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Abstracts der Vorträge der Frühjahrstagung 2008 in Berlin


Eröffnungsveranstaltung

Grenzüberschreitungen - Digitalisierung und Archivpolitik
Prof. Dr. Thomas Macho (Humboldt-Universität zu Berlin)

 

Block 1: Neue Werkzeuge für Indexierung und Recherche

Moderation: Günter Peters (Gruner + Jahr, Hamburg)

Neue Entwicklungen im Bereich der Suchmaschinen(technologie)
Prof. Dr. Dirk Lewandowski (HAW Hamburg)

Neue Entwicklungen im Bereich der Suchmaschinen(technologie) Der Vortrag widmet sich den neuen Entwicklungen vor allem bei den großen Suchmaschinen, wird aber auch grundlegend neue Ansätze der Suche und Benutzerführung in anderen Web-Suchwerkzeugen thematisieren. Im Zuge der zunehmenden Popularität des Taggings und community-basierter Suchansätze (z.B. Frage-Antwort-Dienste) ergeben sich für den Nutzer neue Suchmöglichkeiten und für die Suchmaschinen neue Möglichkeiten, einerseits die Qualität der Resultate zu verbessern, andererseits den Nutzer zu den von ihm gewünschten Ergebnissen zu leiten.


Suchtechnologien jenseits von Google bzw. die Möglichkeiten semantischer Suche

Silke Grossmann (IMAC, Berlin)

Google ist die Suchmaschine für eine Recherche nach Informationen im Internet. Allerdings findet auch Google nicht alles und kann nicht alles. Für bestimmte Fragestellungen macht es Sinn, Suchmaschinen zu verwenden, die eine andere Abdeckung und/oder andere Funktionalitäten aufweisen. Im Vortrag wird die Welt der Suchmaschinen jenseits von Google beleuchtet: Welche neuen Dienste gibt es? Welches sind relevante Trends bei den Suchmaschinen? Schwerpunkte sind hierbei semantische Ansätze für die Suche und die Erschließung des Web 2.0 als Informationsmedium (Stichwort: Social Search).


Online meets Indexing – die F.A.Z-Verschlagwortung als Basis des neuen GENIOS-Medienarchivs

Dr. Jochen Ganzmann (F.A.Z., Frankfurt am Main) und Markus Rohjans (Genios, München)

Online-Angebote waren für Medienarchive und Redakteure als Basis umfassender Informationsversorgung bisher aufgrund der Breite des Quellenspektrums, der Möglichkeit der Eigenrecherche und der zeitlich und räumlich unbegrenzten Verfügbarkeit zwar grundsätzlich interessant, konnten jedoch zentrale Anforderungen der Mediendokumentation nicht optimal erfüllen: Redundanzfreiheit im Suchergebnis bei gleichzeitigem Zugriff auf ein breites Presse-Angebot, eine medienrelevante Vorselektion von Artikeln und Themen und vor allem eine durchgängige, verlässliche und einheitliche Verschlagwortung nach medienspezifischen Kriterien. Genau hierin lag und liegt die Leistung der Medienarchive.  Im GENIOS-Medienarchiv sind diese Anforderungen nun online realisiert – in der Verbindung von an redaktionellen Bedürfnissen orientierter Selektion und Verschlagwortung durch das F.A.Z.-Archiv mit den online bei GENIOS aufliegenden Artikeln entsteht ein neuartiges Recherche-Werkzeug für Medienarchive und Redakteure.

 

Block 2: Strukturen der Retrodigitalisierung

Moderation: Ulrike Mackenroth (F.A.Z., Frankfurt am Main)

Das Archiv der ZEIT – Digitalisierung und Erschließung
Peter M. Buhr (ZEIT online, Hamburg)

Retrodigitalisierung in Schweizer TV-Archiven – videotechnische und
dokumentarische Herausforderungen

Felix Rauh (Memoriav, Wetzikon) und Jürg Hut (Schweizer Fernsehen, Zürich, CH)

Retrodigitalisierung in Schweizer TV-Archiven - videotechnische und dokumentarische Herausforderungen Die heutigen Fernseharchive beherbergen grosse Archivbestände auf verschiedenen analogen und digitalen Trägern. Der Übertritt in das Zeitalter filebasierter Videoarchive wirft wichtige Fragen auf zu Selektion, Priorisierung, Überspieltechniken und Qualitätskontrollen. Im Rahmen des Projekts "BetaSuisse" werden die Fernseharchive der SRG SSR idée suisse zentral digitalisiert. Das weitgehend automatisierte System muss in der Lage sein, kostengünstig grosse Mengen von qualitativ einwandfreien Files zu produzieren. Gewährleistet sein müssen ausserdem auch die verschiedenen Schnittstellen mit den Archivsystemen, welche den digitalen Content verwalten. Bis sich dann das einzelne File glücklich in seiner digitalen Umgebung tummeln kann, fallen - je nach früherem Erfassungsstandard - zum Teil erhebliche dokumentalistische Nachbearbeitungsarbeiten an. Videoarchive mit Retrodigitalisierungsbedarf existieren auch ausserhalb der öffentlichrechtlichen Fernsehanstalten. Ausgewählte Beispiele illustrieren exemplarisch wie kleinere Institutionen mit den grossen Herausforderungen umgehen.

Audio-Masseneinspielung und die dokumentarische Umsetzung beim WDR
Dirk Bodmann (WDR, Köln)

Audio-Masseneinspielung und die dokumentarische Umsetzung beim WDR Im Juni 2007 wurde beim Westdeutschen Rundfunk in Köln mit der Einspielung von über 250.000 CDs in das neue Audioarchivspeichersystem mit direkter Anbindung an einen Großteil der digitalen Sende- und Produktionssysteme des Hauses begonnen. Mehrere hundert Tonträger mit Wortbeiträgen, Musik und Geräuschen werden seither täglich vollautomatisch gegrabbt, mit den Metadaten der Archivdatenbank ARCHIMEDES verknüpft und linear - ohne Komprimierungsverlust - eingespielt. Der Vortrag vermittelt einen Einblick in die Softwarelösung zur Verknüpfung und Validierung der teilweise jahrzehntealten WDR-Datenbestände mit den gegrabbten Audiofiles und geht insbesondere auf die damit verbundenen dokumentarischen Aufgaben, Möglichkeiten und Probleme ein. Darüber hinaus wird ein kompakter Überblick über das Gesamtprojekt und den Stand der Entwicklung des Audioarchivspeichersystems beim Westdeutschen Rundfunk gegeben.

 

Block 3: Programmarchive online

Moderation: Dr. Dietmar Schiller (rbb, Berlin/Potsdam) und Patricia Dahm (ehem. BBC, London)

… nur einen Mausklick entfernt? Zur Öffnung der öffentlich-rechtlichen Programmarchive in Deutschland – ein Schnappschuss
Bodo Schindler und Veit-E. Jauß (rbb, Berlin/Potsdam)

Zur Öffnung der öffentlich-rechtlichen Programmarchive in Deutschland - ein Schnappschuss Die Produktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind Teil des audiovisuellen Erbes unserer Gesellschaft. Dieses Erbe sollte, soweit nicht Rechte Dritter oder Rechte zum Schutze der Persönlichkeit dem entgegen stehen, der Öffentlichkeit frei zugänglich sein („public value“), an jedem Ort, zu jeder Zeit und mit allgemein verfügbaren Mitteln („open access“). Wie stellt sich in dieser Hinsicht die Situation der Fernseharchive der ARD dar? Der Vortrag skizziert weitgehend von konventionellen Methoden und Abläufen geprägte Archive in einer sich rasant wandelnden Medienlandschaft, in welcher die Begriffe „Zuschauer“ und „Einschaltquote“ schnell ihre traditionelle Bedeutung verlieren werden. „World-Wide-Web“, Breitband-Internetzugang, IP-TV, mobile TV-/Videogeräte schaffen neue Nutzungsmöglichkeiten und neue Nutzergruppen. Die Türen zu den Programmarchiven sind nur „einen Mausklick entfernt“. Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht schnell diese Möglichkeiten ergreift, dann wird er sehr bald Gefahr laufen, große Teile seiner Basis an legale, kommerzielle Anbieter sowie an mehr oder weniger legale Internetorganisationen zu verlieren. Der freie Zugang zur Information ist ein Grundrecht in einer modernen, demokratischen Gesellschaft, und Kommunikation findet unter modernen Bedingungen nicht mehr nur zu bestimmten Öffnungszeiten oder auf vorgegebenen Programmplätzen statt.

Opening up the archives – how the BBC is making its archives more widely available to the public
Liz Lewis (BBC, London, GB)
Opening up the archives - how the BBC is making its archives more widely available to the public The BBC archives contain over one million hours of programming, but until recently this content was not available to the public other than at the time of original transmission. As we move away from schedule-based broadcasting towards a world of content on demand, the BBC has been exploring ways to make the archive content more widely available to its audience. This talk will look at various initiatives which aim to achieve this, namely the Creative Archive, the Open Archive and the BBC Archive Trial. It will also look at the new roles for information professionals at the BBC, as archiving is moved "upstream" in the production process in order to improve the management of programme content and the related.

»Schon vergessen?« Archivöffnung Online beim Schweizer Fernsehen – Videocontent auf www.sf.tv
Sandra Figini (Schweizer Fernsehen, Zürich, CH)
100 000 Stunden Film und Video liegen im Fernseharchiv von Schweizer Fernsehen (SF). Leider oft „schon vergessene“ und verborgene Schätze, die für die Öffentlichkeit schwer und nur mit hohen Kosten zugänglich sind. Das soll sich „Internet sei Dank“ bald grundlegend ändern: schon jetzt findet der Internetuser auf www.sf.tv Rubriken und Dossiers mit ausgewählten Videobeiträgen aus dem SF-Fernseharchiv. Die Rubrik „Schon vergessen?“ bietet eine tägliche Auswahl von Ereignissen „heute vor x Jahren“, „SF Wissen“ stellt thematische Dossiers zur Verfügung und auf „SF Archiv“ kann in ausgewählten „Archiv-Perlen“ gestöbert werden. Auch viele Sendungen der letzten Jahre stehen im Netz zur Verfügung, und damit diese besser auffindbar sind, wird 2008 ein freier Internet-Zugriff auf die Metadaten der Fernseharchiv-Datenbank mit Links auf die online verfügbaren Videos realisiert. Die Strategie von Schweizer Fernsehen für die Online Archivöffnung und -Verwertung sowie ein Blick auf einige aktuelle Videoangebote sind Inhalt dieses Referats.

Erst entdecken, dann verwerten – Erfahrungen mit europäischen
Strategien zur Öffnung von Audio-Archiven
Johannes Theurer (radiomultikulti, Berlin)

Nach dem Willen der EU soll Europa seine Archive online wiederfinden und sich dabei kulturell neu entdecken. Für diese Verwertung sind Audio-Archive schlecht gerüstet, technisch, rechtlich und mental. Von Realitäten schon fast überholte öffentlich-rechtliche Content-Eigentümer schicken geschäftlich unerfahrene Archivare auf institutionelles Neuland - in dem die kommerzielle Haifischbranche bereits Verhaltensmaßstäbe gesetzt hat. Das internationale, EU-geförderte DISMARC-Projekt des RBB setzt auf eine sanfte und nachhaltige Öffnungsstrategie, die damit beginnt, dass die Inhalte zunächst entdeckt werden können - denn schon die Auffindbarkeit ist ein Problem. Ein Erfahrungsbericht mit Beispielen.

 

Block 4: Medienrechte und -verwertung

Moderation: Franz-Josef Gasterich (F.A.Z., Frankfurt am Main)

Müssen Medienarchive im Nachhinein »gesäubert« werden? Persönlichkeitsschutz versus Integrität der Medienarchiv
Dr. Claas-Hendrik Soehring (F.A.Z., Frankfurt am Main)

Können Archivschätze nun gehoben werden? – die Neuregelung des Korb II zur Nutzung verwaister Werke und Einräumung unbekannter Nutzungsarten
Dr. Martin Schippan (Lausen Rechtsanwälte, München)

Seit dem 1. Januar 2008 besteht die Möglichkeit, sich vom Urheber oder Vertragspartner auch Rechte für noch unbekannte Nutzungsarten einräumen zu lassen. Dies war bis dahin gesetzlich nicht möglich. Eine Übergangsregelung soll ferner dafür sorgen, dass auch für bestehende „Altverträge“ unter bestimmten Voraussetzungen von einer Einräumung der Nutzungsrechte etwa für eine CD-ROM- oder eine Internet-Nutzung ausgegangen werden kann. Können also nun „schlummernde Schätze“ aus Medienarchiven ohne Komplikationen gehoben werden? Mitnichten! Bevor ein Zeitungsverlag, ein Rundfunkveranstalter oder ein Radiosender seine alten Beiträge aus dem analogen Zeitalter in einem Online-Portal oder für einen mobilen Dienst produktiv verwerten kann, muss er eine Vielzahl von Klippen nehmen: Prüfung des Nutzungsumfangs des Altvertrages, Widerspruchsrecht des Autors, Vorliegen eines Sammelwerkes heißen nur einige der Punkte auf der Checkliste des Schatzgräbers!
Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über die Voraussetzungen einer Online- oder Mobilnutzung von Archivwerken, die Unklarheiten und Fallstricke der neuen Gesetzeslage und den praktischen Umgang mit dem jeweiligen Vertragspartner.

Vom SV-Bilderdienst zu SZ-Photo – strategische Neupositionierung im
sich wandelnden Bildermarkt
Hella Schmitt MBA (DIZ München)

 

Workshop 1: Rundfunk

Moderation: Dr. Heiner Schmitt (Ingelheim)

Das digitale Wohnzimmer – Hör- und Erfahrenswelten der Zukunft
Britta Frielingsdorf (WDR Köln)

Digitale Programmsicherung – Chancen und Risiken
Wolfgang Düren und Reinhard Stöckmann (WPEG, Köln)

Digitale Programmsicherung - Chancen und Risiken Die Digitalisierung von Film, Video und Audiomedien des WDR-Archivs ist weit mehr als ein simpler technischer Vorgang. Es müssen im Vorfeld weitreichende Entscheidungen getroffen werden, welche die spätere Qualität und Nutzbarkeit der digitalen Medien bestimmen. Über die technischen Aspekte wie Auflösung und Abtastfrequenz bei der Generierung von z.B. Audiofiles hinaus sind möglicherweise künstlerische Eingriffe im Rahmen der Digitalisierung erforderlich oder gewünscht. Digitale Bearbeitungstechniken ermöglichen eine Vielzahl von Bild- und Tonbearbeitungen. Die Auswahl der anzuwendenden Verfahren muss den Anforderungen von Produktion und Archiv genügen. Nicht zuletzt wird die Realisierung vom Budget beeinflußt. Beispielhaft werden die Restauration von Audio/Videobeiträgen, sowie die Entscheidungsfindung für die Konvertierung einer 4:3-Produktion nach 16:9 für HDTV vorgestellt.

»Unsere 60er Jahre« und »60 x Deutschland«
Präsentation der beiden ARD-Reihen mit Diskussion
Moderation: Johannes Unger (rbb, Berlin/Potsdam)
Rolf Bergmann (rbb, Redakteur Dokumentation & Zeitgeschehen)
Till Kolano (rbb, Archivrecherchen)
Monika Preischl (zero one film, Berlin)

Workshop 2: Presse

Moderation: Jens Längert (Märkische Allg. Zeitung, Potsdam)

Die Geschichte der Pressestadt Berlin im Überblick
Rainer Laabs M.A. (Axel Springer AG, Berlin)

Ein Dreißigminutenvortrag über annähernd vier Jahrhunderte Berliner Pressegeschichte muss sich auf einige Schlaglichter konzentrieren: 1617, Geburt der „Zeitungsstadt Berlin“ mit der Frischmann-Zeitung. 1740, König Friedrichs II. Zensur-Entscheidung. 1819, Berliner Presse im Biedermeier. 1871, Mosse. 1877, Ullstein. 1883, Scherl. Das Berliner Medienparadies der Zwanziger Jahre. Presse unterm Hakenkreuz. Neubeginn im Mai '45. Presse links und rechts der Mauer. Der Stand von heute.


Die Mauer macht bequem oder: Der Modernisierungsstau in Berliner
Dokumentationen
Thomas Friederich M.A. (Der Tagesspiegel, Berlin)
und Michael Weniger M.A. (Berliner Verlag, Berlin)

Die Mauer macht bequem oder: Der Modernisierungsstau in Berliner Dokumentationen Die Wende 1989 öffnet für die westdeutschen Verlage in Ostdeutschland einen neuen Markt, bis Ende 1992 werden 25 neue Zeitungsverlage gegründet. Die Euphorie war von kurzer Dauer: Von 103 neuen Zeitungen gibt es heute noch acht. In Berlin bedeutet die Wende für den Zeitungsmarkt eine zweite „Stunde Null“.
Die Verlage befinden sich schlagartig in einer völlig neuen Situation; die Zeitungen West-Berlins verlieren ihre Isolation und die Ost-Berlins ihre Zensur. Berlin wird - wieder - zur Zeitungsstadt, nicht nur wegen der großen Vielfalt an Titeln, auch sonntags gibt es viele tagesaktuelle Blätter am Kiosk. Schließlich erscheinen die Überregionalen mit eigenen Berlin-Seiten oder sogar eigenen Berlin-“Büchern“. Schon bald aber wird vor allem den Westberliner Verlagen klar, dass ihre wirtschaftlichen Erwartungen sich nicht erfüllen werden, sie fallen fast wieder auf ihre Ausgangspositionen von vor 1989 zurück, während von den Ost-Publikationen nur einige überleben, und das bei z.T. hohen Auflagenverlusten. Das Ergebnis ist Verunsicherung auf beiden Seiten der gefallenen Mauer. Nach den beiden großen Krisen - der Ernüchterung Anfang der 90er Jahre und der Zeitungskrise Anfang dieses Jahrzehnts - ist eine gewisse Beruhigung eingetreten: In Berlin werben einige große und zahlreiche kleinere Verlage mit ihren Zeitungen um die Gunst der Leser, wobei die großen westdeutschen Überregionalen hier eine untergeordnete Rolle spielen. In diesem Umfeld bewegen sich der traditionsreiche Tagesspiegel und die Berliner Zeitung.
Der Vortrag stellt die Auswirkungen der Marktsituation auf die Pressearchive vor - auf den wichtigsten Etappen vom Mauerfall bis heute: Arbeitsbedingungen, Kooperationsmöglichkeiten und Kooperationszwänge, technischer Wandel, Einbindung in die redaktionelle Produktion; Mitarbeiterqualifikation; das sind Aspekte, an Hand derer wir gegenüberstellen wollen, wie zwei Pressearchive - eins im Westen, eins im Osten, sich in den letzten 20 Jahren entwickelt haben, und in welche Richtung es weiter gehen kann.


Konzernfrei kooperieren? – zur Rolle der körperlichen Archivbestände und zur Frage einer gemeinsamen, verlagsübergreifenden Nutzung
Brigitte Marquardt M.A. und Eva Berger M.A. (taz, Berlin)

Konzernfrei kooperieren? - zur Rolle der körperlichen Archivbestände und zur Frage einer gemeinsamen, verlagsübergreifenden Nutzung Körperliche Bestände geraten in ihrer Rolle für unsere informationsvermittelnden Dienstleistungen zunehmend in den Hintergrund. Sie werden weggeworfen, verschenkt, ausgelagert. Der Zugang ist vergleichsweise aufwändig, das Verhältnis von Kosten und Nutzen scheint sich zu Ungunsten des gedruckt aufbewahrten Materials verschoben zu haben, die Rezeptionsgewohnheiten der Journalistinnen und Journalisten gehen deutlich in Richtung des unkomplizierten, immer und überall verfügbaren Online-Zugangs. Wir gehen der Frage nach, wo der spezielle Wert der körperlichen Bestände für unsere Arbeit liegt und warum sich der mit ihnen verbundene Aufwand lohnt. Dabei gehen wir davon aus, dass im Bezug auf diese Bestände das Interesse der Printmedien an einer Zusammenarbeit größer sein muss als der Konkurrenzgedanke oder das rein ökonomische Kalkül und entwickeln ein Modell, nach dem die Printbestände der Pressearchive gemeinsam effektiver und nutzbringender verwaltet werden können.

Das Archiv Neues Deutschland – als singuläre zeitgeschichtliche Quelle und Zugang über neue mediale Kanäle
Annelies Luft und Angela Wichmann (Neues Deutschland, Berlin)

Das Archiv Neues Deutschland - als singuläre zeitgeschichtliche Quelle und der Zugang über neue mediale Kanäle Die Marke „Neues Deutschland“ zählt zu den traditonsreichen und unverwechselbaren Tageszeitungen am Standort Berlin. Bis zum Zusammenbruch der DDR galt „ND“ - so die Kurzform - zu Recht als Sprachrohr der SED-Oberen. Nach 1989 baute sich der Verlag mühsam und unter Verlust zahlreicher Pfründe ein neues Image als gesellschaftlich offene und leserverbundene politische Zeitung auf. Der Verlag verfügt heute über moderne Technologien in Redaktion, Herstellung und Vertrieb sowie ein äußerst gut besuchten Archiv, in dem mehrere tausend Fotos und Originalquellen zur Zeitgeschichte lagern. Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte des Zeitungshauses und die Retrodigitalisierung des Bestandes ab 1946 ermöglichen „Neues Deutschland“, in Zukunft neuartige Wege bei der Informationsbereitstellung und Übermittlung von Daten zu beschreiten. Anfragen aus Einrichtungen in den USA, Westeuropa und natürlich Deutschland zwingen den Verlag, alle Möglichkeiten der elektronisch definierten Wissensgesellschaft auszuschöpfen: Dazu zählen vor allem moderne Datenbanksysteme, für Einzelplatzlizenzen geeignete Trägermedien von hoher Kapazität und natürlich auch das World Wide Web.

Workshop 3: Bild

Moderation: Bernd Weise M.A. (BVPA, Berlin)

Das Milliarden-Bilder-Chaos-kreative Zerstörung oder hilfreiche Quellen für den Bildnutzer?
Die aktuellen Veränderungen des Bildermarktes
Klaus Plaumann (Picture Press, Hamburg)

Der Branchenriese Getty Images wurde im Februar für 2,4 Milliaden Dollar  verkauft.. Getty schwächelte schon seit einiger Zeit. Als Grund dafür nennen Analysten das wachsende Angebot von Microstock-Agenturen.
Der Bildermarkt hat sich in den vergangenen 10 Jahren grundlegend verändert, nicht nur in Deutschland.
Auf diesem Markt bekommt man heute alles, zu jedem Preis. Der Bildermarkt spiegelt den Konsumenten-Markt und das allgemeine Käuferverhalten wieder.
Analysten schätzen das Marktvolumen auf 2 Milliarden Dollar pro Jahr.
Vom traditionelle Rights Managed-Modell (RM), das vorher allein den Markt bestimmte, über Royalty Free-Bilder (RF) zur aktuellen Herausforderung durch 1 Dollar-Motive: Microstock.
Marktveränderungen erzeugt durch Photocommunities, neue Nutzergruppen und Video-Clips,
eine Entwicklung des Zukunftsmarktes, der zu vielen Branchendiskussionen führen wird.
Wie reagiert man als Fotograf auf die Veränderungen des Marktes?
Und wie reagiert der Bildnutzer? Wie soll man sich zurechtfinden in dem großen, undurchdringlichen Bilderdschungel?
Und wie wie verhalten sich  die Bildagenturen gegenüber diesen neuen Herausforderungen?

IPTC: internationale Standards der Bildbranche – Entstehung und Fortschreibung
Jan Leidicke (KEYSTONE Pressedienst, Hamburg)

Kreative Verschlagwortung – kreativ Suchen
Kai-Uwe Wärner (dpa Picture-Alliance, Frankfurt am Main)

Bilder kreativ finden und kreativ finden...
Die Änderungen im Bildermarkt wirken sich nichtnur auf die organisatorischen, technischen und kaufmännischen Bereiche der Branche aus, sondern auch auf die Bildsprache und die Recherchesprache.
„Kreativ“ ist das neue Merkmal der großen Bildanbieter. Kreative Bilder müssen als kreativ erkannt werden und kreativ gefunden werden. Sachliche Begriffe reichen nichtmehr aus. Neue Bewertungskriterien und neue Merkmale müssen her.
Wie wird Kreativität gemessen? Welches sind die bekanntesten kreative Begriffe? Bildanbieter und Bildsuchende sehen jetzt Fotos anders. Unscharf, angeschnitten, schräg und Bewegungsunschärfe. Willkommen in der kreativen Welt...

 

Workshop 4: Museum

Moderation: Axel Ermert (Inst. f. Museumsforschung, Berlin)

Museen in Deutschland und ‹www.museumsvokabular.de›
Prof. Monika Hagedorn-Saupe (Inst. für Museumsforschung, Berlin) und Regine Stein (Zuse-Institut Berlin ZIB)

Von mehr als 6.000 Museen in Deutschland, deren Spektrum sowohl von ihrer Größe als auch den Sammelgebieten sehr weit gestreut ist, verfügen mittlerweile etwa 2/3 über digitale Informationen zu ihren Objekten und immerhin ca. 10% haben diese zumindest in Teilen veröffentlicht. Um diese Informationen besser vernetzen zu können und die Erschließungsarbeit der Museen zu erleichtern, haben die Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund, das Institut für Museumsforschung, das Zuse-Institut Berlin und DigiCult Schleswig-Holstein den Aufbau der Online-Plattform www.museumsvokabular.de initiiert. Diese bietet der Fachöffentlichkeit Informationen über und Zugang zu digital und gebührenfrei verfügbarem Vokabular (Wortlisten, Systematiken, Thesauri). Der Zugang sowie die kooperative Weiterentwicklung der Vokabulare werden mit aktuellen Werkzeugen der Informationstechnologie unterstützt: Ein SOAP Webservice und der Einsatz sozialer Software befinden sich bereits in der Erprobung und werden in diesem Vortrag vorgestellt.

bpk – das Bildportal der Kunstmuseen
Hanns-Peter Frentz (Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin)

In unserer Bilddatenbank finden Sie bereits über 100.000 Motive. Jeden Monat kommen
etwa 3.000 neue Bilder hinzu. Für den deutschsprachigen Raum vertreten wir die Fotothek
der "Réunion des Musées Nationaux" in Paris und "Scala Archives" in Florenz mit
umfangreichen Bildbeständen aus den großen französischen und italienischen Kunstmuseen.
Die 17 Staatlichen Museen zu Berlin, die Hamburger Kunsthalle und das Museum der
bildenden Künste Leipzig vertreten wir weltweit.
Schauen Sie sich doch einmal unsere Online-Bildkataloge "Sammlungen/Museen", "Fotografen", "Themen" und die aktuell zusammengestellten "Angebote" an.
Alle APIS-Nutzer können auf die Datenbank auch über APIS-Online zugreifen.

Open Collection statt Closed Collection
Jürgen Keiper (Deutsche Kinemathek, Berlin)

Die Integration von Archivdaten in Portale und die sinnvolle Vernetzung von Information sind die aktuellen Herausforderungen für Archivverwaltungssoftware. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet OpenSource-Software hier ihre Stärken ausspielt: Transparente Datenmodelle, offene Dateiformate und Datenbanken erleichtern diese Aufgaben. Sie ermöglichen einfache und unkomplizierte Anpassungen der Software.
Im Mittelpunkt des Vortrages steht die Präsentation von OpenCollection, einer OpenSource-Anwendung, die im Moment in den USA Furore macht. Anhand von konkreten Beispielen werden verschiedene Konzepte von „offenen“ Sammlungen präsentiert.

Das Berliner Phonogramm-Archiv
Lars-Christian Koch (Ethnolog. Museum, Berlin)

Museen zu Berlin Das Berliner Phonogramm-Archiv - heute Teil der Abteilung Musikethnologie im Ethnologischen Museum - ist eine der weltweit bedeutenden Institutionen, in denen Tondokumente unterschiedlichster Musikkulturen aus aller Welt gesammelt und aufbewahrt werden. Besondere Bedeutung haben die einzigartigen historischen Sammlungen (Edisonwalzen und Schellackplatten) aus der Zeit zwischen 1893 und 1954. Die Sammlung der Edisonwalzen des Berliner Phonogramm-Archivs wurde im Sommer 1999 in die UNESCO-Liste "Memory of the World" aufgenommen. Die Anfänge des Archivs gehen in das Jahr 1900 zurück, als der Psychologe Carl Stumpf mit dem Edison-Phonographen eine in Berlin gastierende Gruppe thailändischer Theatermusiker aufnahm. Treibende Kraft des Archivs war Erich M. von Hornbostel, der das Berliner Phonogramm-Archiv zu einem der berühmtesten Schallarchive der damaligen Zeit ausbaute. Etwa die Hälfte der Bestände konnte bisher digitalisiert werden und steht nun der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Kombination von digitalen Medien, vernetzten Datenbanken und zum erheblichen Teil rechtefreier Musik stellt das Archiv vor neue Herausforderungen. Hier Perspektiven zu entwickeln. ist Anliegen diese Vortrags.

 

Block 5: Medienlandschaft Berlin

Moderation: Dr. Joachim Zeller (Staatsbibliothek zu Berlin)

Pop versus Propaganda? – Massenmedien und ihre Nutzung im geteilten Deutschland
Dr. Christoph Classen (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam)

Pop versus Propaganda? - Massenmedien und ihre Nutzung im geteilten Deutschland Nach dem Untergang der DDR 1989/90 haben sich Untersuchungen der Massenmedien zumeist auf die Angebotsseite konzentriert und den systemspezifischen Gegensatz zwischen gesteuerter Medienöffentlichkeit in der DDR und liberaler Öffentlichkeit in der Demokratie akzentuiert. Der Blick aus der Perspektive der Rezipienten sensibilisiert dagegen für die Eigengesetzlichkeiten der Medien, die durchaus systemübergreifend wirksam waren. So bevorzugten die Nutzer in beiden Teilen Deutschlands Unterhaltungsangebote und waren für die politische Propaganda im Kalten Krieg nur bedingt empfänglich. In beiden politischen Systemen passten sich Radio und Fernsehen sukzessive den Erwartungen der Bevölkerung an. Während dies im Westen jedoch ohne größere Friktionen geschah und in ein zunehmend marktwirtschaftlich geprägtes Medienangebot mündete, standen die Präferenzen der Nutzer in der DDR in einem permanenten Spannungsverhältnis zum politisch-ideologischen Auftrag der Medien in der DDR.

Zu Hause in Berlins neuer Mitte – die Pressedokumentation des Deutschen Bundestages als Informationsdienstleister für die Politik
Florian Merkel (Deutscher Bundestag, Berlin)

Zu Hause in Berlins neuer Mitte - die Pressedokumentation des Deutschen Bundestages als Informationsdienstleister für die Politik Im Vortrag werden neben einem einführenden Überblick über die gesamte Mediendokumentation des Deutschen Bundestages und einer kurzen Abgrenzung zu den Dokumentationsdienstleistungen des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung die Spezifika der Pressedokumentationsarbeit für die Politik am Beispiel des Deutschen Bundestages thematisiert werden. Gegenstand sollen zudem die Veränderungen sein, die sich im Zuge der Umzugs des Referates Pressedokumentation von Bonn nach Berlin für seine praktische Arbeit mit Blick auf die Integration von Mitarbeitern und Quellen einerseits sowie die Presseberichterstattung und Fragestellungen der hiesigen Benutzer andererseits ergeben haben.

Geteilt – vereint, vereint – geteilt: Beobachtungen zur Entwicklung des
Berliner Tageszeitungsmarkts
Dr. Barbara Held (European Commission, Brüssel, BE)

Während der Berliner Tagungszeitungsmarkt vor dem Fall der Mauer von einer langfristigen Stagnation der Auflagen und Angebote geprägt war, entwickelten die beteiligten Akteure in Verlagen und Redaktionen nach Öffnung der Grenzen weit reichende Aktivitäten. Nicht nur im Ost-, sondern auch im Westteil der Stadt wurden die Produkte gleich mehrfach grundlegend überarbeitet. Zur Jahrtausendwende war Berliner  Verlagslandschaft und Publikationen kaum noch wieder zu erkennen. Allerdings haben die Berliner Leser die ungeheuren Modernisierungsanstrengungen nur unzureichend honoriert. Die meisten Berliner Auflagen fallen seit Jahren jenseits des ohnehin beobachtbaren Leserschwunds.
Der Vortrag vermittelt einen Überblick über das Vorher/Nachher des wiedervereinigten Berliner Pressemarktes. Besondere Aufmerksamkeit  gilt dabei der "Mauer in den Köpfen" der Leser in Ost und West, die sich aus den Nutzerdaten ablesen lässt.

 

Block 6: Musikberater versus Sound Library

Moderation: Wolfgang Birtel (Lörzweiler)

„...ach, da fehlt ja noch die Musik!“ Über den professionellen Umgang mit Musik im Fernsehen – Problemstellung und Lösungsvorschläge
Kilian Moritz LL.M. (Hessischer Rundfunk, Frankfurt am Main)

Im Radio ist Musik der Transmissionsriemen, der über Erfolg oder Misserfolg einer Welle entscheidet.
Längst investieren die Werbung und die freie Wirtschaft Millionenbeträge in Musiken, die rational oft kaum wahrgenommen werden, aber nachhaltig Marken und Produkte emotional aufladen und nachweisbar Umsätze und Gewinne steigern.
Jeder Hollywood-Film nutzt die scheinbar beiläufige Filmmusik, um seine Zuschauer zu packen und zu fesseln.
Dagegen wird in vielen TV-Sendern Musik auf gut Glück nach dem eigenen, persönlichen Geschmack ausgewählt, vorbei am Publikum, oft mit entsprechenden Einbrüchen in der Einschaltquote.
An Musikrechte in Film, Fernsehen und Internet wird oft erst dann gedacht, wenn es zu spät ist. („Mein TV-Beitrag ist nun fertig. Darf ich den mit dieser Musik eigentlich auch online streamen??“) Dabei sind es meist ganz banale Fehler, die zu Fallstricken werden, komplette Produktionen kippen können und Produzenten teuer zu stehen kommen.
Ein weiterer zentraler Punkt der TV-Praxis ist aktuell die Recherchierbarkeit und Verfügbarkeit von Musiken (siehe auch Vortrag des Kollegen Herbert Staub, Schweizer Fernsehen, Zürich).


Musikberatung aus der Sicht eines TV-Musikdokumentars
Klaus-Dieter Köhler (ZDF Mainz)

Datenbank statt CD-Regal – Wie das Schweizer Fernsehen seine Musikberatung optimierte
Herbert Staub (Schweizer Fernsehen, Zürich, CH)

Datenbank statt CD-Regal - Wie das Schweizer Fernsehen seine Musikberatung optimierte Bis vor rund zwei Jahren war beim Schweizer Fernsehen die Beschaffung von Hintergrundmusik für Filmbeiträge mit einigem Aufwand verbunden: Der Redaktor richtete seine Anfrage an die Sound & Music Library, diese traf aus dem CD-Bestand eine Vorauswahl. Die CDs wurden geholt, an den Schnittplatz mitgenommen und nachher zurückgebracht (und manchmal auch nicht). Seit 2006 werden kaum mehr CDs ausgeliehen und dennoch steht mehr Musik zur Auswahl: Eine Datenbank machts möglich. Über ein Web-Interface können SF-Mitarbeitende Musikstücke suchen, vorhören und direkt am Schnittplatz herunterladen. Der Einsatz der Datenbank hat zu einer Effizienz- und Qualitätssteigerung der Musikberatung geführt: Mit weniger Aufwand ist die Leistung heute um ein Vielfaches höher, und dies bei gleichzeitigem Ausbau des Angebots. 160 000 Musiktitel stehen online zur Verfügung, der Zuwachs beträgt rund 5000 Titel pro Monat.Nicht zuletzt haben sich auch die Arbeitsbedingungen der Musikberatung verbessert. Befreit von eintöniger Formalerfassung und Administration, kann sich das Team heute auf die inhaltliche Erschliessung der Musiktitel (Stimmung) und die Beratung bei anspruchsvollen Aufträgen konzentrieren. Die Akzeptanz bei den Kunden ist denn auch hervorragend.

 

Block 7: MediendokumentarInnen in der Produktion

Moderation: Prof. Dr. Ralph Schmidt (HAW Hamburg)

Mediendokumentation in der »Content-Industrie«
Martin Dieckmann (ver.di, Berlin)

Olympische Sommerspiele 2008 in China – ein Ausblick auf die Live- Dokumentation bei NDR und ZDF
Christoph Rohde (NDR Hamburg) und Bettina Timmer (ZDF Mainz)

Olympische Sommerspiele 2008 in China - ein Ausblick auf die Live-Dokumentation bei NDR und ZDF (mit Tina Timmer, ZDF) Während der Olympischen Sommerspiele in Peking im August 2008 werden NDR (stellvertretend für die ARD) und ZDF wie gewohnt eng verschränkt mit Redaktion und Produktion zusammenarbeiten und diese mit Archivleistungen unterstützen. Zum einen wird vor Ort ein Team aus Archivmitarbeitern beider Rundfunkanstalten neu aufgezeichnete Mitschnitte für die Erstellung neuer Beiträge direkt in einem nonlinearen Produktionssystem erschließen sowie die Redakteure mit Recherchen unterstützen (und auch Archivmaterialien früherer Großereignisse vorhalten). Zum anderen werden sowohl NDR als auch ZDF alle Olympiasendungen in ihren jeweiligen Programmarchiven live bzw. zeitnah dokumentieren und die Inhalte über ihre digitalen Archive intern für die Recherche zur Verfügung stellen. Auf methodisch unterschiedlichen Wegen verfolgen NDR und ZDF das gleiche Ziel: eine schnelle und präzise Versorgung der Redaktionen mit Inhaltsinformationen - das ZDF mit einem einstufigen, der NDR mit einemzweistufigen Modell. Der Vortrag zeigt wie NDR und ZDF über teilweise unterschiedliche Konzepte eine starke Archivpräsenz im gemeinsamen Produktionsprozess der öffentlich-rechtlichen Olympia-Berichterstattung gewährleisten.

Was Archive bewegen – quantitative und qualitative Analysen zur Verwendung von archiviertem Bewegtbildmaterial im filebasierten Produktionsprozess
Olaf Moschner (RTL Köln)

Die Umstellung des Fernsehproduktionsprozesses auf filebasierte Formate in einer durchgehend netzwerkgestützten Produktionsumgebung ist mancherorts keine Vision mehr, sondern Realität. Die Möglichkeit, transparent auf die archivierten Essenzen zugreifen zu können, hat die Arbeitsabläufe in den Redaktionen und Archiven radikal verändert. Doch was passiert hier eigentlich genau? Wer nutzt das Archiv und wie? Was wird eigentlich genutzt und wann? Was muss das Archiv leisten und was nicht? Welche Erschließungstiefe ist sinnvoll, welcher Aufwand ist Notwendig? Fragen, die sich ein Produktionsarchiv immer wieder stellen muss - und die in Zeiten des Umbruchs von berufener Seite immer wieder gestellt werden. Im netzwerkgestützten Produktionsprozess eröffnen sich plötzlich neue (und schonungslose) Zugänge zur Beantwortung dieser Fragen: Jeder Zugriff auf die servergestützten Bestände des Archivs wird framegenau protokolliert, womit eine bislang kaum beachtete Art von Metadaten entsteht, deren Analyse Aufschlüsse über einige der existentielle Fragen der Mediendokumentation verspricht.


Letzte Änderung: 12.02.2009