagwörtern und die Benennung bildtypologischer Merkmale aus der Sicht der Bilddokumentare.
Zu den Hauptaufgaben von Bildredakteuren, die zu dem  Kundenstamm der Bilddokumentare zählen, gehört die Bildbeschaffung. Hierbei bieten sich durch der Vielzahl der Bildanbieter und die Vielfalt der Bilddatenbanken zahlreiche Wege und Möglichkeiten zu einer erfolgreichen Bildrecherche. Gleichzeitig findet sich hier der Schnittpunkt von Erschließung und Recherche.
Der Vortrag kontrastiert an dieser Stelle das tatsächliche Rechercheverhalten einer  Bildredaktion mit dem dokumentarischen Konzept der inhaltlichen Bilderschließung und versucht eine erste Empfehlung.

Moderner Bildvertrieb: Nicht alle Bilder überleben –
Die Unterschiede der Kurzzeit- und Langzeitdokumentation

Tanja Göbl in Vertretung von Kai-Uwe Wärner und Rita Funk (dpa Picture-Alliance, Frankfurt am Main)
Die ständig steigenden Bildmengen erfordern eine auf die unterschiedlichsten Kundenkreise bezogene differenzierte Bearbeitung von Bildinhalten für die Kurzzeit- und die Langzeitdokumentation. Für die aktuell arbeitenden Kunden - wie online-Redaktionen - werden Themen mit einem einheitlichen Stichwortpaket versehen schnellstmöglich recherchierbar gemacht. Bilder mit Inhalten von bleibendem Wert werden dokumentarisch differenziert aufbereitet. Diese kundenorientierten dokumentarischen Vertriebsinstrumente, deren Gemeinsamkeiten sowie deren Unterschiede werden beschrieben und an Beispielen erläutert.


Workshop 4: Bankinformation

Moderation
Gregor Beinrucker (DZ Bank, Frankfurt am Main)
Begrüßung
Gregor Beinrucker (Infocenter/Bibliothek der DZ Bank, Frankfurt am Main)
Vorstellung der DZ BANK und des FinanzVerbundes
Dr. Hans Jäckel (DZ Bank AG, Frankfurt am Main)
Struktur und Aufgaben von Infocenter/Bibliothek der DZ BANK
Gregor Beinrucker (DZ Bank AG, Frankfurt am Main)
Die DZ BANK AG, Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, ist Teil des genossenschaftlichen FinanzVerbundes und fungiert als Zentralinstitut für rund 1.000 Volksbanken und Raiffeisenbanken und als Geschäftsbank mit zunehmend internationaler, insbesondere europäischer Ausrichtung.
Infocenter/Bibliothek ist als innerbetriebliche Informationsvermittlungsstelle (IVS) für die zentrale Literatur- und Informationsversorgung der knapp 4.000 Mitarbeiter/innen der Bank zuständig. Zum Aufgabenumfang gehören die klassischen Bibliotheksdienste, die Bereitstellung eines bankweiten Informationsportals, die Erbringung von Recherche-Dienstleistungen, das Vertragsmanagement und die Bereitstellung personalisierter elektronischer Informationsdienste sowie die Informationsberatung und –schulung.
Im Rahmen des Workshops „Bankinformation“ werden die DZ BANK und Aufgaben, Dienstleistungen und Struktur der IVS vorgestellt; abschließend besteht Gelegenheit die Bibliothek und/oder das ART Foyer zu besuchen.


Block 6: Dokumentation für Wissensformate

Moderation
Norbert Hackbusch (Gruner + Jahr, Hamburg)
Die Universität Dortmund hat es nachgewiesen: Der Wissenschaftsjournalismus boomt. Es geht sehr viel um medizinische Themen, aber zunehmend auch um Unweltthemen. Die Nachfrage ist hoch und das Angebot an wissenschaftlichen Publikationen auch. Aber wie kommunizieren diese miteinander? Max Planck stellte fest, dass die Wissenschaft »Außenstehenden immer unverständlich bleiben« wird. Große Ansprüche an Dokumentare und Journalisten bei Wissensformaten und eine große Aufgabe für das Podium.

Dokumentation und Verifikation von Artikeln in der GEO-Redaktion
Mathias Unger (Geo, Hamburg)

Basisrecherchen in der digitalen Archivwelt – ein Praxisbericht
Thomas Hallet (WDR, Köln)
Die Recherchehilfen für die journalistische Arbeit in den Fernsehredaktionen des WDR sind in den letzten Jahren wesentlich komfortabler und schneller geworden. Sie sind multimedial und von den Standardarbeitsplätzen bequem erreichbar. Welche Recherchewege sind das und wie funktionieren sie? Was hat sich in der Weiterentwicklung früherer Systeme verändert und was bedeutet das für die Qualität der Recherchen? Der Vortrag gibt einen durchaus subjektiven Einblick in die Praxis.

Wissenschaft trifft Wirklichkeit (Vortrag fällt leider aus)
Gerd Glaser (Welt der Wunder GmbH, München)
Welt der Wunder ist ein Klassiker unter den Wissensmagazinen im Deutschen Fernsehen. Schon seit zwölf Jahren informiert und unterhält WdW zur besten Sendezeit die Zuschauer; erst bei ProSieben, seit 2005 Sonntags um 19.00 Uhr bei RTL 2. Der WdW-Zuschauer ist die Bildstärke und die Vermittlung von Faszination und Wissen gewohnt.Kaum ein großes Thema aus Natur, Kosmos, Physik, Geschichte oder Tierwelt, das nicht in Welt der Wunder angefasst wurde. Kennzeichnend hierfür: Die klassische Umsetzung weicht häufig dem symbolhaft inszenierten Bild. Das Welt der Wunder-Studio und die hauseigene Grafik bieten viele Möglichkeiten mit Illustrationen, Objekten und virtuellen Elementen zu arbeiten. Daneben steht ein Archiv zur Verfügung, das unerschöpfliches Bildmaterial beherbergt. Wir haben Zugriff auf BBC Horizon, andere nationale und internationale Wissensdienste. In letzter Zeit hat sich WdW verändert. Auch Wissensmagazine unterliegen einem Druck, in der Ausrichtung einen neuen Weg einzuschlagen. Dabei bleiben die klassischen Welt der Wunder- Themen unberührt, aber innerhalb der Sendung wird versucht, sich stärker meinungsbildend einzubringen. Hierbei soll Wissenschaft sich deutlicher mit den Problemen der Menschen vernetzen und versuchen Erklärungen zu finden. Themen wie Drogen, Alkohol, Gewalt und Kindesmissbrauch wurden in jüngerer Vergangenheit umgesetzt und mit großem Erfolg von unseren Zuschauern angenommen. Dieser Weg soll kontinuierlich fortgesetzt werden. Darum geht es in diesem Vortrag: Wie kann die Wissenschaft im Alltag nutzbar gemacht werden. Wie können wir alle von mehr Wissen profitieren. Wie kann man Wissen auch für den Alltag vermitteln, ohne dabei profan zu werden. Auch eine unterhaltende Rahmenhandlung kann dazu beitragen, Zuschauer noch stärker für Wissensmagazine zu begeistern. Darum geht es: Wissen soll auch in Zukunft im Fernsehen begeister, auch jüngere Zuschauer ansprechen, so dass nicht nur »billige Unterhaltungsformate« den Ruf des Privatfernsehens prägen.


Block 7: Berufsbild und Ausbildung

Moderation
Prof. Dr. Ralph Schmidt M.A. (HAW Hamburg)
Dokumentation war gestern. Berufsbilder des Medien- und Informationsmanagements definieren sich heute nicht mehr über das klassische Tätigkeitsspektrum des Sammelns, Aufbereitens, Verwaltens und Bereitstellens von Informationen; die neuen Berufsfelder von Medien- und Informationsexperten setzen sich zusammen aus Informationsorganisation und logistik, aus dem Management externer Informations-Ressourcen sowie der Steuerung, Kontrolle und dem Handel von und mit medienaffinen Daten und Information. Diese Veränderungen in der Berufswelt verlangen nach innovativen Ansätzen in der akademischen Ausbildung von Informationsspezialisten. Das Konzept der Dokumentation gilt dabei nicht mehr als Leitbild für Informationsarbeit. Die Fachsitzung »Berufsbild und Ausbildung« thematisiert die derzeitige Situation, die Entwicklung und die Perspektive der Informationsausbildung an deutschen Hochschulen, präsentiert innovative Qualifikationsprofile und macht mit den neuen Arbeits- und Kompetenzfeldern von Medien-Informationsexperten bekannt. Dabei kommen auch die organisatorischen und didaktischen Strategien und Maßnahmen zur Sprache, mit denen die Hochschule auf Veränderungen in der Berufswelt und auf die zunehmende Präsenz von Alternativ- und Konkurrenzangeboten im Ausbildungssektor reagiert. Im ersten Beitrag werden Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie der HAW Hamburg zur Prospektion neuer Tätigkeitsfelder im Arbeitsmarkt Medien und Information vorgestellt. Eine Befragung von Alumni des Hamburger Informationsstudiengangs sowie Interviews mit Experten zeigt, dass sich Berufsbilder und Arbeitsinhalte von Medien- und Informationsspezialisten im letzten Jahrzehnt grundlegend gewandelt haben und dass damit auch Anforderungen an die in der Ausbildung vermittelten Fähigkeiten und Kompetenzen von MuI-Spezialisten deutlich verändert haben. Der zweite Beitrag konzentriert sich auf die Frage, was in diesem Kontext von der neuen in Bachelor- und Masterabschlüsse unterteilte Ausbildungsstruktur der bundesdeutschen und österreichischen Hochschulen zu erwarten ist, während sich der dritte Beitrag am Beispiel der Düsseldorfer Informationswissenschaft auf die neuen Anforderungen konzentriert, mit denen es eine akademische Ausbildung zum Content Manager in Medienunternehmen zu tun hat.

Schnittstellenmarkt Medien & Information - eine Trendanalyse zu neuen Arbeitsfeldern und Berufsbildern
Henriette Schrader (HAW Hamburg)
Wie arbeiten die Medien- und Informationsspezialisten der Zukunft? Welchen neuen Anforderungen müssen sie sich stellen? Der Arbeitsmarkt Medien und Information unterliegt einem stetigen Wandel und die herkömmlichen Einsatzfelder von Mediendokumentaren verlieren zusehens an Bedeutung, da sich aufgrund technologischer Entwicklungen neue Aufgabengebiete und Tätigkeitsbereiche entwickelt haben. Viele der jüngeren Medien und Informationsspezialisten arbeiten heute als Informationsorganisatoren und Schnittstellenexperten im Presse- und Verlagswesen, in der Internetbranche, im Consulting, in PR- und Werbeagenturen sowie bei Rundfunk oder Film. Aber auch in medienferneren Unternehmen sind Medien- und Informationsfachleute mehr und mehr gefragt. An ausgewählten Berufswegen Hamburger Informationsabsolventen werden beispielhaft neue Arbeitgeber und Arbeitsinhalte im Arbeitsmarkt Medien und Information vorgestellt sowie die sich wandelnden Erwartungen an die Fähigkeiten und Kompetenzen von M&I-Spezialisten skizziert. Aufgrund der strukturellen und technologischen Veränderungen in dem Arbeitsmarkt bedarf es einer besonderen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit um sich dort zu behaupten. Deshalb müssen auch in der Ausbildung von Medien und Informationsspezialisten die neuen Anforderungen im Lehrplan berücksichtigt werden.

Informationswissenschaft und Medien – Ausbildung für »Content Services« im Medienbereich
Sonja Gust von Loh (Univ. Düsseldorf)
Mit dem Einzug EDV-gestützter und vernetzter Produktionssysteme in die Fernsehproduktion hat die IT inzwischen die gesamte Medienproduktion – ob Print, Audio oder Video – erfasst. Die damit einhergehende Integration und Beschleunigung der Produktionsprozesse hat dabei auch die Berufsbilder der Beteiligten, sowohl im journalistisch-redaktionellen Bereich als auch in den IuD-Abteilungen, nachhaltig verändert. Mit der Vervielfältigung von Verbreitungswegen und -plattformen wächst die Bedeutung der Archive als Content-Lieferanten. Gleichzeitig entsteht die Notwendigkeit, die stetig wachsende Materialfülle am Beginn des Produktionsprozesses professionell zu strukturieren und zu erschließen, damit eine effiziente Produktion überhaupt möglich wird. Dabei werden für unterschiedlich relevante Dokumente verschiedene Methoden der Wissensrepräsentation eingesetzt, die von folksonomy-basiertem Tagging bis hin zum Einsatz kontrollierten Vokabulars reichen. Einher geht eine Neu-Profilierung des Berufsbildes, das von Seiten der universitären Ausbildung viele Impulse bekommen kann. Ausgehend von ersten Erfahrungen der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Medienunternehmen werden die beiden Referentinnen den derzeitigen Stand der Reflexion darstellen. Dabei soll in einem ersten, eher theoretisch-didaktischen Teil (Sonja Gust von Loh) ein kurzer Überblick über die derzeitige universitäre Landschaft im Bereich der Informationswissenschaft in Deutschland und Österreich gegeben werden, nicht ohne Sinn und Zweck der sich nun allseits etablierenden neuen gestuften Studiengänge (Bachelor und Master) zu hinterfragen. Ausgehend vom derzeitigen Curriculum im Master-Studiengang »Informationswissenschaft und Sprachtechnologie« an der Universität Düsseldorf soll im zweiten Teil ein Ausblick (Gundula Hornig) geleistet werden auf mögliche Entwicklungen innerhalb der universitären Ausbildung, die dem „Anforderungskatalog“ für Content Manager in Medienunternehmen deutlicher Rechnung tragen. Anregungen aus dem Publikum sind willkommen!


Block 8: Vernetzung von Produktion und Archiv

Moderation
Dr. Michael Crone (Hessischer Rundfunk Frankfurt am Main)
Medienarchive befanden sich lange Jahre am Ende des Produktionsprozesses. Erst wenn ein Beitrag gesendet oder gedruckt worden war, kamen die Archive als Ablageort ins Spiel. Die Entwicklung leistungsfähiger Archiv-Datenbanken und vor allem die Digitalisierung haben diese klassische Trennung weitgehend aufgehoben. Archive können sehr früh in Planungs-und Produktionsprozesse einbezogen, sie können integrativer Bestandteil der digitalen Abläufe in den Häusern werden. Skeptiker warnen von einer zu engen Verzahnung von Produktion und Archiv, weil sie eine Vereinnahmung der Archive befürchten. Lothar Basche und Geribert Jacob plädieren hingegen nachdrücklich für eine engere Vernetzung von Produktion und Archiv, fordern offensivere, kreativere Strategien der Archive, um in digitalen Produktionsprozessen Chancen und Möglichkeiten der Archive wahrzunehmen.

Das digitale Archiv als integraler Bestandteil der bandlosen Fernsehproduktion
Lothar Basche (Hessischer Rundfunk Frankfurt am Main)
Der Hessische Rundfunk hat 2008 das digitale Videoarchiv in Betrieb genommen. Das HiRes-Material und zwei daraus erzeugte LoRes-Formate sind unter der Oberfläche von FESAD, der federführend durch den hr entwickelten Fernseharchiv-DB, zugreifbar. Dies war nur ein erster Schritt in Richtung einer integrierten bandlosen Fernsehproduktion. Das Archiv bleibt kein in sich geschlossenes System, sondern wird mittels geeigneter Schnittstellen (Stichwort „SOA“ - Service-oriented Architecture) über eine in Entwicklung befindliche „Middleware“ mit weiteren digitalen Systemen in der Fernsehproduktion direkt kommunizieren. Als nächstes ist die bidirektionale Anbindung des Archivs an die digitale Sendeabwicklung, an den ARD-weiten Videofiletransfer (Programmaustausch),später auch an den Schnitt geplant. Ein separater Produktionsarchivspeicher ist nicht vorgesehen. Das digitale Videoarchiv soll auch Basis eines hausweiten Ingestsystems für bandlose Camcorder sein (Rohmaterialspeicher). Hierzu sind neben den technischen Aspekten insbesondere Fragen wie Qualitätssicherung und Zugriffsberechtigungen essentiell.

Paradigmenwechsel: vom Medienarchiv zum Media Asset Management
Prof. Dr. Geribert Jakob (h_da Hochschule Darmstadt - Fachbereich Media)
Ein Medienarchiv als "letzter Aufbewahrungscontainer" widerspricht sowohl dem wirtschaftlichen als auch redaktionellen Wert der enthaltenen Items. Bei Sendern und Verlagen scheut man vermutlich nicht ohne Grund eine Bewertung der Bestände - käme doch heraus, dass sie ein Vielfaches des Substanzwertes kosten. Die Mediendokumentation kann ihre eigentliche Rolle als wichtiger redaktioneller und informatorischer Rohstofflieferung zum Nutzen von Sendern und Verlagen, aber auch der Rezipienten, nur dann wirkungsvoll wahrnehmen, wenn sie auch wieder Herr des Rechtemanagements an den Medieninformationsobjekten wird. Dazu ist ein Paradigmenwechsel nötig - das Medienarchiv vergangener Prägung hat ausgedient, in den Köpfen muss sich die Idee des Media Asset Managements (MAM) festsetzten. Der ORF, als ein "Leuchtturmbeispiel", zeigt deutlich, mit welchem hohen Nutzen die Neuverteilung von Kompetenzen zwischen den Juristen im Intendanzumfeld und der Mediendokumentation verbunden ist - und so zu wesentlich intensiverer Nutzung der Eigenbestände führt. Auch Aktivitäten wie die zeitweise geöffneten Archive der BBC oder das Golden Archive-Projekt der EU sind ohne MAM-Konzepte nicht denkbar.
Bei aller Überlegenheit von MAM-Konzepten und -Systemen gegenüber Medienarchiven stößt es leider auf lapidare aber behebbare Implementierungshindernisse. Der Vortrag fokussiert deshalb auf die Klärung des Konzeptverständnisses und der für MAM relevanten Rahmenbedingungen und Voraussetzungen. Hierzu gehören u. a.:

Schlussvortrag
MAX - eine Maschine, mit der man sprechen kann
Prof. Dr. Ipke Wachsmuth (ZiF - Universität Bielefeld)
Der Vortrag geht der Frage nach, ob wir eines Tages mit »künstlichen Intelligenzen« als gleichwertige Kommunikationspartner sprechen können, die verstehen, was wir von ihnen wollen und die die Rolle eines sozialen Gegenübers einnehmen. Im Internet existieren schon virtuelle Helfer, sog. Avatare, die mit dem Menschen kommunizieren und ihm den Weg durch digitale Welten weisen. Max, der in der Dauerausstellung des Heinz Nixdorf MuseumsForums (HNF) in Paderborn zu sehen ist, ist ein solcher Avatar, eine virtuelle Person. Er kann in seiner virtuellen Welt auf menschliche Anweisung spezifische Aufträge erledigen. Er kommuniziert nicht nur sprachlich, sondern auch mit Gestik und Mimik; sein Verhalten ist dem des Menschen nachgebildet. Entwickelt wurde Max an der Universität Bielefeld im Zusammenhang mit der Erforschung der menschlichen Kommunikation und ihrer Modellierung in technischen Systemen. Im Vortrag soll auch ein Bogen zu künftigen Anwendungsfeldern geschlagen werden, insbesondere zur Anbindung von Max an eine Ontologie-basierte Repräsentation enzyklopädischen Wissens der Wikipedia.


Letzte Änderung: 14.05.2009