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IIDeen
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
nach erfolgreich abgelaufener Frühjahrstagung in Dresden, auf der ich das erste Mal seit über 15 Jahren nicht anwesend sein konnte, melden wir uns heute mit info7 Heft 2/2011 und natürlich mit dem ersten Block der Ergebnisse dieser Tagung für all diejenigen, die nicht in Dresden sein konnten (so wie ich) oder es noch einmal nachlesen oder vertiefen wollen, wie die über 200 Teilnehmer es möglicherweise vorhaben. Aber wie zuletzt üblich, finden sich die meisten Veranstaltungen ja auch als Mitschnitt auf unserer website vfm-online.de. Das kennen Sie ja bereits.
Wir befinden uns wie immer in dem Stadium “Nach der Frühjahrstagung ist vor der Frühjahrstagung”. Wir sind erfreulich weit mit den Vorbereitungen. Programm- und Ortskommitee laufen auf Hochtouren. Wir haben dieses Jahr sogar einen Aufruf für ein “Call for Papers” gestartet. Eigentlich müsste man im Sinne des Schlussbeitrages in diesem Heft “Das Letzte” sogar sagen: Wir haben seit vielen Jahren einmal wieder eine Umfrage mit modernen Kommunikationsmitteln gestartet, um interessante Beiträge für die nächste Tagung in München zu erhaschen. Diese sollten, wie immer beim vfm sehr praxisnah sein. Hier ist noch einmal der Link zum Aufruf: http://www.vfm-online.de/tagungen/2012/call_for_papers.pdf
Die Tagung selbst wird in München in der Zeit vom 16. - 18. April 2012 in zentraler Lage im Gemeindezentrum der „Israelitischen Kultusgemeinde Mün-chen und Oberbayern“ stattfinden. Wir folgen damit der neueren FJT-Geschichte, auch die benachbarten Branchen mit einzubeziehen.
Im vorliegenden Heft befassen wir uns, neben unterschiedlichen Fachthemen und der Berichterstattung über die Frühjahrstagung, v. a. auch mit den Vorgängen an der Fachhochschule Potsdam und der damit verbundenen ungewissen Zukunft des Instituts für Information und Dokumentation (IID). Für die meisten von uns hatte das IID (und sein Vorläufer LID) eine besondere Bedeutung in der beruflichen Karriere und bewegt somit die Gemüter ähnlich wie zu Zeiten der Auflösung des LID vor Jahrzehnten. Wir werden diese Vorgänge weiter scharf beobachten und uns dort einbringen oder einmischen, wo wir Einflussmöglichkeiten sehen. Der vfm ist und war, wie auch schon die fg7, eine Vereinigung von Praktikern, die sehr wohl wissen, wie die Branche sich entwickelt und was nötig ist und wäre in Aus-, Fort- und Weiterbildung. Die gut besuchten Kurse des vfm belegen dies und die Praxisnähe ständig aufs Neue. Es scheint so, als bedürfe die Berufsgruppe der Dokumentare Unterstützung aus der Praxis. Nehmen Sie daher bitte besonders den Artikel von Günter Peters zu diesem Thema zur Kenntnis. Und helfen Sie uns mit Beiträgen für diese Zeitschrift, durch Teilnahme an den Tagungen oder Seminaren, daran mitzuwirken, dass unser Berufsstand (und damit meine ich jetzt vor allem den ganzen dokumentarischen Teilbereich) auch in der Zukunft die Schätzung erfährt, die ihm gebührt. Der vfm sieht sich durchaus als “Sammelbecken” für alle drei Fachrichtungen, und auch wenn wir den Schwerpunkt “Medien” im Namen führen – Medien sind ja heute mehr als Rundfunkanstalten, Pressehäuser und Verlage. Nicht von ungefähr wabert der Begriff “neue Medien” immer noch durch die Welt. Es kommt doch letztlich darauf an, was man in der Praxis tut, und da versucht der vfm immer eng am Geschehen zu bleiben.
Bleiben Sie uns gewogen oder werden Sie es.
Herzliche Grüße
Ihr HG Stülb
Frühling in Elb-Florenz
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
pünktlich zum Frühlingsbeginn darf ich Ihnen die Ankündigung der diesjährigen Frühjahrstagung übermitteln. Sie wird vom 9.-11. Mai das erste Mal in ihrer langen Geschichte in Dresden stattfinden. Dank eines riesengroßen Engagements der Kolleginnen und Kollegen im Ortskomitee können wir uns auf eine großartige Tagung freuen. Anders als in den letzten beiden Jahren residiert in Dresden kein Medienunternehmen, das uns Räume anbieten könnte, die für die stabil hohe Teilnehmerzahl der Frühjahrstagungen ausreichen würden. Wir haben uns als Tagungsort daher das Hygienemuseum ausgesucht – ein Museum vom Menschen, vom Körper, von der Gesundheit und von den Sinnen. Eines seiner berühmtesten Exponate, der „Gläserne Mensch“, ist dabei, geradezu zur Metapher des Menschenbildes im Zeitalter von Web 2.0, Social Networks, Internet profiling etc. geworden.
Das Hygienemuseum hat auch eine interessante (Medien-) Geschichte. Immerhin residierte dort bis zur Wende das Studio des Senders Dresden von Radio DDR (linker Seiteneingang). Der Sender Dresden hatte dort eine eigene Studentensendung, die alle 4 Wochen am Sonnabendvormittag gesendet wurde. Es gab eine eigene Studentenredaktion, und bei den Sitzungen gab es Kaffee und Zigaretten (letztere für einen Studenten wichtig, der ja doch nur 3G-Zigaretten rauchte: gefundene, geschlauchte und geklaute – dies hat übrigens garantiert nichts mit 3-D-Fernsehen zu tun) (O-Ton eines DDR-Studenten). Der „Jingle“ von Radio DDR, Sender Dresden, war „Durch die Wälder, durch die Auen“ (K.-M. von Weber). Bekannterweise stand Dresden zu DDR-Zeiten unter dem besonderen Eindruck des so genannten “Tals der Ahnungslosen”, wie die Dresdner selbst zu sagen pflegten. Es bedeutete nicht mehr und nicht weniger, als dass in der Stadt und der näheren Umgebung kein West-Fernsehen zu empfangen war.
Auch heute noch ist Dresden ein bedeutender Medienstandort. Dem wird in einem Artikel dieses Heftes über den Medienstandort Dresden ebenso Rechnung getragen, wie Sie für Ihren Dresden-Besuch erneut einen liebevoll und engagiert verfassten Artikel über die Gastgeberstadt finden. Dresden von A-Z führt unsere Tradition von informatorischen Selbstdarstellungen der gastgebenden Institutionen über ihre Stadt fort.
Die Veranstaltung in Dresden verspricht wieder viele interessante Begegnungen. Das Programm enthält spannende Themen, das Rahmenprogramm ist interessant und vielfältig. Ich bin überzeugt, dass wir eine sehr gewinnbringende Tagung vor uns haben und freue mich, Sie alle in Dresden wieder zu sehen. Bitte informieren Sie sich über weitere Details auf der Website des vfm: www.vfm-online.de/tagungen/2011.
Natürlich handelt dieses info7-Heft nicht nur von der bevorstehenden Tagung in Dresden. Wir werfen auch noch einen letzten Blick zurück auf die Frühjahrstagung 2010 in Wien, und zwar auf die Themen “Infografik” – einem für uns neuen Feld – und Rechtefragen, besonders im Hinblick auf Internetcontent und Content im Internet.
Auf dem Boden der ehemaligen DDR tagend, darf ein Beitrag zum “Zeitgeist aus Zeiten des Kalten Krieges” nicht fehlen. Aber bitte achten Sie auch auf die Fachbeiträge von Stefan Hertrampf, Christian Potschka und Stephan Holländer, mit denen wir das Heft eröffnet haben.
Gute Reise nach Dresden!
Herzliche Grüße
Ihr HG Stülb
Vom Podium ins Archiv
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
wie immer bringen wir Ihnen zum Jahreswechsel das dritte Heft des Jahres von info7 auf den verspäteten Gabentisch. Das ist natürlich Absicht, damit info7 nicht unter den zahlreichen Weihnachtsgeschenken verschwindet. Die Berichte aus dem Einzelhandel versprechen ja neue Rekorde. Also scheint es den Menschen im Portomonnaie insgesamt wieder besser zu gehen. In diesem Falle hoffe ich, dass es Ihnen so geht wie der offensichtlichen Mehrheit im Volk. Info7 wird Sie daher zu Beginn des Jahres 2011 erreichen und hoffentlich dann Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit erlangen.
Ich denke auch, dass sich das lohnt. Wir haben im aktuellen Heft zwei Podiumsdiskussionen dokumentiert, die beide auf der Frühjahrstagung 2010 in Wien stattgefunden haben und eine echte Bereicherung darstellen. Zum einen ging es um die Diskussion zum Thema »Von der Zeitung ins Archiv«, die im Rahmen des Workshops 2 stattgefunden hat, beim anderen Thema »AV-Archive für die Ewigkeit«, haben wir uns aktualisiert wieder einmal mit der Langzeitsicherung von AV-Materialien beschäftigt - ein Dauerthema zwar, aber gerade technisch betrachtet gibt es immer wieder neue Gesichtspunkte, die ein regelmäßiges Update dieses Themas herausfordern. Natürlich haben wir mit den “ewigen Datensätzen” den Lösungsansatz für alle langfristigen Archivlösungen schon seit längerer Zeit grundsätzlich gefunden. Info7 hat dieses Thema schon seit Mitte der 90er Jahre intensiv begleitet. Mittlerweile sind nun auch die Fernseharchive so weit, dass die technischen Lösungen als machbar und vor allem als finanzierbar erscheinen. Gleichwohl ist es ein weiter Weg von der Theorie zur Praxis, und wenn man sieht, dass die Audioarchive zwar weitgehend Lösungen installiert haben, aber zum großen Teil noch Lichtjahre davon entfernt sind, alles Material auch wirklich gesichert zu haben, weiß man, dass noch ein riesengroßes Arbeitspaket vor den Archivaren und Dokumentaren steht, das in schwieriger werdenden Zeiten noch lange nicht als bewältigt angesehen werden kann.
So gesehen ist die Entwicklung im Einzelhandel zu Weihnachten eine wirklich gute Nachricht, denn bei gut florierender Wirtschaft geht es irgendwann, mit einiger Verzögerung, vielleicht auch den Archivaren wieder besser. Die Hoffnung stirbt zuletzt und die Aufgaben sind groß. Wenn Sie dieses lesen, ist die Weihnachtszeit schon vorbei, und wir werden wissen, ob die Prognosen sich erfüllt haben, wenigstens die des Einzelhandels.
Die Frühjahrstagung 2011 wirft ihre ersten deutlichen Schatten voraus, Ortskomitee und Programmkomitee haben sich - wie immer - fleißig an die Arbeit gemacht und sind dabei, Ihnen eine interessante Tagung vorzubereiten. Die Frühjahrstagung 2011 findet in Dresden statt, im Hygienemuseum. Nach dem Haus der Geschichte 2006 haben wir wieder eine Frühjahrstagung in einem Museum. Diese Entwicklung ist sehr zu begrüßen, weil die Grenzen zwischen den Sparten zunehmend digital verschwimmen. Museen haben immer noch viel zum Anfassen, wie die analogen Archive, so lange sie noch analog sind.
Die Frühjahrstagung in Dresden findet statt vom 9.-11. Mai 2011 und verspricht auch hinsichtlich der gastgebenden Stadt wieder eine ganz besondere Tagung zu werden. Bitte merken Sie sich den Termin vor.
Für den Verlauf des Jahrs 2011 wünsche ich Ihnen alles Gute, Erfolg und Gesundheit - und bleiben Sie info7 und dem vfm gewogen - der vfm zählt inzwischen über 100 Mitglieder - Tendenz steigend. Ich würde mich freuen, wenn auch hier die Kurve weiter nach oben zeigt.
Herzliche Grüße
Ihr HG Stülb
Die Entzauberungsmaschine
Uta Rosenfeld
Liebe Leserin,
lieber Leser,
eigentlich wollte ich ein Editorial über das Schreiben von Editorials verfassen. Glaubt man den einschlägigen Ratgebern, die es dazu selbstredend in großer Zahl gibt, so handelt es sich dabei um eine ganz besondere Textsorte: diffizil und allgemein zugleich, heiter und doch staatstragend, resümierend wie vorausschauend sind nur einige der widersprüchlichen Anforderungen, die unter einen Hut gebracht werden wollen. Und dann, so umsäuseln einschlägige Lehrbücher und Seminarangebote mein Ego, darf ja auch nicht jeder ein Editorial schreiben.
Ach ja, und dann habe ich „gegoogelt“ – und weg
war der ganze Zauber: Was bleibt in Anbetracht der 149 Millionen Ergebnisse, die mir die Suchmaschine für „Editorial“ auswirft, von diesen hehren Worten, Ansprüchen und Besonderheiten noch übrig? Massenware auf der ganzen Linie. Eine Inflation, die auch vor anderen uns lieben und teuren Begriffen nicht halt macht: „Archiv“ kommt auf stolze 79‘500‘000 Treffer, „Dokumentation“ auf 21‘500‘000. Und wer sich vom
Akronym „vfm“ Exklusivität verspricht, wird ebenfalls enttäuscht: Auf 5‘310‘000 Webseiten orten die Crawler von Google die Buchstabenkombination. Maschinenfabriken, Sportclubs (Volleyball), Schuhe, Versicherungs- und Finanzmanagement-Firmen tragen das Kürzel, genauso wie sich mit den Buchstaben vfM ein Verwaltungs-Wortgetüm namens „verkehrlich flankierende Maßnahmen“ schmückt.
Nun ja, die Kehrseite des massenhaften und oft sinnlosen Findens hat ihren eigenen Charme: Wer hätte gedacht das sich der „Verein für Medieninformation“ ausgerechnet mit dem „Verband farbentragender Mädchen“, einem Zusammenschluss von zehn christlichen österreichischen Mittelschulverbindungen für Mädchen, das Kürzel teilt? Hat nicht die Aussage, dass mit Vfm (diesmal für Vorratsfestmeter) genauso der Holzvorrat eines stehenden Baumes oder Waldes angegeben werden kann, einen leicht absurden, aber nicht unsympathischen touch? Und heimelt es nicht fast leise an, mit „value for money“ (sprich dem Preis-Leistungsverhältnis) und dem stehenden Kürzel für „vote for me“ in virtuelle Nachbarschaft gestellt zu werden?
Ach ja, „Frühjahrstagungen“ gibt auf dem Netz 436.000 Mal. Auch unsere sind selbstredend darunter. Und es gibt sie, bzw. erste Vorträge auch in dieser Nummer der info7. Und damit bin ich nun doch wieder bei der obersten Pflicht und vornehmsten Aufgabe eines Editorials gelandet, nämlich auf die Inhalte des Blattes einzustimmen.
Und zwar beginnt diese Nummer von info7 sehr grundsätzlich: Wolfgang Ernst nimmt den Kölner Archiveinsturz zum Anlass, sich Gedanken über das Wesen von Archiven im digitalen Zeitalter zu machen. Ausgehend vom Befund der Entmaterialisierung, Flexibilisierung, Verflüchtigung und Entdauerung von Archiven und Archivmaterialien stellt sich Ernst die Frage, welche Rolle Archiven im Zuge der Neuverhandlungen symbolischer Ordnungen zukommt.
Gleich zwei Beiträge beschäftigen sich mit medienarchivischen Beständen der DDR: Jörg-Uwe Fischer
blickt auf die Einführung des II. Programms im DDR-Fernsehen 1969 zurück; Silvia Oberhack, Katri Jurichs und Elke Steinbach schildern die vielfältigen inhaltlichen, rechtlichen und technischen Herausforderungen im Umgang mit der Audioüberlieferung des MfS und zeigen zudem den Mehrwert auf, den akustische Dokumente für die Aufarbeitung der Stasi-Geschichte haben können, indem sie nicht nur Informationen, sondern auch Emotionen mi transportieren.
Selbstverständlich beginnt mit dieser Nummer auch die Berichterstattung von der Wiener Frühjahrstagung: Den Auftakt machen Michael Vielhaber mit einem ausführlichen Tagungsbericht sowie Siegfried Steinlechner und Felix Kresing-Wulf mit einem Überblick über den State of the Art in Sachen Medienarchive und -dokumentation in Österreich und Deutschland. Mit den Erörterungen zur „Publikation von Archivinhalten“ und zur „Innovativen Recherche“ kommen zudem die ersten Programmschwerpunkte zum Abdruck. Unter www.vfm-online.de/tagungen/doku/2010 stehen übrigens ab jetzt alle Audiomitschnitte, Präsentationen, Fotos und vieles mehr den Tagungsteilnehmern und vfm-Mitgliedern zu Verfügung.
Im Namen der Redaktion wünsche ich Ihnen eine gute Lektüre und gemütliche, goldene Herbsttage
www.wien.at.de
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
die Mediendokumentare stehen vor Wien. Anders als zur Zeit der osmanischen Offensiven im 16. und 17. Jahrhundert kommen sie aber mehrheitlich von der anderen Seite und werden vermutlich auch nicht von den Österreichern zurückgewiesen. Im Gegenteil. Ähnlich wie 2004, als sich die Gemeinde der Mediendokumentare nach Zürich aufmachte, um die traditionell hervorragenden Beziehungen innerhalb der deutschsprachigen Medienlandschaften neu zu befruchten, startet jetzt, sechs Jahre später ein weiterer Versuch. Die Schweizer Mediendokumentar-Szene hatte sich sowohl in der Schweiz selbst, aber auch in den grenzüberschreitenden Zusammenarbeit seither prächtig entwickelt und jetzt hoffen wir, dass es in ähnlicher Weise den österreichischen Kolleginnen und Kollegen zugute kommt, dass die Frühjahrstagung in Wien gastiert. Die bisherigen Ergebnisse der Vorbereitungen können sich sowohl bei den Gastgebern als auch im vfm sehen lassen. Die Begeisterung zur Zusammenarbeit war groß, darüber hinaus werden wir von den großzügigen Hauptgastgebern ORF und APA herzlich willkommen geheißen. Auch in diesem Jahr gibt es eine enge Kooperation zwischen den Verbänden MAA (Medien Archive Austria) in Österreich und Deutschland.
Ich kann nur ermuntern, die nächsten Tage noch zu nutzen, sich bei der Tagung anzumelden. Wir haben ein attraktives Programm, in dem natürlich die grenzübergreifenden Elemente und regionale österreichische Themen Schwerpunkte bilden. Die diesjährige Tagung trägt das Motto: Werte sichern für Generation Web. Nachhaltige Medieninformation und ökonomischer Wandel. Die Reise nach Wien ist sicherlich kaum teurer als eine vergleichbare Reise in eine deutsche Großstadt. Die Veranstaltung in Wien verspricht viele interessante und vermutlich auch neue Begegnungen. Das Programm enthält spannende Themen. Die länderübergreifenden Aspekte bieten weitergehende Erkenntnisse, die zur Erweiterung der mediendokumentarischen Horizonte beitragen werden. Das Rahmenprogramm ist interessant und vielfältig. Natürlich werden wir an vielen Stellen dieser Tagung das anstehende Jubiläum feiern. Uns steht die 50. Frühjahrstagung der Medienarchivare bevor. Dieses erstaunliche Ereignis, auf das alle Mediendokumentare und -archivare stolz sein können, wird im Laufe der Tagung immer wieder in den Vordergrund treten. Die traditionsreiche Stadt Wien bietet dafür eine absolut passende Kulisse, und der Höhepunkt in dieser Hinsicht wird sicherlich der Dienstagabend beim Heurigen sein. Ich bin überzeugt, dass wir eine sehr gewinnbringende Tagung vor uns haben und freue mich, Sie alle in Wien wieder zu sehen. Bitte informieren Sie sich auf der Website des vfm: www.vfm-online.de.
Im vorliegenden Heft von info7 finden Sie selbstverständlich zahlreiche Bezüge zur Wiener Tagung, unter anderem auch den Teilabdruck eines Vortrags der Wiener Frühjahrstagung von 1991. Sie werden erstaunt sein über seine Aktualität. Auch ein “A-Z”-Blick auf die Stadt ist enthalten – mittlerweile Tradition in info7 – er wird Ihnen Hinweise geben, was Sie außerhalb der Tagung in Wien noch unternehmen können.
Ansonsten bietet info7 einen interessanten Beitrag aus der Birthler-Behörde über die dortigen Medienbestände und weitere Dokumentationen von der letzten Frühjahrstagung in Frankfurt. Weitere Tagungsberichte von den Veranstaltungen der IASA sowie von der Konferenz „Fact-Checking“ und ein neuer Rückblick aus unserer Reihe der Einblicke ins DDR-Fernsehen runden das aktuelle Heft ab.
Bleiben Sie gesund und kommen Sie nach Wien.
Herzliche Grüße
Ihr
HG Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
vor nunmehr 60 Ausgaben ist die erste Nummer von info7 erschienen (übrigens mit einen weitsichtigen Kommentar von Eckhard Lange mit dem Titel „Wir, der Staat und die Daten“ – ein Thema, das uns heute wieder in ganz anderer Weise begegnet). Passend zu diesem Jubiläum und passend zum Start
von info7 ins 25 Lebensjahr, ist die Domain info7.de
seit Ende letzten Jahres auf den vfm übergegangen,
so dass Sie nun ganz einfach und direkt auf der digitalen Seite der info7 landen. Sie finden dort ergänzend zur Printversion ein indexiertes Gesamtverzeichnis (seit 1986) und seit neuestem ein digitales
pdf-Archiv (z.Z. ab 2002). Damit kann die Zeitschrift bequem im Volltext durchsucht und vom vfm-Mitgliederportal aus auch heruntergeladen werden. Dort finden Sie übrigens außerdem alle Materialien der
vergangenen Frühjahrstagungen seit 2004 (Audiomitschnitte, Manuskripte und info7-Artikel) sowie die
Fotodokumentationen der letzten 10 Tagungen (ein nach Namen durchsuchbarer Fundus von mehr als 4000 Bildern).
Um das Thema Jubiläum (die 50. Frühjahrstagung – zu der übrigens auch ein Jubiläumsband in Arbeit ist - wirft ihre Schatten voraus...) noch einmal aufzunehmen: Auch bei unserer Rubrik „Rückblick“ – die traditionellerweise das Heft beschließt – gibt es ein Jubiläum. Es ist der nunmehr der 40. Beitrag (im 15. Jahr) dieser Reihe mit ihren Einblicken in das Wirken von Funk und Fernsehen in der DDR. Für die Kontinuität dieser Serie ist maßgeblich Jörg-Uwe Fischer verantwortlich, der uns immer wieder mit den unterschiedlichsten Themen aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Medien und Alltag vor Augen geführt hat, welch spannenden, amüsanten und weitreichenden Geschichten in den einzelen Mediendokumenten, wie hier des Fotoarchivs DRA-Babelsberg, stecken. In seinem Beitrag zu Science Fiction im DDR-Fernsehen blicken wir so quasi durch die Ost-Fernseh-Augen „zurück in die Zukunft“ bzw. in Utopien- und Szenarienvorstellungen der 1960er Jahre.
Bleiben wir beim Blick von hinten nach vorne: Aus
dem Bereich „Aus- und Fortbildung“ stellt Henriette
Schrader eine Verbleibstudie mit bemerkenswerten Ergebnissen vor, nach der heute auf dem „Schnittstellenmarkt Medien und Information“ wieder mehr
Bedarf an Generalisten ist und dass die Berufsaussichten für Medien- und Informationsspezialisten durch ihre besondere Schnittstellenkompetenz durchaus vielversprechend sind.
Weiter in rückwärtiger Reihenfolge: Im Berichtsteil erfahren wir (im Nachklapp zum Schwerpunkt „Bild“ in der letzten Nummer) noch einmal Tipps und Tricks zur Bildrecherche im „Bildersturm“ und zu den weiterten Tätigkeiten eines Bildredakteurs. „Medienarchiv & Ökonomie“ ist ein weiterer Themenkreis, um den sich Fragen nach der Anwendbarkeit von Kennzahlen (Burkhard Nolte/ Martin Borek) und ihre angemessenere Eignung gegenüber innerbetrieblicher Leistungsverrechnung (ILV) für ein Controlling im Bereich Dokumentation und Archive (Jutta Heselmann) drehen.
Mit „Dokumentarischen Konzepten fürs Web“ beschäftigen sich Angela Ullmann, die über die besonderen Anforderungen bei der Archivierung von „Netzressourcen“ aus ihrer langjährigen Erfahrung im Deutschen Bundestag berichtet und Jan Hannemann, der das Projekt Contentus vorstellt. Mit dem Thema „Semantisches Web“ schließlich beschäftigt sich Hoffer von Ankershoffen.
Mit seinem Fachbeitrag zu den Ergebnissen einer Podiumsdiskussion zur Frage „Wird die Vinylplatte die CD überleben“ „vergegenwärtigt“ Ingo Kolasa in drastischer Weise, wie die Endlichkeit der ehemaligen Zukunftslösung CD die Schallarchive zum Handeln zwingt. Mehr Zukunftspotential hat möglicherweise -
die maschinelle Kommunikation „verkörpert“ im
Avatar „Max“ und „beseelt“ von „künstlicher Intelligenz“ von Ipke Wachsmuth, läd dieser ein, über Utopien, Visionen und Szenarien künftiger Anwendungsmöglichkeiten solcher Kommunikationstechniken auf mediendokumentarische Arbeitsbereiche nachzudenken. So schließt sich gewissermaßen der mit einem Rückblick in die Vergangenheit von Sience Fiction begonnene Kreis mit einem Ausblick in die Gegenwart von „Sience als Fiction“.
Und mit Blick nach vorn, ist noch zu erwähnen,
dass die Planungen für die kommende Frühjahrstagung auf Hochtouren laufen. Sie werden Ende Februar alle Informationen, das Programm und das
Anmeldeformular online abrufen können. Wichtige
Hinweise zur Planung und der örtlichen Gegebenheiten finden Sie aber auch jetzt schon unter http://www.vfm-online.de/tagungen/2010.
Herzliche Grüße
Uta Rosenfeld
info7 – Phase III...
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
die diesjährige Frühjahrstagung, die unter dem Motto “Neuland betreten” stand, war wiederum ein großer Erfolg. 327 angemeldete Teilnehmer waren in Frankfurt am Main Zeuge einer spannenden Tagung. Traditionell ist die erste Ausgabe nach der Tagung dieser in besonderer Weise gewidmet. In diesem Jahr kam hinzu, dass eine Mitgliederversammlung der fg7 mit Neuwahlen stattfand, und als besonders herausragende Neuerung nicht mehr die fg7, sondern der vfm (Verein für Medieninformation und -dokumentation e.V.) als Träger der Tagung fungierte. Heiner Schmitt, der neue Vorsitzende der fg7 zog in der Mitgliederversammelung ein Resüme und skizzierte einen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten der fg7, die unter neuer, kleinerer Flagge segeln wird. Das große Schiff ist jetzt der vfm, der künftig nicht nur die Geschicke der Frühjahrstagungen unserer Branche lenken, sondern auch die Zeitschrift info7 herausgeben wird. Sie können das aus dem aktuellen Impressum ableiten. Somit haben wir nach dem Verlagswechsel 2001 von Nomos nach LIT den zweiten größeren Wechsel von der fg7 zum vfm zu verzeichnen.
Der alte Vorstand der fg7 hatte über Jahre versucht, für seine Mitglieder sichtbare Zeichen zu setzen, um die Mitgliedschaft in der fg7 (und damit im VdA) attraktiver zu machen. Die VdA-Mitgliedschaft war für viele in der Medienbranche beschäftigten Dokumentare, Information-Specialists, Onliner und angrenzender Berufsgruppen nur sehr bedingt anziehend, weil sie sich weniger als Archivare identifizieren.
Wir haben als Vorstand der fg7 versucht, für diesen Personenkreis neue Anreize zu schaffen, z.B. einen kostenlosen Bezug von info7. Dafür wäre ein Teilrückfluss der Mitgliedsbeiträge in die fg7-Kasse notwendig gewesen. Leider war keine unserer diesbezüglichen Aktivitäten im Hauptvorstand des VdA von Erfolg gekrönt.
Die fg7 erhielt keine Mittel aus dem Topf des VdA und existierte finanziell nur deswegen trotzdem einigermaßen gut, weil Sie, liebe Leserinnen und Leser sich zu großen Teilen aktiv durch Ihre Mitwirkung oder mindestens Teilnahme an den Frühjahrstagungen engagierten, und somit die finanzielle Basis der Fachgruppenkasse absicherten.
Dies hat sich jetzt verändert. Ich bin während der Tagung in Frankfurt des Öfteren gefragt worden, warum wir den vfm anstelle der fg7 jetzt in den Vordergrund gerückt haben. Mit dem vfm und seinen Mitgliedbeiträgen sind wir nun autonom und nicht mehr abhängig von einem Dachverband, der doch in vielen grundlegenden Dingen eine sehr andere Ausrichtung und Zielstellung hat, als es uns in unserem täglichen Geschäft begegnet.
Der vfm hatte bereits seit seiner Gründung 1997 im Fortbildungsgeschäft bewiesen, dass eine sehr praxisnahe Fortbildung in unserer Branche wichtig ist. Auch mit den Frühjahrstagungen und ihren Programmgestaltungen hofften wir, immer an den Entwicklungen der Zeit und an den Bedürfnissen unserer Branche zu arbeiten. Das ist praxisnah gedacht und hoffentlich in den meisten Fällen auch so angekommen.
Mit der Verlagerung der Zuständigkeiten auf den
vfm bekommen wir eine größere Sicherheit, auch in der Zukunft unsere Tagungen, die Zeitschrift info7 und natürlich die Fortbildungsveranstaltungen – die der vfm selbstverständlich weiter durchführt – noch besser am Bedarf Ihrer täglichen Praxis orientieren
zu können. Darum werden wir uns bemühen. Und natürlich freuen wir uns, wenn Sie uns über die
website des vfm (www.vfm-online.de) über info7 oder in direkter Ansprache an unseren Vorstand Ihre
Bedarfe zur Kenntnis geben. Im Übrigen können wir jetzt auch das tun, was wir immer wollten: info7 ist
bei einer Mitgliedschaft im vfm kostenlos. Wenn das kein Anreiz ist, in den vfm einzutreten. Ich freue mich auf Sie!
Herzliche Grüße
Ihr Hans-Gerhard Stülb
Neuland betreten...
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
“Neuland betreten” ist der Slogan für die unmittelbar bevorstehende Frühjahrstagung. Sie findet statt vom 18.-20. Mai 2009 beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main. Als wir den Tagungsort wählten, ahnten wir noch nicht, dass Frankfurt im Jahr 2009 eine derart herausragende Rolle spielen würde. Die Bankenkrise war für uns “Normalbürger” noch nicht abzusehen, die Zocker dürften es schon geahnt haben. Natürlich liegt es nahe, in der Bankenstadt Frankfurt auch eine Veranstaltung zu planen, die mit Banken zu tun hat. Infolgedessen wird der Workshop 4 zum Thema “Bankinformation” der diesjährigen Tagung in der DZ-Bank am Platz der Republik stattfinden. Die drei anderen Workshops finden bei unseren Kooperationspartnern der diesjährigen Tagung statt: in der Nationalbibliothek, dem Hessischen Rundfunk und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In den Räumen der FAZ wird auch auf freundliche Einladung der Zeitung der diesjährige Gemeinschaftsabend (Get together) am Dienstag Abend stattfinden.
Natürlich gibt es darüber hinaus wieder ein reichhaltiges Fachprogramm der Frühjahrstagung mit
dem wir uns bei der Programmgestaltung - wie seit Jahren üblich - an den aktuellen Entwicklungen der Branche orientieren und hoffen, wieder so attraktiv zu sein, dass Sie in großer Zahl nach Frankfurt kommen. Die Details und weitere Highlights im Programm entnehmen Sie bitte der neugestalteten Homepage des VFM
www.vfm-online.de
Hier finden Sie alle notwendigen Informationen zur Tagung. Sie können sich dort online anmelden, für die einzelnen Veranstaltungen eintragen, sofern eine vorhergehende Anmeldung erforderlich ist und in gewohnter Weise Informationen über die Stadt Frankfurt und rund um die Tagung bekommen. Informationen über Frankfurt gibt es auch in unserem - nunmehr schon fast traditionellen Artikel Frankfurt von A-Z, mit dem die vorliegende INFO7 beginnt. Mein herzlicher Dank gilt dem Autorenteam, das sich sehr viel Mühe gegeben hat und Ihnen bereits vor der Tagung einen guten Einblick in die Feinheiten dieser Stadt liefert, die im Mai - auch wegen des dann angenehmen Klimas einen schönen Rahmen für unsere Tagung bieten wird. Bei gutem Wetter bekommen diejenigen, die am Sonntag schon da sind, einen weiten Blick über die Stadt vom Maintower inmitten des Bankenviertels geboten, und auch die Stadt Frankfurt lädt uns am Montag in den berühmten Römer ein. Vielleicht dürfen wir ja auch mal auf den berühmten Balkon...
“Neuland betreten” heißt es dieses Jahr in Frankfurt nicht nur in Bezug auf die Örtlichkeiten, sondern
auch hinsichtlich des Programms; wir ziehen Bilanzen und suchen neue Wege auch in der Mediendokumentation, nicht nur die Banken tun
das. Der VFM als neuer Träger der Frühjahrstagungen und die FG7 begrüßen Sie herzlich hoffentlich in großer Zahl im Mai in Frankfurt.
Ich freue mich auf Sie - herzliche Grüße
Ihr Hans-Gerhard Stülb
Neue Entwicklungen - 2009
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
Sie haben hoffentlich alle den Sprung in das neue Jahr gut überstanden und – bevor das Jahr 2009 sich richtig entfaltet – genügend Zeit, das vorliegende Heft 3/2008 von INFO7 in aller Ausführlichkeit zu lesen.
Vor uns liegt ein spannendes Jahr, das einiges an Veränderungen bringen wird. Sie kennen alle hoffentlich den VFM, der als „Ableger“ der FG7, im Jahr 1997 gegründet wurde, und sich um die Fortbildungskultur unserer Branche gekümmert hat. Zunächst geschah das in Kooperation mit dem „Haus Busch“ in Hagen und nach dessen Insolvenz im Jahr 2005 in Zusam-menarbeit mit dem JBB (Arbeitsgemeinschaft Jour-nalistische Berufsbildung von VSZV und DJV in Baden Württemberg). Wir berichteten darüber. Der VFM wird seine Fortbildungsaktivitäten – wie bisher – immer orientiert an der Praxis Ihrer täglichen Bedürfnisse mit unverminderter Kraft fortführen. Dafür sorgt schon unser unbremsbarer Studienleiter Felix Kresing-Wulf.
Doch der VFM wird ab dem Jahr 2009 sein Aufgaben-spektrum erweitern. Die Mitgliederversammlung des VFM hat im Einvernehmen mit dem Vorstand der FG7 im November 2008 beschlossen, dass der VFM die Hoheit über die Frühjahrstagungen übernimmt. Daher wird die nächste Frühjahrstagung, die vom 18.-20. Mai in Frankfurt am Main stattfinden wird erstmals unter der Federführung des VFM in Kooperation mit der FG7 organisiert. Der VFM heißt jetzt „Verein für Medieninformation und -dokumentation” e.V. Das Kürzel VFM bleibt daher erhalten. Über die Neuorganisation des VFM und die Veränderungen, die damit verbunden sind, werden wir im nächsten Heft von INFO7, das voraussichtlich Ende März, Anfang April erscheinen wird, ausführlich berichten.
Im vorliegenden Heft finden Sie vor allem noch einmal Themenschwerpunkte der Frühjahrstagung in Berlin 2008 und einen Bericht über die Fachgruppensitzung am Deutschen Archivtag in Erfurt.
Retrodigitalisierung, Öffnung der Archive, Musikberatung, Bildermarkt sind die entsprechenden Schlagwörter dazu. Der Rückblick beschäftigt sich in diesem Heft mit “Laienkunst im DDR-Fernsehen”. Besonders spannend dürfte für viele der Fachbeitrag zur Entwicklung des Urheberrechts in der Schweiz sein, weil er einen interessanten Einblick in die Unterschiede der Rechtslage in Europa aus der Perspektive der Nutzer gibt und nebenbei daran erinnert, dass die Schweiz seit der Frühjahrstagung 2004 einen stabilen Anteil an der Gestaltung der Tagungen und auch der Inhalte von INFO7 trägt.
Ich wünsche Ihnen allen einen guten Start ins neue Jahr und hoffe, Sie im Mai in Frankfurt gesund wiederzusehen.
Herzliche Grüße
Ihr Hans-Gerhard Stülb
Nachlese – Berlin
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
zeitlich nicht weit entfernt von der Weinlese beginnen wir unsere Nachlese der Frühjahrstagung 2008 in Berlin. Mit einer Rekordteilnehmerzahl von 474 angemeldeten Teilnehmern plus einer größeren Anzahl von Tagesgästen aus den örtlich angesiedelten Insti-tutionen war die Frühjahrstagung in Berlin in jeder Hinsicht ein Höhepunkt. Selbst wenn ein paar Einschränkungen in Kauf genommen werden mussten – die Einlaßkontrollen im Auswärtigen Amt waren aufwendig, aber nicht zu vermeiden – trübte dies nicht die inhaltllich und emotional ausgezeichnete Stim-mung der Tagung. Ein außerordentlich aktives Orts komitee sorgte überdies dafür, dass nicht nur ein offensichtlich spannendes Programm so zahlreich die Besucher anzog, sondern auch das attraktive Begleit-programm. Natürlich konnte dies – wie soll es in Berlin auch anders sein – nur einen ganz kleinen Teil der Möglichkeiten abbilden, die die Stadt zu bieten hat.
Diejenigen, die dabei gewesen sind, bekommen jetzt die Gelegenheit, in dieser Ausgabe von INFO7 noch einmal die inhaltlichen Arbeitsblöcke nachzuvollziehen. Wir konzentrieren uns in dieser Ausgabe auf die „Medienlandschaft Berlin“, den „Workshop Presse“ und den Block 1 der Tagung über „Neue Werkzeuge für Indexierung und Recherche“. Selbstverständlich gehören auch die Eröffnungs- und Grußreden, sowie ein Tagungsbericht zur üblichen Ausstattung dieser ersten Ausgabe von INFO7 nach der Tagung. Erstmals dokumentiert ist eine „Redeschlacht“ von dem legendären jährlichen Rathausempfang. Ausgerechnet im „Roten Rathaus“ zu Berlin ist es gelungen, die Worte der Staatssekretärin Barbara Kisseler einzufangen, die an Stelle des Regierenden Bürgermeisters Wowereit die Tagungsgäste begrüßte.
Auf unserer Website www.fg7.de sind im Übrigen bereits jetzt alle Beiträge der Tagung, soweit sie mitgeschnitten und dokumentiert vorliegen, zum Nachlesen und Nachhören als Audio bereit gestellt. In INFO7 finden Sie hingegen die inhaltliche Zusammenfassung bestimmter Schwerpunkte. Ein Fachbeitrag, geschrieben anläßlich einer Magisterarbeit zum „Schwarzen Kanal“ des DDR-Fernsehens sowie ein Rückblick über den ersten Fernseh-übertragungswagen des Senders Leipzig vervollständigen das aktuelle Heft und setzen einen zweiten Schwerpunkt bei der Vergangenheit des DDR-Fernsehens.
Ich hoffe, liebe Leserinnen und Leser, sie hatten einen schönen Sommer und können sich mit dieser Ausgabe von INFO7 an eine gewinnbringende Frühjahrstagung erinnern, bevor Sie in die herbstlichen Arbeitsschwerpunkte starten, für die ich Ihnen viel Erfolg wünsche.
Herzliche Grüße
Ihr Hans-Gerhard Stülb
Ausweis raus - Berlin, wir kommen!
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
im letzten Heft hatte ich Ihnen angekündigt, dass die nächste Frühjahrstagung der fg7 in Berlin im Auswärtigen Amt stattfinden wird. Damit haben wir dieses Jahr einen ganz besonderen Tagungsort gefunden, der natürlich auch einige Besonderheiten mit sich bringt. Es ist ganz wichtig, und deshalb wiederholen wir es so oft wie möglich: Im Auswärtigen Amt gelten – wer will es Herrn Steinmeier verdenken – besondere Sicherheitsmaßnahmen. Die Anmeldung zur Frühjahrstagung sollte dieses Jahr so früh wie möglich erfolgen, weil das AA eine Liste der angemeldeten Personen benötigt und im Rahmen einer Eingangskontrolle prüft, ob auch wirklich eine Anmeldung erfolgt ist. Dies gilt wirklich für jeden, der an der Tagung teilnehmen möchte, egal ob fg7-Mitglied oder nicht, ob Referent, ob Vorstandsmitglied, Ehrenvorsitzender, Aussteller oder Student. Zu dieser Überprüfung ist der Personalausweis mitzuführen. Also bitte vergessen Sie ihn nicht!
Möglicherweise erscheint Ihnen dieser Kontrollaufwand für eine Tagung der Medienarchivare zu penibel. Aber ich bitte um Verständnis, dass angesichts der im Auswärtigen Amt erhöhten Sicherheitsanforderungen keine andere Möglichkeit besteht. Nehmen Sie es sportlich! Ich bin auch sicher, dass Sie für Ihre Geduld belohnt werden. Das Ambiente der Tagung ist wirklich außergewöhnlich, die Platzierung der Tagungsstätte mitten im neuen Berlin in der Nähe des im Abriss befindlichen „Erichs Lampenladen“ ist prominent. Ein höchst aktives Ortskomitee und das Programmkomitee haben dafür gesorgt, dass Ihnen ein attraktives Programm geboten wird und viele spannende Stunden bevorstehen. Natürlich werden wir Sie – wie immer – rechtzeitig über die weiteren Vorbereitungen der Tagung auf unserer Website www.fg7.de und hier in INFO7 informieren.
INFO7 spannt traditionell inhaltlich jeweils im ersten Heft des Jahres einen Bogen zwischen der vergangenen und der kommenden Tagung. Die Aufbereitung der Ergebnisse der Frühjahrstagung in Stuttgart 2007 findet hier insbesondere durch die Themen „Kooperation in der Archivarbeit“, „Barrierefreiheit“ und „Kleine Archive“ ihren Abschluss. Die nächste Tagung in Berlin wirft Ihre Schatten voraus: Der Blick auf die Hauptstadt Berlin wird mit einem Artikel „Berlin von A-Z“ vorbereitet. Auch die ist bereits Tradition. Sie finden hier sicher noch Anregungen für Ihren bevorstehenden Aufenthalt. Der Artikel ist eine Gemeinschaftsproduktion des Ortskomitees und mit viel Engagement und offensichtlicher Freude erstellt worden.
Einen weiteren Schwerpunkt des vorliegenden Heftes finden Sie in dem Beitrag von Elisabeth Niggemann, der die neuen Aufgaben der Nationalbibliothek zur Sicherung von Internetseiten beinhaltet. Edgar Lersch befasst sich mit den Aufgaben und Problemen von Editionen audiovisueller Dokumente.
Ein großer Einschnitt für viele aus unserer Branche vollzog sich eher im Stillen. Der Verein Fortbildung Mediendokumentation (vfm), Mitte der Neunziger Jahre aus der fg7 hervorgegangen, hat den Studienleiter gewechselt. Gustav A. Mohrlüder ist in den zweiten Ruhestand gegangen, nachdem er vor Jahren schon aus dem ZDF ausgeschieden war, aber eben bis zum Jahreswechsel 2007/2008 den vfm maßgeblich verkörperte. Grund genug, ihm einen Abschnitt des aktuellen Heftes von INFO7 zu widmen. Die Redaktion wünscht G.A. Mohrlüder alles Gute für seinen weiteren Lebensabend.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser eine gute Anreise nach Berlin, eine gewinnbringende Frühjahrstagung sowie eine spannende Lektüre in diesem Heft von INFO7.
Herzliche Grüße
Ihr Hans-Gerhard Stülb
Auswärtiges
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
ein neues Jahr hat begonnen, und ich wünsche Ihnen allen, dass es nur Gutes für Sie bereit hält. Mit der neuen INFO 7, die leider nicht – wie erhofft – auf dem Gabentisch zu Weihnachten landen konnte, halten Sie hoffentlich wieder etwas Gutes in den Händen. Die Redaktion ist weiterhin unvermindert bemüht, die in unserer Branche wichtigen Entwicklungen aufzuspüren und sie Ihnen über Artikel, Vorträge und Diskussionen zu präsentieren.
Wie Sie wissen, ist unser zentrales Ereignis des Jahres die Frühjahrstagung der Fachgruppe der Mediendokumentare und Archivare. Hier kommen jährlich die in unserer Branche tätigen wichtigsten Menschen zusammen und tauschen sich über die neuesten Entwicklungen aus. Im Jahr 2008 ist uns bezüglich des Austragungsortes der Tagung ein besonderer Coup gelungen – wir können unsere Frühjahrstagung im Auswärtigen Amt in Berlin abhalten. Dank einer sehr großzügigen Geste des Ministers des Auswärtigen, dem ich auch an dieser Stelle schon einmal herzlich danken möchte, finden wir bezahlbare Rahmenbedingungen vor, um in einem Ambiente zusammenzukommen, dass uns alle motivieren sollte, eine großartige und fruchtbare Veranstaltung zu erleben. Daher möchte ich auch jetzt schon betonen, dass ich mich sehr freuen würde, wenn wir in Berlin einen neuen Teilnehmerrekord aufstellen könnten. Die Räumlichkeiten sind dafür geeignet, eine entsprechende Anzahl an interessierten Teilnehmern aufzunehmen. Kommen Sie nach Berlin! Die Frühjahrstagung findet dieses Jahr vom 21.-23. April statt. Das Ortskomittee ist sehr aktiv und wird uns ein erlebnis- und ereignisreiches Umfeld organisieren. Auch für diese zahlreichen Vorarbeiten bedanke ich mich schon jetzt einmal. Wie immer beginnt die Tagung mit dem Vorprogramm für Interessierte schon am Sonntag.
Natürlich werden wir Sie – wie immer – rechtzeitig über die weiteren Vorbereitungen der Tagung auf unserer Website www.fg7.de und hier in INFO 7 informieren.
Im vorliegenden Heft von INFO 7 finden Sie zum Jahreswechsel noch eine Reihe von Themen, die der letzten Frühjahrstagung in Stuttgart folgen. Zukunftsweisend ist nach wie vor der Themenkreis, der sich um die Automatischen Verfahren zur Erschließung dreht, aber auch die europäische Digitale Bibliothek wirft weiter ihre Schatten voraus. In diesem Zusammenhang sind auch die rechtlichen Fragen unverändert relevant. In diesem Heft geht es um die Auswirkungen des so genannten „Korb 2“ zur Reformation des Urheberrechts in Bezug auf die Archivierung von Presseartikeln. Neu, auch für INFO 7, ist die Befassung mit wirtschaftsarchivarischen Themen. So kamen anlässlich der Stuttgarter Tagung 2007 zwei Unternehmensarchive (Porsche und Daimler-Chrysler) zu Wort. Die Wirtschaftsarchivare bei den Medienarchivaren – im Mai 2006 hatten die Wirtschaftsarchivare ihre Frühjahrstagung mit Medienthemen gewürzt. Hier findet gelebte Kooperation statt.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser ein gutes und erfolgreiches Jahr 2008 und freue mich, Sie alle im April in Berlin wieder zu sehen.
Herzliche Grüße
Ihr Hans-Gerhard Stülb
Von Dialogen
und Anatolen
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
die Frühjahrstagung 2007 in Stuttgart liegt hinter uns, die nächste Tagung 2008 in Berlin wirft ihre Schatten – zumindest in der Vorstandsarbeit – schon weit voraus. Die konkrete Planung hat begonnen. Zeitpunkt und -ort der Tagung stehen aber noch nicht fest. Wir werden Sie natürlich auf dem Laufenden halten und spätestens im dritten Heft 2007 auch schon Genaueres ankündigen können. Bitte beachten Sie auch unsere Internetseiten (www.fg7.de). Hier können Sie auch online auf die Tagungsdokumentation der Stuttgarter Tagung zugreifen und Tagungs-CDs der letzten drei Jahre bestellen.
Traditionell blickt das zweite Heft des Jahres auf die gerade beendete Frühjahrstagung zurück. Stuttgart kann wieder einmal als großer Erfolg gewertet werden. Inhaltlich und organisatorisch sind wir sehr zufrieden. Wir haben den seit der Medienkrise aufgenommenen Dialog über die Position der Archive im sich verändernden Entwicklungssprozess der Informationsgesellschaft auf der Tagung in einer Podiumsdiskussion wieder aufgenommen. Dieses Mal stand der Schwerpunkt der Archivnutzung sehr im Vordergrund. Wozu braucht man heute noch Archive, wie gestaltet sich deren Nutzung zukunftsorientiert? Was ist dabei ökonomisch, inhaltlich und auch moralisch zu bedenken? Auch die zunächst einmal sehr analog klopfenden „Herztöne“ des Eröffnungsredners Walter Filz wurden selbstverständlich digital präsentiert, aber analog wahrgenommen. Auch hier verbargen sich offen ausgesprochene Hinweise zur Zukunft der Archive in Krisenzeiten oder – neutraler gesagt –
in Zeiten der Veränderung.
Verfolgt man die Entwicklung über Jahrzehnte wird man feststellen, dass erfolgreichen Entwicklun-gen der Medienarchive und ihrer Dienstleistungen meist kreative Prozesse und Mut der Verantwortlichen vorausgingen – die allerdings auch ein analog zugängliches Umfeld benötigten, um erfolgreich sein zu können. Und es waren immer Dialoge mit den Verantwortlichen notwendig.
Ein nicht unbedingt neuer, aber umso kräftiger grei-fender Prozess ist aktuell die Entwicklung zu übermedialen Strukturen und Workflows, die durch die beginnende Digitalisierung im Fernsehen kräftigen Rückenwind bekommt. Auch dieses Thema stand im Vordergrund der diesjährigen Tagung und bildet einen Schwerpunkt im aktuellen Heft.
Wenn Sie nach diesem Editorial aus der Über-schrift immer noch ableiten, dass unsere Tagung 2008 im Ausland stattfinden wird, haben Sie vielleicht recht, aber es wird nicht in Anatolien sein. Mehr dazu demnächst an gleicher Stelle.
Ich wünsche Ihnen einen noch hoffentlich schönen sommerlichen Herbst 2007.
Herzliche Grüße
Ihr Hans-Gerhard Stülb
“Qualitäts(ver)sicherung Archiv“
Franz-Josef Gastertich
Liebe Leserinnen und Leser,
in Zeiten der sogenannten Medienkrise werden Kostenblöcke in Verlagen und in privaten wie öffentlich- rechtlichen Rundfunkanstalten konsequent auf den Prüfstand gestellt. Die Medienarchive bleiben hier natürlich nicht außen vor, sondern müssen mit ihren Leistungen unter Beweis stellen, daß das Archiv nicht nur vom Anspruch her eine „Qualitätsversicherung“ für Publikation oder Programm und damit sein Geld wert ist. Hinzu kommt der Wettbewerbsdruck durch das umfassende Informationsangebot des Internet mit seinen kostenlosen Inhalten und den als allwissend überschätzten Suchmaschinen. Es erweckt bei dem einen oder anderen Kunden der Archive den Eindruck, zumindest für die Recherche von Informationen brauche er die Dienstleistungen der Archive und ihre einzigartigen, im Internet gar nicht erreichbaren Bestände und Daten nicht mehr. Umfassend digitalisierte, über Intranets an jedem Arbeitsplatz verfügbare Archive (in dem einen oder anderen Fall bereits von Indexierungsautomaten erschlossen) ermöglichen zudem die einfache und komfortable Eigenrecherche der Nutzer in den eigenen Archivbeständen der Häuser.
Diese, seit einigen Jahren immer virulentere Herausforderung an die Medienarchive greift die nächste Frühjahrstagung der fg7 in Stuttgart mit ihrem Motto „Qualitätsversicherung Archiv: Einschnitte, Ziele und Durchbrüche.“ abermals auf. Mit Vorträgen und Diskussionen über Kooperationen, automatische Verfahren bei Indexierung und Recherche, die Bewertung der Pressearchive, Digitalisierungsprojekte, rechtliche Fragen und den ergänzenden, spartenbezogenen Workshops setzt die Tagung die Auseinandersetzung mit den aktuellen und drängenden Themen unserer Zunft fort, die bereits im letzten Jahr in Bonn das Treffen der Medienarchivare prägten.
Diese Ausgabe von info7 dokumentiert wichtige Beiträge der letztjährigen Tagung im Bonner Haus der Geschichte und stimmt damit bestens auf die kommenden Stuttgarter Tage ein: Anja Lehmann berichtet über den Strukturwandel der Landschaft der kleineren Pressearchive. Günter Peters ergänzt dies um die Schilderung der Weiterentwicklung der G+J Pressedatenbank. Nachlesen können Sie auch die Podiumsdiskussion über die Informationsqualität in Zeiten des Internet und das Verhältnis zwischen Wikipedia und Brockhaus sowie die kritische Betrachtung des Internet und der „oberflächlichen Zuspielung“ digitaler Medien von Uwe Jochum. Dem schließt sich dann gleich als Kontrapunkt aus der Praxis der Bericht über ein Digitalisierungsprojekt des Deutschen Bundestages an. Eine besondere Perle dieser Ausgabe ist last not least die Ortsbeschreibung „Stuttgart von A-Z“ von Ulrike Höflein. info7 setzt damit seinen schon traditionellen Service fort und stellt wie jedes Jahr den Ort der Frühjahrstagung vor.
Das Ortskomitee, die Referentinnen und Referenten, der Vorstand der fg7 und natürlich die Redaktion von info7 freuen sich darauf, Sie vom 14.-16. Mai 2007 auf der Frühjahrstagung der fg7 in Stuttgart zu treffen, um mit Ihnen Erfahrungen auszutauschen und zu diskutieren. Kommen Sie wieder zahlreich, damit wir gemeinsam Ideen und Konzepte entwickeln für eine erfolgreiche Arbeit der Medienarchive auch in der Zukunft! Bis bald in Stuttgart!
Es grüßt Sie herzlich
Ihr Franz-Josef Gasterich
P. S. Um an die bisherigen Diskussionen anknüpfen zu können und die jeweiligen Standpunkte zu dokumentieren, haben wir die Bonner Tagung wieder komplett mit allen Audiomitschnitten, Fotos, Skripten und sonstigen Materialien auf einer multimedialen CD-ROM aufbereitet, die Sie in Stuttgart gegen einen Unkostenbeitrag von 15,- € erwerben können.
Auf dem Weg zu einem neuen Berufsbild?
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
im Jahr Eins nach der Fußball-Weltmeisterschaft und direkt vor der Handballweltmeisterschaft
in Deutschland schreibe ich dieses Editorial für ein Heft INFO 7, das wiederum
ein bisschen zu spät ausgeliefert wird und nicht mehr - wie ursprünglich geplant
- Ihre Weihnachtsgabentische bereichern kann. Der Sport allerdings spielt in
diesem Heft eine große Rolle. Erstmalig hatte die fg7 auf ihrer letzten
Frühjahrstagung das Thema „Sportdokumentation“ in einem Tagungsblock behandelt,
und nun findet dies seine Fortsetzung in unserer Fachzeitschrift. Natürlich
ist die Sportdokumentation für einige Redaktionen die wesentliche Dokumentation
überhaupt und für Sportzeitschriften wie den „Kicker“ elementar. Aber die überwiegende
Anzahl unserer Dokumentationsstellen beschäftigt sich nur am Rande damit. Manche
auch gar nicht. Vielleicht kann die in diesem Heft dokumentierte Tagungsveranstaltung
für den ein oder anderen Anlass sein, sich einmal mit diesem Thema zu beschäftigen.
Natürlich haben wir auch wieder andere Themen im Programm. So finden Sie einen
Bericht über die Nutzung von Audio-Wasserzeichen. Auch das Audio- Mining haben
wir wieder einmal angesprochen. Zu beiden Themen gibt es Erfahrungsberichte.
Ein weiterer Block der Frühjahrstagung beschäftigte sich mit der Archivierung
von Websites.
Im Vorstand der Fachgruppe haben wir uns vorgenommen, demnächst das Berufsbild
der Mediendokumentare neu zu beleuchten. Hier haben sich inzwischen so viele
Veränderungen ergeben, dass auch der auf unserer Homepage veröffentlichte, seinerzeit
von Eckhard Lange verfasst Artikel nicht mehr gültig sein kann. Deswegen ist
er zurzeit auch nicht mehr auf der Website verfügbar. Ralph Schmidt hat sich
aus seinem Umfeld heraus bereits zu diesem Thema Gedanken gemacht und Thesen
dazu aufgestellt. Wir würden uns über Beiträge Ihrerseits zu diesem Thema freuen.
Wir stehen auch ein wenig ratlos vor der Situation, dass das „Sterben“ oder
extreme Verkleinern von Dokumentationseinrichtungen offenbar nicht nachlässt.
Jüngstes Beispiel ist der Recherche-Bereich von RTL, der nahezu komplett geschlossen
worden ist. Da die Kolleginnen und Kollegen von RTL auch gerade in den letzten
Jahren auf unserer Tagung sehr präsent und aktiv waren, ist dies ein weiteres
Ereignis - es gab ja bereits einige Vorläufer - das uns auch im Vorstand der
Fachgruppe beschäftigt und uns nachdenklich macht, was wir tun können, um dem
Berufsbild des Mediendokumentars Auftrieb zu verleihen.
Nicht als Antwort auf diese Frage, sondern als Leitfrage für die kommende Frühjahrstagung
ist denn auch das Tagungsthema zu verstehen: „Qualitätsversicherung Archiv -
Einschnitte, Ziele und Durchbrüche in der Dokumentation von Medien“.
Die diesjährige Frühjahrstagung wird vom 14.- 16. Mai in Stuttgart beim Südwestrundfunk
stattfinden. Ich lade Sie herzlich ein, dort wieder unser Gast zu sein. Details
zur Tagungsplanung finden Sie zu gegebener Zeit wie immer auf unserer Website
und in der April-Ausgabe von INFO 7. Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Jahr
2007.
Herzliche Grüße
Ihr Hans-Gerhard Stülb
“Öffnung der Archive“
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
seit Jahren hallt es durch die Republik, geäußert von mehr oder
weniger einflussreichen Politikern, dass die Archive sich für die Öffentlichkeit
mehr „öffnen“ sollen. Eine gewisse Hysterie ist ausgebrochen,
seitdem große Computerkonzerne wie Microsoft und Google die Inhalte entdeckt
haben und zunehmend Content aufkaufen, um diesen dann im großen Stil der
Welt über das World Wide Web zu präsentieren. Natürlich alles
umsonst.
Das Europäische Projekt der „digitalen Bibliothek“ ist
der Versuch der EU, diesem Konzernstreben etwas staatliches entgegenzusetzen,
um dem Ausverkauf der über Jahrhunderte aufgebauten kulturellen Inhalte
der alten Welt entgegenzuwirken. Beide Seiten wollen nur das Beste für
den Menschen, und wir Archivare müssen mit den Folgen umgehen.
Noch ist ja nicht viel passiert, aber welche Entwicklungslinien möglich
sind, welche Ansätze es bereits gibt, und in welcher Weise es sich lohnt,
hier am Ball zu bleiben, um in der Zukunft „mitspielen“ zu können
ist ein spannendes Diskussionsfeld, gerade auch für Mediendokumentare.
Wir haben uns daher auf der letzten Frühjahrstagung unter vielen anderen
mit diesem Thema befasst. Die gerade vergangene Frühjahrstagung ist traditionell
jedes Jahr im zweiten Heft der INFO 7 der herausragende Schwerpunkt. In Bonn
trafen sich dieses Jahr wieder über 300 Mediendokumentare und Archivare
zu ihrer Tagung, die im Haus der Geschichte einen sehr ansprechenden Gastgeber
hatte. Im Eröffnungsvortrag konnte Ministerialdirigent Hans Ernst Hanten
die politische Dimension des Content-Booms aufzeigen und somit einen Einstieg
in die Thematik liefern, die uns in den nächsten Jahren weiter beschäftigen
wird. Auch die Verbindungslinie zwischen Archiven und Museen, die der Sammlungsdirektor
des Hauses der Geschichte, Dietmar Preißler, im anderen Eröffnungsvortrag
zog, gab Anlass zum Nachdenken und Anregungen zur Neuaufstellung so mancher
Institution in dieser zunehmend digitalen Global-Player-Welt.
info7 gibt in diesem Heft einen Überblick über die Ergebnisse der
Tagung und stellt dabei besondere Arbeitsschwerpunkte heraus. Dazu gehört
die Digitalisierung im Produktionsbetrieb. Schon lange sind die Workflows neu
aufgestellt und neu gestaltet. Neuere technische Entwicklungen, die zunehmend
auch das Wesen der Archive erreichen, wie die Verwendung von Wasserzeichen in
Audiodokumenten oder die Entwicklung der mobilen Dienste im Verhältnis
zu den traditionellen Medien, aber auch immer komplexer werdende Fragen von
Datenformaten und Bestandssicherung prägten das Bild dieser Tagung in Bonn.
Ich hoffe, Sie können, sofern Sie nicht in Bonn dabei sein konnten, einen
nachträglich aufschlussreichen Blick auf die Dinge werfen. Für
die Teilnehmer ist es wie immer eine gute Gelegenheit, in aufbereiteter Form
wesentliche Aussagen der Tagung in die Erinnerung zurückzurufen. Im Übrigen
bietet auch die Homepage der fg7 neuerdings eine neue Tagungsdokumentation
mit der Audiobereitstellung von Beiträgen.
Nächstes Jahr wird die Frühjahrstagung in Stuttgart beim Südwestrundfunk
stattfinden und sicherlich werden wir dort wiederum neue Erkenntnisse gewinnen
können.
Bleiben Sie uns gewogen.
Herzliche Grüße
Ihr Hans-Gerhard Stülb
Archive - Zeit & Zeichen
Ralph Schmdit
Schließfächer für Zeichen der Zeit: Medienarchive, ob materiell
oder digital, verwahren vom Popsong über das Sportfoto bis zur Polit-Doku
das gesamte kleine und große Gepäck, das eben zur Ausstattung einer
Epoche gehört. Und die Mediendokumentation hat die Schlüssel dazu.
Schlüsselgewalt
Im Bonner Haus der Geschichte sind zahlreiche dieser Asservaten zu besichtigen,
die den Werdegang unserer Republik rekonstruieren helfen. Was lag näher,
als die Frühjahrstagung der fg7 ins Museum zu bringen. Ende April
werden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, erleben können, welches Geschick
der Bits und Bytes verpflichteten Mediendokumentation zwischen Kultur und Kommerz
beschieden ist. Sie werden von Ordnungsspezialisten, Journalistinnen und Wissenschaftlern
von den Veränderungen, den Fortschritten aber auch den Einschnitten in
der Medienproduktion hören, die Digitalisierung nun mal mit sich bringt,
und Sie werden mit den verkaufenden, sammelnden und lehrenden Vertretern der
Informationszunft darüber diskutieren, ob und wie man in Zeiten des World
Wide Web gute von schlechten Informationen trennt.
Dass die digitale Mediendokumentation zum unentbehrlichen und gewinnbringenden
Produktionsfaktor geworden ist, wird niemand mehr anzweifeln. Schließlich
besitzt sie alle passenden Schlüssel zum Programmvermögen und zum
kollektiven Gedächtnis. Das Internet ist dabei nur eine schwache Konkurrenz:
es bietet viele Schließfächer, verfügt aber kaum über die
nötige Schlüsselgewalt. Doch auch darum küm-mert sich die Dokumentation.
Damit die ins Internet gestellten Zeichen aus Kultur, Politik und Wissen-schaft
die Zeit überdauern, ist eine verlässliche und kluge Website-Archivierung
vonnöten. Genau darüber wird in einem der Workshops auf der Frühjahrstagung
berichtet und diskutiert.
Text oder nicht Text
Auch die anderen Dokumentwelten kommen auf der Tagung zu ihrem Recht. In den
anderen Workshops können die Teilnehmer Neues und Zukunftsweisendes über
die innovativen Schürfmethoden im Audiobergwerk erfahren – computergestützt
sorgt Audiomining dafür, dass man in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft
in Wortproduktionen des Hörfunks ähnlich komfortabel nach Inhalten
suchen kann wie heute schon in der Textwelt. Ein anderer Workshop spürt
den Neuerungen und Entwicklungen des digitalen Bildermarktes nach, und in einem
vierten Workshop wird in der Katholischen Nachrichtenagentur überlegt,
ob die kleinen Ein-Personen-Pressearchive wohl aussterben und was danach kommt.
Vieles mehr hat die kommende Tagung zu bieten: Am Montag Libysches Gras, das
über die Archivlandschaft und in den Internetebenen wächst, am Dienstag
Einsichten in das Allerheiligste der Bolzanalysten, also die Datendokumentation
zu Fußballstatistiken des »kicker«, und am Mittwoch schließlich
Technisches über die Mobilmachung von Informationsdiensten und Philosophisches
über die Verfallsdaten von Medien.
In dubio pro audio
All das können Sie in Bonn erfahren, ersehen und erhören. Dass Sie auch nach der Tagung auf die präsentierten Aktualitäten nicht verzichten müssen, dafür sorgt seit kurzem ein neuer Dienst der fg7. Auf der nur für Mitglieder einseh- und hörbaren Internetseite ‹http://www.fg7.de/Mitglieder› finden sich derzeit alle Vorträge der letzten, der Hamburger Frühjahrstagung – und ab kommenden Sommer auch die Beiträge der »Bönnschen« Tagung. Zu den Vorträgen können Sie die Abstracts und Schriftfassungen downloaden, Sie finden etliche Powerpoint-Präsentationen wie auch Bilder vom Tagungsgeschehen und seit neuestem – wer nicht lesen kann muss hören – die Audiomitschnitte jener Beiträge, für die Referenten keine Textdatei beigesteuert haben.
Aber wer jetzt denkt: »Es geht also auch ohne Tagung«, den bestraft das Leben – denn Information ist nicht alles.
Bis bald in Bonn
Ihr Ralph Schmidt
Meilensteine im „Buch der Geschichte“
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
„zwischen den Jahren“ sagen fälschlicherweise viele Menschen, wenn sie die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr eines bestimmten Jahres bezeichnen wollen. Zwischen welchen Jahren fragt man sich da, weil ja beispielsweise zwischen dem Jahr 2005 und einem beliebigen Folgejahr mindestens das Jahr 2006 liegen müsste, wobei dann das Folgejahr mindestens 2007 genannte werden müsste. Also wäre es sicherlich besser, „zwischen den Tagen“ zu sagen und damit einerseits die Weihnachtstage und andererseits die Jahreswechseltage, die für manchen in unseren Landen bis zum 6. Januar reichen, zu meinen. Sei es drum. Wie schwer es ist, die deutsche Sprache zu verändern, haben wir spätestens bei der gescheiterten Rechtschreibreform zur Kenntnis nehmen müssen.
Weshalb ich das alles kommentiere? Nun, „zwischen den Tagen“ ist das neue Heft von info7 fertig geworden. Leider gelang es uns nicht ganz, es als zusätzliches Präsent für die Feiertage in die erleuchteten Stuben zu bringen. Dennoch handelt es sich dieses Mal um ein besonders lesenswertes Heft, weil sich in diesen Monaten Dinge in unserer Branche ereignet haben, die man durchaus als hervorgehobene Seiten im berühmten „Buch der Geschichte“ eintragen könnte. Immerhin findet die nächste Frühjahrstagung der fg7 dazu passend vom 24.-26. April 2006 im „Haus der Geschichte“ in Bonn statt. Will man aber das „Buch der Geschichte“ nicht bemühen, so ist es meines Erachtens immerhin mehr als angemessen, von „Meilensteinen“ zu sprechen, wenn man an die Geschichte der fg7 und ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Fortbildung denkt.
Hat sich im Bereich der Fachgruppenarbeit ein Wechsel der Generationen seit langem abgezeichnet und entwickelt, so ist nun ein weiteres Kapitel abgeschlossen, das einen ganz besonderen Teil der Fachgruppenarbeit ausgemacht hat. Ich meine die Zusammenarbeit der Fortbildungsaktivitäten der fg7 mit dem Institut für publizistische Bildungsarbeit im Hagener Haus Busch. Gleichzeitig jähren sich 2006 diese Aktivitäten zum dreißigsten Mal, und vor allem — gestatten Sie mir diese persönlichen Bemerkungen — endete im November 2005 die letzte offizielle Amtszeit unserer langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden der fg7, Marianne Englert, mit der Beendigung ihrer Tätigkeit für den Verein Fortbildung Medienarchivare/ -dokumentare e.V. (vfm). Unschätzbar wertvoll waren die zahlreichen Aktivitäten Marianne Englerts in all den vielen Jahren und ich bin froh, dass wir sie überreden konnten, die Geschichte der Fortbildungsaktivitäten der Fachgruppe niederzuschreiben. Ihr Beitrag steht in diesem Heft der info7 an prominenter Stelle. Die Redaktion möchte damit dokumentieren, dass die praxisnahen und vielfältigen Fortbildungsangebote der Fachgruppe über 30 Jahre hinweg nur durch das engagierte und zielgerichtete Wirken einer Reihe von Mitgliedern der Fachgruppe möglich waren. Marianne Englert ist dabei mit Abstand an erster Stelle zu nennen. Ihre nicht nachlassende, konsequente und nachdrückliche Arbeit ermöglichte erst diese tolle Erfolgsstory, die bis heute anhält und auch durch die Insolvenz des Hauses Busch hoffentlich nicht nachhaltig beeinträchtigt wird. Ich danke Marianne Englert im Namen der Vorstände der Fachgruppe 7 und des vfm für ihre unermüdliche und erfolgreiche Arbeit und wünsche ihr weiter einen erfüllten „Unruhestand“. Wie es weitergeht mit der Fortbildung im vfm lesen Sie bitte in Jochen Ganzmanns Zusammenfassung, ebenfalls in diesem Heft.
Wie immer haben wir darauf geachtet, dass das vorliegende info7-Heft spannende und aktuelle Themen aufnimmt. Viele davon sind auch auf unseren Frühjahrstagungen präsent. Ich verspreche Ihnen auch ein interessantes Tagungsprogramm für die Bonner Tagung. Die Einladungen dazu werden Sie im Februar 2006 erwarten können. Die Redaktion von info7 und der Vorstand der Fachgruppe wünschen Ihnen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2006. Bleiben Sie uns gewogen.
Herzliche Grüße
Ihr Hans Gerhard Stülb
Gesprächsbereitschaft
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
in diesen Tagen, während ich dies schreibe, ist viel von „Gesprächsbereitschaft“ die Rede. Sie wissen schon, Gesprächsbereitschaft ist das Ergebnis der Bundestagswahl, auch wenn das offenbar nicht für alle Parteien gilt. Da ich annehme, dass das Gezerre um die künftige Regierung noch eine Weile anhalten wird, dürfte dieses Editorial noch einigermaßen aktuell sein, wenn Sie es lesen. Ich möchte an dieser Stelle nicht allzu politisch werden, auch wenn sich unser Berufsstand doch relativ oft mit den politischen Ereignissen dieser Republik auseinandersetzen muss. Das haben wir bei der „Krise der Medien“ hautnah erlebt. Unser Vorteil ist sicher, dass neben der persönlichen Betroffenheit der Mediendokumentare immer auch noch ein hohes Maß an breiter Information in unseren Köpfen steckt, so dass wir in der Lage sind, die Dinge gut zu beurteilen.
Im Unterschied zur Politik, in der „Gesprächsbereitschaft“ zunächst offenbar bedeutet, die eigenen Pfründe zu sichern, haben wir in der fg7 unsere Ansätze der letzten vier Jahre fortgeführt, möglichst viel zur Verbesserung der Kommunikation in unserer Branche beizutragen. Der auf der Mitgliederversammlung in Hamburg neu gewählte Vorstand der fg7 wird seine Bemühungen in dieser Hinsicht kontinuierlich fortsetzen und intensivieren. Immerhin gab es bei der Wahl klare Verhältnisse. Näheres lesen Sie bitte weiter hinten in diesem Heft. Auch scheint sich mittlerweile die Mailing-List „medoc“ zu einem zunehmend genutzten Instrument zu entwickeln. Ich kann nur empfehlen, diese Kommunikationsmöglichkeit intensiv zu nutzen. Mitgliedern der Fachgruppe sei darüber hinaus noch einmal der Hinweis gegeben, dass auf der Mitgliederseite unseres Webauftritts (www.fg7.de) nunmehr Bilder von der Frühjahrstagung in Hamburg zu finden sind.
Das vorliegende Heft der INFO 7 enthält traditionell als einen Schwerpunkt die gewichtigen Worte der Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Frühjahrstagung in Hamburg, die in mehrfacher Hinsicht wieder einmal bisherige Rekorde gesprengt hat. Wir hatten noch nie so viele Teilnehmer, noch nie so viele Aussteller und noch nie so viel Aufwand, Kosten und – Gott sei Dank(!) - Einnahmen. Alle Rückmeldungen zeigen, dass die Tagung ein großer Erfolg war und wir möchten die inhaltlichen Ergebnisse, wie immer, auch in INFO 7 würdigen. Im vorliegenden Heft haben wir uns konzentriert auf die Berichte aus der Medienlandschaft Hamburg, die im Wesentlichen auf den abgehaltenen spannenden Workshops der Tagung beruhen und sich vor allem mit Fernseh- und Pressethemen beschäftigen. Im nächsten Heft werden wir uns dann mit weiteren Themen der Frühjahrstagung befassen: Kooperationen in Presse und Rundfunk, Trends im Bildermarkt und die Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Internetrecherche und Dokumentationsverfahren werden dabei im Vordergrund stehen.
Das Heft 2/2005 ist prall gefüllt mit vielen spannenden Beiträgen rund um die Tagung, aber wie immer, werden diese durch Fachbeiträge ergänzt. Zwei historische Themen rahmen dies ein. Birgit Bernard wirft einen Blick in die Geschichte (1924-1945) der Archive des Westdeutschen Rundfunks, der damals natürlich noch nicht so hieß und Jörg-Uwe Fischer führt uns in der Rückblick-Serie des DDR-Rundfunks vor, wie sich das (klassen-) kämpferische Vorgehen gegen „Schmutzerzeugnisse“ in der DDR in den fünfziger Jahren abbildet.
Ich wünsche Ihnen viel Erkenntnisgewinn und Spaß bei der Lektüre
dieses Heftes. Bleiben Sie uns gewogen.
Moin, Moin
Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
von Zürich nach Hamburg. Viel weiter hätte die Reise nicht sein können von einer Frühjahrstagung zur nächsten. Aber es liegt ja auch ein Jahr Zeit dazwischen. In diesem Jahr empfängt uns die Hansestadt nach fast 20 Jahren wieder einmal. Die letzte Frühjahrstagung in Hamburg fand 1987 statt. Seitdem hat sich viel verändert, die Tagungen sind größer und professioneller geworden. Wie in den letzten Jahren haben wir auch dieses Jahr wieder eine ganze Reihe namhafter Unternehmen als Aussteller auf der Veranstaltung, die vom 2.-4. Mai in der zum Tagungszentrum umgebauten Alten Post stattfindet, ein imposantes Post- und Telegrafengebäude am Stephansplatz in der Nähe des Centrums der Medienstadt. Vortragssaal ist die alte 900 m2 große ehemalige Sortierhalle. Hamburg hält viel Spannendes für Sie bereit. Da wir die Tagung genau zwischen den am Sonntag befindlichen 1. Mai und den Himmelfahrtstag am 5. Mai platziert haben, können Sie sich vielleicht vorher und hinterher ohne Berufsstress noch ein wenig in der Stadt aufhalten. Natürlich gibt es am 1. Mai vor Beginn der Tagung wie üblich eine stadttypische Veranstaltung. Es liegt nahe, in Hamburg eine Hafenrundfahrt anzubieten. Diese erfolgt ab 16.00 Uhr mit der Postbarkasse Jan (Anmeldung und Kostenbeteiligung erforderlich). Ab 19:00 Uhr findet dann das auch schon übliche Treffen der bereits eingetroffenen im Restaurant des Literaturhaus-Café im Schwanenwik 38 statt. Details zu all diesen Dingen finden Sie, wie üblich, unter www.fg7.de. Hier ist auch das aktuelle Programm als pdf zum download zu bekommen. Themenschwerpunkte der diesjährigen Tagung sind u.a.: Automatisierung und ihre Auswirkungen, Kooperation in Presse und Rundfunk Medien-Monitoring, Neue Fortbildungsangebote, Trends im Bildermarkt, Internet vs. Dokumentation?, Medienlandschaft Hamburg (in Workshops mit anschließenden Besichtigungen).
Wenn alles klappt, halten Sie in diesem Jahr, wie auch schon 2004, dieses Heft
INFO 7 als Begleiter zur Tagung rechtzeitig in der Hand. Das ist schon deswegen
ganz sinnvoll, weil Sie einen weitgehend ernst gemeinten Beitrag mit dem Titel
Hamburg von A-Z finden, der Sie in Ihren freien Stunden durch die
Stadt führen kann. Hamburg-spezifisch ist ebenfalls das Portrait der Hamburger
Museumsbibliotheken. Die Verbindung zum letzten Tagungsort hält Sandra
Figini. Ihr Vortrag auf der Zürcher Tagung zur Einführung eines CMS
für Videocontent beim Schweizer Fernsehen DRS bleibt ein aktuelles
Thema, ebenso, wie die Verwendung teilautomatischer Erschließung mit Textmining-Systemen
und die Vermarktung von Content nach innen und nach außen. In diesem Heft
stellt Bettina Dorothee Lindner Überlegungen zum innerbetrieblichen
Marketing in einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt an. Josef
Zwicker greift das Thema Kassation wieder auf, das wir ebenfalls immer wieder
auch im Programm der Frühjahrstagungen haben. Sein Titel lautet: Erlaubnis
zum Vernichten: die Kehrseite des Archivierens. Die juristisch Interessierten
werden dieses Mal von einer ganz anderes Seite bedient: Jörg-Uwe Fischer
schreibt in der Reihe Fotos aus dem Deutschen Rundfunkarchiv über
Historische Justizdramen im DDR-Fernsehen.
Lassen Sie mich bitte abschließend noch ein Wort zur Frühjahrstagung
sagen. Nach vier Jahren haben wir dieses Jahr wieder eine Mitgliederversammlung
der fg7 durchzuführen. Sie findet im großen Saal des Tagungsgebäudes
am Dienstag, den 3. Mai 2005 um 16.00 Uhr statt. Ich bitte alle Mitglieder,
möglichst zahlreich zu dieser Veranstaltung zu erscheinen. Der Vorstand
wird Rechenschaft ablegen über die vergangenen vier Jahre, und wir haben
eine Vorstandswahl durchzuführen. Nicht alle Mitglieder des bisherigen
Vorstands werden wieder kandidieren und neue Kandidaten werden sich Ihnen vorstellen.
Vor allem gibt es aber auch Gelegenheit für Sie, dem Vorstand Ihre Kritik
und Anregungen vorzutragen, dass die Arbeit der Fachgruppe vielleicht künftig
noch weiter verbessert werden kann. Bedenken Sie bitte dabei, dass die Vorstandsarbeit
ehrenamtlich ist, und von jedem neben dem Job noch erheblich Zeit und Engagement
verlangt. Wir tun dies jedoch gerne, weil wir es für wichtig halten, die
Arbeit unseres Berufsstandes in einer breiten Anerkennung zu sichern. Ich freue
mich auf Ihre Teilnahme an der Frühjahrstagung und darauf, Sie alle in
Hamburg wiederzusehen!
['gu:geln]
Uta Rosenfeld
Liebe Leserinnen und Leser,
das Verb googeln hat nicht nur den Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden, sondern nun auch den Sprung in die neustes Ausgabe des Duden geschafft. Dass ausgerechnet die Ehre, als Bezeich-nung für Suchen im Internet allgemein anerkannt zu sein, nun möglicherweise den Markennamen ins Schwankeln - weil rechtlich in seinem Anspruch als eingetragene Marke bedroht - bringt, ist allerdings nicht ganz frei von Ironie... Die steile Karriere des Wortes googeln zeigt aber auch, welche Auswirkung die User (auch Menschen genannt) auf technische Entwicklungen haben - ein Thema, das uns in dieser Nummer der info7 immer wieder begegnet.
Mit neuen Trends (nicht nur der um sich greifenden Googelei) befasst sich auch der erste Fachbeitrag, in dem Ulrike Spree eine umfassende und fundierte Standortbestimmung der Mediendokumentation vornimmt: Sie spannt dabei einen weiten Bogen von der Geschichte dieses Berufzweiges bis zum aktuellen Selbstverständnis und behandelt u.a. Berufspraxis, Aufgaben(felder) und Chancen der Mediendokumentation. Außerdem zeigt sie Trends auf hinsichtlich des Berufsbildes, der Ausbildung und der mediendokumentarischen Kompetenzen. Schließlich geht die Autorin auch auf die technischen und medienökonomischen Entwicklungen ein. Das ausführliche Literaturverzeichnis unterstreicht - nebenbei bemerkt - auch den Stellenwert, den info7 mittlerweile in der Fachdiskussion einnimmt.
Der Beitrag von Ulrike Spree ermöglicht Ihnen aber nicht zuletzt auch erste Einblicke in die Hambur-ger Mediendokumentationslandschaft und bereitet Sie damit en passant schon einmal auf die nächste Frühjahrstagung der fg7 vor, die vom 2. - 4. Mai 2005 in der Medienstadt an Elbe und Alster statt-finden wird. Das Tagungsthema - soviel sei schon ver-raten - lautet: Menschen im Archiv - Die Zukunft mediendokumentarischer Arbeit. Nicht Such-Maschi-nen stehen dann also im Vordergrund, sondern die Such-Menschen, die Informationen recherchierbar machen und recherchieren - ganz im Sinne der Um-schreibung, die das Online-Projekt Wikipedia gibt, wo Recherche als nicht-beiläufige, sondern als pro-fessionelle Suche nach Informationen gefasst wird.
Blickt man auf die Themen der Frühjahrstagungen der vergangenen 15 Jahre, d.h. bis zur letzten Hamburger Tagung im Jahr 1989 zurück, so stößt man auf Frage-stellungen und Problemfelder, die heute unverminder-te Aktualität haben und sich immer konkreter in der praktischen Arbeit niedergeschlagen. Das Thema von 1989: Die Informationsvermittler und die Informati-onsgesellschaft ist mittlerweile so essentiell und allgegenwärtig geworden, dass es 2003 zum Gegenstand eines Weltgipfels zur Information Society wurde, über den Charles Geiger in diesem Heft berichtet. Die 1995 in Rastatt gestellte metaphorische Frage Wer zappelt im Netz, wer knüpft die Fäden? stellt sich heute noch brennender, zumal die, die im Netz zappeln, stets auch an dessen Fäden spinnen: Nutzer nutzen, Urheber erheben Rechtsansprüche, Rechtler rechteln - alles Faktoren die sich schließlich auch wieder auf die Medienarchive in Zeiten des Internet (Thema der Frühjahrstagung 1999) auswirken. Über die urheberrechtlichen Novellierungen berichten Christian Berger und Matthias Schwaibold.
Welche weitreichenden Veränderungen und völ-lig neuen Anforderungen aus dem Digitalisierungs-prozess besonders für die Musikdokumentation erwachsen sind, lässt sich auch daran ablesen, dass die IASA-Ländergruppe Deutschland/Deutschweiz in die-sem Jahr zum Thema Sammeln im digitalen Zeitalter eine Tagung abgehalten hat. Einige der dort vorgetragenen Thesen und Berichte können Sie in der vorliegenden Ausgabe, in der Rubrik info7-Spezial nachlesen. Wir freuen uns - nachdem schon in der letzten Nummer ein ausführlicher Tagungsbericht über die IASA-Tagung 2003 erschienen ist - über den wiederbelebten inhaltlichen Erfahrungsaustausch zwischen der IASA-Ländergrupe und Fachgruppe 7.
Ein Indiz für den raschen Wandel in unserem Berufsfeld ist der wachsende Bedarf an Neudefiniti-onen und aktualisierten Darstellungen. Ein gutes Bei-spiel dafür bildet der völlig neu gefasste LaiLuMU, der in diesem Heft besprochen wird. (LaiLuMU ist auch so ein Markenname, der sich zu verselbständigt zu haben scheint. Das ursprünglich aus den Initialen der ersten Herausgeber gebildete Akronym wird wohl kaum von einer Neuschöpfung KuSeStr verdrängt werden - ihr fehlt der Hauch chinesischer Weisheit.)
Abgerundet wird das Heft durch ein Positionspa-pier des Arbeitskreises
Archivische Bewertung im VdA zur archivischen Überlieferungsbildung
vor dem Hintergrund digitaler Entwicklungen sowie durch einen Rückblick
auf Politische Puppenfilme des Deutschen Fernsehfunks in den 50er Jahren,
womit übrigens die 25. Folge der Reihe Fotos aus dem Deutschen Rundfunkarchiv
gefeiert werden kann.
Nun wünscht Ihnen die Redaktion aber erst einmal frohe Feiertage und viel
Vergnügen beim Infosiebeln.
An der Haustür
von Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
vor ein paar Tagen erreichte mich ein Telefonat. Am Ohr war ein überschwenglich freundlicher Mann, den ich sogleich als Verkäufer von irgendwas einstufte. Er sei froh, sagte er, dass er mich gleich persönlich sprechen könne, und ob ich denn ahnen würde, warum er anriefe. Man merkte richtig die schwingende Spannung in seiner Stimme. War das nun der Lottogewinn, obwohl ich gar nicht gespielt hatte oder der Weinhandelsvertreter, der mir eine kostenlose Weinprobe mit verteuertem Landwein aufdrängen wollte. Ich zwang mich zu einer fröhlichen Antwort: „Schießen Sie los“! Er kam dann überraschenderweise sofort zur Sache und erklärte mir, ich sei jetzt unter tausenden von Menschen ausgewählt worden, und ich würde doch bestimmt diese Fernsehsendung „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch kennen. Na, ja, jedenfalls sei ich jetzt ausgewählt unter Tausenden und ob ich mich denn jetzt freuen würde: „Was sagen Sie nun, Herr Stülb?“
Ja, was sagt man da nun? Ich denke noch immer ein bisschen, das sei ja bestimmt ein Trick. Es gibt so viele Trickbetrüger. An der Wohnungs- und Haustür musste ich auch schon viele abwimmeln. Dies scheint ein besonders guter Trick zu sein. Aber ein bisschen echt klingt das irgendwie auch. Die Spannung knisterte durch das Telefon. Schließlich ringe ich mich durch: „Ja, das ist ja wunderbar, aber ich bin ja wohl doch nicht der Richtige dafür. An so einem Ratespiel im Scheinwerferlicht teilnehmen, das liegt mir nicht“, sage ich, „es tut mir leid, aber Sie müssen sich einen anderen Kandidaten suchen“.
Verblüffung auf der anderen Seite. Die Begeiste-rung in der Stimme des Gegenübers verblasste. Muss wohl sonst so sein, dass die Leute in Hysterie ausbrechen, wenn sie solche Angebote bekommen. Eine Million gewinnen, auch wenn man ja weiß, dass man froh sein kann, mit 10.000 wieder raus zu gehen! Aber 10.000 wäre ja auch besser als nichts, odrr. Na, das müsse er denn ja wohl (einen anderen suchen), es täte ihm leid und er wünsche mir dann trotzdem noch einen schönen Abend. Schluss mit Lustig. 10.000 Ocken weg, in zwei knappen Minuten Telefongespräch vergeigt. Aber ich will wohl doch nicht ins Fernsehen. Jedenfalls nicht so und auch nicht bei der Konkurrenz.
Das Leben ist schon hart(z). Was hätte man alles mit dem gewonnen Geld anfangen können. Eine bunte INFO 7 vielleicht? Auf der nächsten Frühjahrstagung in Hamburg Freddy Quinn engagieren, damit auch der wieder zu Kräften kommt nach seinem Steuer-Desaster und wir den nordischen Flair auf die Tagung bekommen?
Doch bleiben wir noch etwas beim Bodenständigen. Die Frühjahrstagung in Zürich war ein voller Erfolg. Die Erwartungen an Teilnehmerzahlen und fachlicher Qualität wurden deutlich übertroffen, der Gesellschaftsabend auf dem Uetliberg erneuerte und vertiefte wieder zahlreiche Kontakte. Insbesondere die bis dahin doch etwas brachliegenden deutsch-schweizerischen Beziehungen unter uns Dokumentalisten wurden aktiviert und belebt. Sicher gibt es auch Kritisches zu sagen und ich würde mich — wie immer — freuen, wenn Sie Ihre Meinung in unserer Zeitschrift kundtun würden. Das vorliegende INFO 7 Heft, das zweite im neuen Layout, enthält sehr viel Reflexion der Zürcher Tagung. Sie finden den Eröffnungsvortrag von Wolfgang Ernst und den Schlussvortrag von Jakob Tanner, die gleichsam den Kreis um die Tagung ziehen. Der Schwerpunkt dieses Heftes wird folgerichtig durch Themen und Referenten aus der Schweiz gebildet, auch wenn das meiste inhaltlich staatsübergreifendes Interesse finden dürfte. Pflegen Sie die neugewonnenen und vertieften Erkenntnisse und Kontakte und bleiben Sie uns verbunden.
Herzliche Grüße Ihr Hans-Gerhard Stülb
Tagungstelefonitis und Zeitschriftenkatarrh
von Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn alles klappt, halten Sie dieses Jahr pünktlich und deutlich vor der Frühjahrstagung in Zürich ein neues Heft von info7 in den Händen. Neu ist zum einen, dass info 7 tatsächlich mit einer 2004er Nummer im Jahr 2004 vor der 2004er Frühjahrstagung erscheint. Gut, werden Sie sagen, ist ja noch nichts besonders. Aber ich kann mich nicht erinnern, wann das außerhalb von 2004 schon einmal gelang. Und dann auch noch ein einem völlig neuen Layout! (Mehr zum neuen fg7-Design unter fg7-Intern.) Ja, werden Sie sagen, das versucht Ihr doch schon seit drei Jahren mit wechselndem Erfolg und unterschiedlichen Methoden, dieser seriösen Fachzeitschrift ein neues Gesicht und immer wieder neue Inhalte, neu geordnet zu verpassen. Und was ist dabei herausgekommen? Aber, schauen Sie doch nur hin: es glänzt doch aus allen Fugen neu. Muß der Schweizer Elan gewesen sein, der uns in der Vorbereitung der diesjährigen Tagung zu Höchstleitungen angespornt hat. Das Programmkomitee, das Ortskomitee und gelegentlich auch der Vorsitzende und der Schatzkanzler haben sich sämtliche privaten Neigungen verkniffen und sich in den Dienst der Sache gestellt. Man merke nur auf: Ein Kölner kommt am Rosenmontag zu einer Redaktionssitzung nach Hamburg, alaaf! (und wird mit Helau begrüßt!). Die rote quietschende Gumminase half da natürlich nur noch bedingt. Ein Hamburger fährt ohne Berücksichtigung der österreichischen Mautschranken und toll-collect-gerüstverachtend mit seinem schweren Diesel hunderte von Kilometern, um das Zürcher Volkhaus bei einer Abendveranstaltung auf Herz und Nieren zu prüfen, wie immer keine Mühen und Strafmandate scheuend (Achten Sie bitte darauf, dass in Zürich die Geschwindigkeiten zielgenau eingehalten werden!). Eine anstrengende Wanderung auf den Uetliberg bringt wichtige Erkenntnisse über die gastronomischen Verhältnisse und den mitzubringenden Hungergrad. Die Mailpostkästen und Telefone glühen. Und doch haben wir vielleicht wichtige Dinge übersehen. Da meldet sich doch bereits im Februar jemand auf dem Tagungstelefon und erkundigt sich nach dem Damenprogramm, die DSL-Strecke zum Mars fällt allerdings gelegentlich noch aus und der geplante Tagungsgottesdienst scheitert vermutlich daran, dass der Papa jetzt doch nicht zusammen mit dem Schiitischen Ajatollah auftreten möchte. Buddha sei dank. Eine große Rundfunkanstalt verbietet ihren Mitarbeitern ein für alle Mal Auslandsreisen, selbst wenn diese deutlicher preisgünstiger, weil nähergelegen wären, als eine vergleichbare Reise in die deutsche Hauptstadt. Daß dadurch die Anzahl der freien Plätze in Zürich kräftig erhöht wird, freut natürlich die besorgten Anrufer, die sofort nach Erhalt der Einladung um einen freien Stuhl auf der Balustrade im Volkshaus fürchteten.
Doch zurück zur roten Nase. Die holen Sie sich in Zürich vermutlich nicht, weil schon Herr Kachelmann Wert darauf legt, dass in seinem Heimatland alles mit rechten Dingen zu geht. Wie Sie feststellen können, verzichten wir genau aus diesem Grund auf den Abdruck einer aktuellen Wetterkarte von Zürich. Es ist uns leider nicht gelungen, die Rechte dafür zu erwerben. Und die beachten wir ja immer. Wie bei Böll, der uns literarisch nach Zürich zum Tagungsthema begleitet.
Apropos Rechte. Es hat sich herausgestellt, dass es im tiefen Südosten unserer schönen Republik eine Zeitschrift geben soll, die sich 7 Info oder so ähnlich nennt, diese Marke auch für sich beansprucht, sich aber nicht im 18. Jahrgang befindet. Ja, so lange gibt es info7 tatsächlich schon, und mit der gemeinsamen Kraft alter und neuer Redakteure und klageerfahrener Mitglieder in der Fachgruppe werden wir auch diese schwere Krise überstehen. Dabei sieht es gar nicht nach Krise aus. Unser Fachblatt erstrahlt in neuem Glanz, von außen und von innen und erfreut sich unveränderter Beliebtheit. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktionen.
Sie werden in diesem Heft in vielfältiger Weise auf unsere Tagung eingestimmt. Dies ist verbunden mit einem souveränen Schwenk auf die letztjährige Tagung in Mainz und die nächste, 2005 in Hamburg. Neuer Glanz, neue Inhalte, ein neues Gesicht (nur meins ist auf dieser Seite gleichgeblieben, weil die Redaktion das so wollte), schnell gelesen und dann ab in den Reißwolf. Da fällt mir ein, dass ich schon lange fragen wollte, wer von unseren Lesern eine vollständige Sammlung der info7-Kollektion in seinem Besitz hat. Es wird Zeit, an die Nachwelt zu denken. Und so wollen wir einmal eine komplette Sammlung zur Sicherung auf alle Zeiten präparieren. Sollten Sie also eines Tages unter Schmerzen auf Ihre info7-Sammlung verzichten wollen, fragen Sie doch bitte bei uns nach, bevor sie sie dem Reißwolf überlassen.
Mit Ihnen freut sich der Vorsitzende auf eine belebende Tagung in Zürich.
Alles wird gut!
von Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
Nach dem Krisengerede des letzten Jahres - und das Neue hat ja, politisch betrachtet, nicht viel anders angefangen als das Letzte aufgehört hat - wird es Zeit, ins Positive aufzubrechen, das Alte hinter sich zu lassen, die guten Vorsätze der nachweihnachtlichen Zeit und des Jahreswechsels vielleicht ausnahmsweise tatsächlich einmal in Realität zu verwandeln, den Frühling und eine sicher attraktive Frühjahrstagung in Zürich herbeizuwünschen und - man lese und staune - die Produktion von INFO 7 zu beschleunigen.
Ja, wir geben uns Mühe dabei. Die neue Redakteurin und Layouterin Uta Rosenfeld hat sich inzwischen eingearbeitet. Die Erstellung des Heftes ist nicht mehr so abhängig von den wenigen Freizeitstunden des Chefredakteurs, und so bin ich guter Hoffnung, daß wir alle gemeinsam von dieser Entwicklung profitieren werden.
Dazu gehört letztlich auch der (vorläufige) Abschluß unserer Versuche, INFO 7 zu modernisieren. Ich darf Ihnen daher etwas kühn ankündigen, daß das erste Heft 2004 (Sie lesen jetzt Heft 3/2003!) in einem weiter renovierten Gewand hoffentlich bis zur Frühjahrstagung erscheint. Wie immer hoffe ich dafür auf substantielle und inhaltsreiche Zulieferungen von Artikeln und würde mich freuen, wenn noch mehr Kolleginnen und Kollegen zur EDV-Feder greifen und uns mit Beiträgen beglücken.
Zum vorliegenden Heft: "Alles wird gut" ist nicht nur wegen der guten Vorsätze des neuen Jahres ein passender Slogan für dieses Editorial. Nein, ein bedeutender Teil des vorliegenden Heftes befaßt sich mit den aktuellen Entwicklungen der Digitalisierungsvorhaben in den Fernseharchiven. Es gab auf der Frühjahrstagung in Mainz einen ganzen Block, der sich diesem Thema gewidmet hat, und wir haben uns entschieden, diesen Block in all seinen Facetten in INFO 7 wieder aufleben zu lassen. So finden Sie in diesem Heft die in Mainz erlebten Vorträge, aber auch die Einführung in das Thema von Heiner Schmitt, sowie die daran anschließende Diskussion. Where is the beef?
Einen weiteren Schwerpunkt im vorliegenden Heft bildet die Berichterstattung über das Symposion zu Mediensammlungen im internationalen Vergleich, das im Oktober im Haus der Geschichte in Bonn stattgefunden hat. Die Eröffnungsrede des WDR-Intendanten, Fritz Pleitgen, ein Bericht aus dem Haus der Geschichte selbst und eine amüsierte Betrachtung von Heiner Schmitt beleuchten das Symposion von drei verschiedenen Seiten.
Überhaupt hoffe ich, daß die Beiträge in diesem Heft für jeden Geschmack etwas offenbaren. Die Titel jedenfalls sind vielversprechend: "Vom Leimtopf zum Bildschirm" erinnert an die Anfänge der EDV. Da fragt man sich tatsächlich immer wieder aufs Neue, ob "Datenbanken glücklich machen". Leicht verspätet, aber immer wieder aktuell, wirkt sich der Fortschritt des Hochwassers auf die Zeitung aus. Ob wir es mit "guten oder schlechten Bildern" zu tun haben, hat wesentlichen Einfluß auf das zukunftsorientierte Bildmanagement. Gute und schlechte Zeiten gab es auch in der Verpackungsstrategie der 50er Jahre in der DDR und nicht erst beim Dosenpfand, als die Erkenntnis reifte, daß der "Holzhammer in Watte" verpackt werden müsse, um nicht völlig abschreckend zu wirken. Im Nachgang zu unserem Ausbildungsschwerpunkt im letzten Heft finden Sie noch eine von Ralph Schmidt zusammengestellte Übersicht über die Ausbildungssituation in der Medienlandschaft. Wie Sie ja vielleicht beobachtet haben, ist die Situation in der Aus- und Fortbildung der Mediendokumentation auch von der Krise der Medien erfaßt worden, und daher ist es schon wichtig, sich regelmäßig dazu einen Überblick zu verschaffen.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieser Ausgabe von INFO 7 und würde mich auch freuen, wenn Sie doch gelegentlich ein wenig Zeit aufbringen könnten, das eine oder andere Geschriebene zu kommentieren - das kann auch gerne etwas Kritisches sein. Schließlich ist der Prozeß der Verbesserung ein ständiges Anliegen. Nicht nur als Neujahrsvorsatz.
Lassen Sie mich mit einem weiteren Hinweis auf die Frühjahrstagung schließen. Auf der Seite 138 finden Sie eine konkretere Ankündigung der Tagung. Im nächsten Heft werden weitere Informationen über die Stadt Zürich und zur Tagung enthalten sein. Wenn wir es denn schaffen, INFO 7 bis dahin fertigzustellen. Drücken Sie uns die Daumen! Und vergessen Sie nicht: Unsere Homepage hält ständige Aktualisierungen bereit.
Dauerkrise - ... oder was?
von Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
Nach absolvierter Frühjahrstagung und einem gewissen Abstand zu den dortigen Veranstaltungen könnte man in diesem heißen Sommer auf die Idee kommen, alles sei nicht schlimm, weder die Krise der Medien, noch die Krise des Arbeitsmarkts (für unseren Berufszweig), noch die Krise der Bundesrepublik mit ihrem „Reformstau“, noch die Krise mit den Amerikanern seien so schlimm. Kann man doch als bevorzugter Arbeitnehmer im klimatisierten Büro sich mit Wetterfragen beschäftigen – oder wem es vergönnt ist, noch mit der Urlaubsplanung.
Die meisten von Ihnen werden dies, genau wie das schöne, heiße Wetter beim Lesen dieser Zeilen hinter sich haben. Denn: obwohl dieses zweite Heft von INFO 7 in selten gekannter Geschwindigkeit nach dem ersten des Jahres 2003 erscheint, befinden wir uns doch schon im Spätsommer, und die Dinge erfahren eine andere Betrachtung als noch vor zwei Monaten.
Wir profitieren in dieser Ausgabe von INFO 7 – das hatte ich Ihnen beim letzten Mal schon angekündigt – natürlich noch einmal von den substantiellen Ergebnissen der Frühjahrstagung in Mainz. Im letzten Editorial hatte ich Ihnen einen Beitrag von Günter Peters zur Krise der Medien angekündigt, der aus Platzgründen der aktuellen Diskussion auf der Frühjahrstagung zum gleichen Thema vorläufig weichen musste. In diesem Heft bekommen Sie ihn aber zu lesen.
Es ist, glaube ich, auch ganz gut, dass wir uns mit einem Block zum Thema „Aus- und Fortbildung“ äußern. Auch hier sind die Beiträge von Frank Dürr und Gustav A. Mohrlüder aus Mainz ein Ergebnis der Fülle von spannenden Themen der Tagung.
Ein Dauerthema unserer Zunft ist die „Teilautomatische Indexierung“. Natürlich liegt das vor allem daran, dass die auf dem Markt befindlichen Produkte doch zunehmend tatsächlich verwendbar sind und natürlich auch mit der Frage unserer Existenzbegründung zu tun haben. Sind diese Module nur als „Ergänzung zur dokumentarischen Kompetenz“ einsetzbar oder sind sie tatsächlich geeignet, uns zu ersetzen? Manch Entscheider in den Vorstandsetagen wittert hier vielleicht schon wieder ein großes personelles Einsparpotential. Wir bleiben an dem Thema dran, weil wir allen Kolleginnen und Kollegen Hilfestellung geben wollen, in einer solchen Situation fundiert argumentieren zu können. Man sagt ja doch dem einen oder anderen Betrieb noch nach, dass durch ordentliche Sachargumente Entscheidungen beeinflusst werden können.
Ein weiterer Dauerbrenner bleibt das uns seit Jahren durch Juristen entrissene Thema der urheber- und lizenzrechtlichen Abgeltungen. Nach dem Urteil des BGH vom Juli 2002 und den folgenden Aktivitäten der Neugestaltung des Urheberrechts wagen wir wieder einmal einen Blick auf den Stand der Dinge. Auch hier helfen uns die Vorträge von der Frühjahrstagung in Mainz.
Apropos Frühjahrstagung: wenn Sie dieses Editorial lesen, hat sich der Vorstand der Fachgruppe bereits ein Bild von unserem nächsten Tagungsort Zürich verschafft. Die Schweizer Kollegen sind mittlerweise sehr aktiv geworden. Es gibt ein Ortskomitee, und die Idee, unsere Tagung mit dem schweizerischen Schwesterverband SVD gemeinsam zu veranstalten, scheint sich auch realisieren zu lassen. Wir hoffen natürlich, dass Sie alle, liebe Leser, trotz der Medienkrise im nächsten Jahr nach Zürich kommen.
Legt man die Besucherzahlen von Mainz zugrunde, könnten wir ganz optimistisch in die „Schweizer Zukunft“ schauen. Aber selbst der Schweizer Kachelmann weiß heute noch nicht, wie das Wetter wird. Immerhin können Sie sich schon das Datum notieren: 26-28. April 2004. Die bereits am Sonntag Anreisenden werden natürlich das übliche Besichtigungsprogramm vorgeschaltet bekommen.
Allen spekulativen, astro- oder meteorologischen Vermutungen zum Trotz haben Sie alle auch in diesem Herbst wieder handfeste Probleme und Sachaufgaben zu lösen. Und ich kann Sie nur ermuntern, diese auch für alle Ihre Kollegen in INFO 7 zu spiegeln. Wir wollen für Sie alle ein Forum bleiben, die mediendokumentarischen Themen der Zeit beleuchten und uns gegenseitig Hilfestellung geben, wo wir können. Schreiben Sie für uns! Ich freue mich auf Ihren Artikel!
Bleiben Sie zuversichtlich. Genießen Sie das Leben außerhalb der Mediendokumentation und träumen Sie ruhig von einem Leben außerhalb der Krise! Alles Gute für Sie!
Totgesagte leben länger..
von Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
Es ist vollbracht, die Frühjahrstagung in Mainz liegt hinter uns, alle sind
erschöpft und urlaubsreif aber auch sicher noch mit zahlreichen Eindrücken von
der Tagung auf ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt.
Ich danke an dieser Stelle nochmals herzlich unseren Gast- und Geldgebern sowie den zahlreichen unterstützenden Händen und Köpfen, daß die größte Tagung, die die Fachgruppe jemals ausgerichtet hat, so excellent gelaufen ist. Spezifischer Dank ist vor allem unserem langjährigen Mitstreiter im Vorstand der Fachgruppe, Dr. Heiner Schmitt, zu sagen, der zwar das ZDF verlassen hat, aber - Gott sei Dank - noch nicht die Fachgruppe. Wir freuen uns daher, ihn künftig auf all unseren Wegen auf dem Motorrad folgen zu können - wenn wir denn folgen können.
Die größte Frühjahrstagung der Fachgruppe mit über 340 Teilnehmern wird auch ein wesentlicher Schwerpunkt in diesem Heft sein. Wir werfen noch einmal ein SChlaglicht auf die Eröffnungs- und SChlußveranstaltungen, mit den teilweise sehr substantiellen Grußworten. Wir haben bereits einige Beiträge von der Frühjahrstagung für Sie aufbereitet und lassen noch einmal die Diskussion um die Krise der Medien aufscheinen, die nach meinem Dafürhalten ein Highlight der Tagung war und uns alle interessiert, also sicher auch diejenigen, die vielleicht auch wegen dieser Krise nicht nach Mainz kommen konnten. Es ist ja seit einiger Zeit auch ein gutes Stück Tradition geworden, in INFO 7 die Frühjahrstagung für diejenigen noch einmal zu reflektieren, die dort waren, aber gleichzeitig für nicht Anwesende einen Einblick in die Inhalte und Themen zu geben, die dort verhandelt worden sind.
Die Planung für das nächste Jahr hat ebenfalls schon begonnen. Auf Einladung der Schweizer Kollegen in unserer Fachgruppe werden wir nach langer Zeit wieder einmal in die Schweiz gehen. Nach 1987 - übrigens auch direkt nach Mainz 1986 - werden wir in Zürich tagen. Zusammen mit dem Schweizer Verband der Dokumentare (SVD) wird es eine gemeinsame Veranstaltung geben. Voraussichtliches Datum: Ende April 2004. Ich danke schon einmal im Voraus den Kolleginnen und Kollegen für ihre Bereitschaft, uns in Zürich freigiebig zu empfangen.
Daß „Totgesagte länger leben“ ist keine wirklich neue Erkenntnis. INFO 7 wurde das schon nachgesagt und die Krise der Medien, die momentan in aller Munde ist, läßt auch vielfältig verlauten, daß das eine oder andere Medienunternehmen oder zumindest Teile daraus kurz vor dem Untergang stehen. Sicher, es ist nicht zu leugnen, daß es eine Krise gibt, die auch die Archive in den Medienhäusern mehr oder weniger tangiert. Das Thema geht uns alle an, und viele von uns fühlen sich in der Existenz bedroht. Es war dem Vorstand der Fachgruppe daher wichtig, dieses Thema in diesem Jahr in Mainz auf der Frühjahrstagung zu behandeln. Die Redaktion von INFO 7 nimmt selbstverständlich dieses Thema auf. Sie finden in diesem Heft einen Abdruck der Vorträge von Siegfried Weischenberg und Hans Leyendecker in Mainz, und wir versuchen, mit einer Wiedergabe der Diskussion ein plastisches Bild von der dortigen Stimmungslage zu vermitteln. Ergänzt wird das Thema in diesem Heft durch den Abdruck eines Vortrags des Mainzer Moderators Günter Peters, den er an anderer Stelle gehalten hat.
„Totgesagte leben länger“. Dieses Motto begleitet uns auch noch an anderer Stelle in diesem Heft. In dem Aufsatz von Andreas Rosemeyer können Sie von einem harten Kampf eines vereinsamten Dokumentars auf der Jagd nach Raritäten einer bekannten Rockband. Sie werden sich fragen, was dies denn mit INFO 7 und unserem Berufsstand zu tun hat. Nun ja, viele von unseren Lesern arbeiten in Schallarchiven und können die Gedankengänge unseres Autors möglicherweise nachvollziehen. In jedem Fall können Sie in diesem Artikel verfolgen, wie man Tote lebendig macht. Oder ist die Frage doch eher so zu stellen, wie es der Autor tut: „Können Tote sterben?“
Selbstverständlich finden Sie im aktuellen Heft noch mehr Informationen über die Frühjahrstagung im April - auch in den Grußworten der Gastgeber spielte die Krise der Medien und dabei die Positionierung der Archive eine Rolle. Doch es gab soviel anderes Spannendes auf dieser Tagung, daß wir damit vermutlich mehr als eine Ausgabe von INFO 7 damit füllen könnten. Freuen Sie sich daher schon einmal auf das nächste Heft. Es kommt bestimmt. Totgesagte leben nämlich außerordentlich lange.
In diesem Sinne wünsche Ich Ihnen viele neue Erkenntnisse, aber vor allem, daß Sie gesund und munter durch die Krise kommen. Auch die Medienkrise geht einmal vorbei!
Katz und Maus
von Hans-Gerhard Stülb
Liebe Leserinnen und Leser,
"INFO 7 mausert sich" hat Heiner Schmidt in einem Leserbrief zu Heft 2/2002
geschrieben und all die vielen wunderbaren Entwicklungen unserer Zeitschrift
hervorgehoben. Dazu gehören neben den zahlreichen inhaltlichen und strukturellen
Veränderungen, die Sie im Laufe der letzten Hefte in unserer Zeitschrift registrieren
konnten, auch die Layout-Frage, die uns leider immer noch massiv beschäftigt.
So ist der primäre Grund für die späte Auslieferung des Heftes 2/2002 primär
in der Tatsache zu finden, dass wir über mehrere Monate hinweg gemeinsam mit
den zuständigen Mitarbeitern des LIT-Verlages nach einer Möglichkeit gesucht
haben, die in INFO 7 abgedruckten Fotografien so zur Wiedergabe zu bringen,
dass man irgendetwas darauf erkennen kann. Mehrfach haben wir die Bilder gerastert
und in der Druckvorlage in verschiedenen Versionen immer wieder ausgetauscht
und Probedrucke gemacht, bis ich irgendwann als verantwortlicher Radakteur sagen
musste: "Nun hat das Experimentieren ein Ende - das Heft muss ausgeliefert werden."
Bittere Folge: Wir bewegen uns bei den Fotos immer noch auf einem Qualitätsniveau,
das mich verschärft an die Matrizenmaschinen in der Schule erinnert. Unterschied
ist nur, dass ich beim Lesen von INFO 7 keinen Spiritusgeruch aufnehmen muss.
Was ist nun zu tun? Wir bleiben natürlich weiter dran. Auch Heft 3/2002, das hiermit natürlich auch sehr spät ausgeliefert wird, soll ebenfalls wieder einen Herstellungszyklus durchlaufen, in dem wir uns die Qualität genau anschauen und zu verbessern suchen. Wollen wir hoffen, dass die Katze, bevor sie sich in den Schwanz beißt, im nächsten Heft die Maus erwischt.
Trotz aller Selbstkritik und Fassungslosigkeit über die Unfertigkeiten unserer redaktionellen Arbeit hoffe ich natürlich, dass die anderen Layout-Veränderungen, die wir gemacht haben, Ihr Wohlgefallen finden. Für entsprechende Rückmeldungen wäre ich natürlich jederzeit empfänglich und dankbar. Gott sei Dank ist es ja nicht so, dass INFO 7 nur aus Layout besteht. Nein, wir haben ja auch Inhalte, die in der Vergangenheit des öfteren Ihren Beifall fanden, und das wünsche ich mir natürlich auch für das vorliegende Heft. Also wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mit milder Güte über unsere Schwächen hinwegsehen würden und stattdessen die teilweise sehr spannenden Inhalte mit Ihrer Aufmerksamkeit beglücken würden.
Die meisten von Ihnen werden sich sicherlich inzwischen über die Planungen zur Frühjahrstagung 2003 informiert haben. Die Tagung findet dieses Jahr auf Einladung des Zweiten Deutschen Fernsehens auf dem Lerchenberg in Mainz statt. Der Vorstand der Fachgruppe ist der Auffassung, dass wir auch in diesem Jahr wieder ein sehr attraktives Programm anzubieten haben und laden Sie herzlich ein, vom 5. - 8. April 2003 nach Mainz zu kommen. Die Tagung steht unter dem Motto "Informationsarbeit im Fluss" mit dem Untertitel "Workflow - Content Management und Digitalisierung in der Mediendokumentation". Wir befassen uns auf dieser Tagung daher vorwiegend mit Workflows und Datenflüssen in Hörfunk und Fernsehen.
Insbesondere wird sich in diesem Jahr ein Arbeitsblock vorwiegend mit den Entwicklungen im Audiobereich befassen. Dies ist möglicherweise in den letzten Jahren etwas zu kurz gekommen. Aber natürlich kommen auch unsere anderen Hauptmedien AV-Dokumente und Presse zu ihrem Recht. Automatische Indexierungsverfahren, ein Dauerthema, wurde ebenso berücksichtigt wie die Chancen und Grenzen von Paid Content und das Dauerthema Rechtsfragen im Medienumfeld. Darüber hinaus hat sich das Programmkomitee vorgenommen, vor dem Hintergrund der Krise in den Medien, die insbesondere die Presseverlage, aber auch teilweise das Fernsehen betrifft, diese zu thematisieren. Ein Block wird sich daher mit den archivspezifischen Auswirkungen der Krise der Medien befassen.
Wie schon im letzten Jahr finden Sie in diesem Heft ein vorläufiges Tagungsprogramm, in dem zumindest die großen Themen aufgeführt sind. Ich empfehle aber zusätzlich, die Möglichkeiten unserer Homepage zu nutzen. Das Tagungsprogramm wird dort in seiner aktuellen Fassung regelmäßig aktualisiert, so dass Sie sich über den neusten Stand dort am leichtesten informieren können.
Über das Internet (www.fg7.de) ist es auch wieder möglich, sich für die Tagung anzumelden. Sie finden dort ebenfalls Informationen zur Tagungsstätte, die Ihnen bei der Hotelsuche und weiteren Dingen hilfreich sein werden.
Ich freue mich auf Ihr Kommen in Mainz und wünsche Ihnen viel Freude beim
Lesen der vorliegenden INFO 7. Aus die Maus!
Liebe Leserinnen und Leser,
im letzten Heft haben wir im Editorial bereits angekündigt, dass wir INFO7 nach und nach im Layout verändern, "runderneuern" wollen. Der erste Schritt dazu war, die inhaltliche Struktur der Zeitschrift zu verändern. In diesem zweiten Heft des Jahres finden Sie weitere Veränderungen. Am auffälligsten ist sicherlich die Änderung von zweispaltigem zu dreispaltigem Text. Dieser Schritt soll eine bessere Lesbarkeit befördern. Ferner sehen Sie, dass auch eine modernere Schrift zugrunde liegt. Auch diese Veränderung dient einer besseren Lesbarkeit.
Ich freue mich über Anregungen und Kritik - nicht nur zum Layout, sondern natürlich auch zu den Inhalten. Sie finden im vorliegenden Heft beispielsweise einen Kommentar zu unserem zentralen Fachaufsatz von Ulrike Spree im letzten Heft. Bitte scheuen Sie sich nicht, uns Artikel zu liefern, aber auch über Leserbriefe freuen wir uns sehr.
Natürlich finden Sie in diesem Heft Informationen zur erfolgreichen diesjährigen Frühjahrstagung der fg7 in Ravensburg. Der Eröffnungsvortrag von Prof. Hengartner ist in der Rubrik "Fachbeiträge" abgedruckt. Für diejenigen, die nicht in Ravensburg teilnehmen konnten und diejenigen, die ihre Erinnerung auffrischen wollen, behalten wir die Tradition bei, die Grußworte, einen Bericht über die Tagung und einige Vorträge in überarbeiteter Form in INFO 7 abzudrucken. Es hat ja eine Reihe von spannenden Inhalten gegeben, die es wert sind, lange vor der Veröffentlichung des Tagungsbandes noch einmal in Erinnerung gerufen zu werden. Allerdings sind wir beim Druck davon abhängig, wann uns die Texte geliefert werden. Daher finden Sie in diesem, aber auch im nächsten Heft noch Rückblicke auf die Frühjahrstagung. Ich möchte Sie aber auch bei dieser Gelegenheit wieder auf unsere Homepage verweisen (www.fg7.de), auf der Uta Rosenfeld aktuell für Mitglieder der Fachgruppe Fotos und Eindrücke der Tagung in Ravensburg zusammengestellt hat.
Das vorliegende Heft 2/2002 enthält eine ganze Reihe von Fachbeiträgen und Berichten. Prof. Rahmstorfs Aufsatz zur Position und Perspektive der Wissensorganisation gehört in diese Kategorie. Vielleicht löst der Beitrag auch wieder eine Reaktion aus?
Die maschinelle Indexierung beschäftigt uns als Dauerthema. Sie war einer der Schwerpunkte auf der letzten Frühjahrstagung und wird uns sicher weiter begleiten. In der vorliegenden Ausgabe finden Sie dazu einen Beitrag von Manfred Hauer. ich kann jetzt bereits ankündigen, dass auch Heft 3/2002 etwas dazu enthalten wird. Nach der Frühjahrstagung war der Wunsch entstanden, das Thema in Form eines Workshops weiter zu vertiefen. Unter der Federführung unseres Schatzmeisters Klaus Heimann wird in diesem Herbst ein Workshop in Köln stattfinden, über den wir in INFO 7 berichten werden.
Das Deutsche Rundfunkarchiv feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Darüber wurde nachhaltig in Presse, Hörfunk und Fernsehen berichtet. Wir schließen uns mit einem Beitrag an, in dem der Schwerpunkt auf die ältesten und kuriosesten Tonträger gelegt wurde. Aber auch in diesem Heft gibt es wieder einen Beitrag über ein Foto aus dem Deutschen Rundfunkarchiv am Standort Babelsberg.
Überhaupt springen wir in diesem Heft einige Male in die Geschichte. Heiner Schmitt erfreut uns mit Beiträgen zum "Festakt 50 Jahre Bundesarchiv", dessen Abdruck im "Archivar" am Einspruch der Herausgeber scheiterte - urteilen Sie selbst, ob der Beitrag einen Abdruck verdient - und einem Bericht über den "Hambacher Mediendialog". Interessante Entwicklungen aus dem WDR (Archivportal im Intranet) und dem NDR (Linkdatenbank für redaktionelle Internet-Recherche) runden das Heft hinsichtlich moderner Dienstleistungsideen ab.
Wir haben ferner in diesem Heft zwei Rezensionen abgedruckt. Für's Lesen, Bewerten und Schreiben sind Edgar Lersch und Günter Peters verantwortlich.
Natürlich finden Sie auch wieder eine - dieses Mal sehr ausführliche - Übersicht über die wichtigsten Meldungen zu unserem Fach aus den letzten Monaten und eine Terminzusammenstellung wichtiger fachspezifischer Ereignisse in den nächsten Monaten.
Bleibt mir, Ihnen beim Lesen dieses Heftes viel Zugewinn, Spaß und neue Einsichten zu wünschen. Bis zum nächsten Mal...
Ihr Hans-Gerhard Stülb
runderneuert....
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Hörzu im neuen Outfit. Maxi motzt auf. Prinz startet durch. Relaunch heißt das Zauberwort, wenn Zeitschriften Leser gewinnen und behalten wollen. INFO 7, die Fachzeitschrift für Informationsorganisation in und für Medien, will da nicht nachstehen. Der Beschluss aus der letzten Redaktionskonferenz war entsprechend einmütig:INFO 7 wird renoviert.
Dabei sollen die Veränderungen am Heftkonzept und am Layout bewirken, dass sich INFO 7 noch stärker als bisher als Fachzeitschrift mit einem professionellen Profil behaupten kann. Die Rubrikenstruktur des Heftes wurde gestrafft und klarer fokussiert.
Die Rubriken - gestrafftes Profil
In Zukunft folgen hinter dem Editorial, das von allen Mitgliedern des Redaktionsbeirats im Wechsel geschrieben werden soll, die Fachbeiträge, die grundlegende Themen unseres Metiers ausführlich und wissenschaftlich fundiert behandeln sollen. In dieser Ausgabe konnte Prof. Ulrike Spree, die an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg in den Gebieten Wissensorganisation und Information Retrieval lehrt, dafür gewonnen werden, für die Leser von INFO 7 nachzuforschen, wie sich der Informationsbegriff im Lauf der Jahrhunderte zu dem gewandelt hat, was er heute ist: ein Schlagwort, das in Zeiten der Globalisierung eher politischen als sachlichen Interessen dient.
Die zweite Abteilung der neuen INFO 7 gehört den Berichten aus der mediendokumentarischen Praxis und den Informationen über Fachtagungen und -messen, institutionelle Entwicklungen, innovative Dienstleistungen, Verfahren und Produkte, die für Medienarchive und -dokumentationsstellen von Interesse sind. Indiesem Heft besonders interessant die Erfahrungen, die in der Textdokumentation von Gruner + Jahr mit der automatisierten Indexierung von Presseartikeln gemacht worden sind. Mit dem Projekt "DogCat" bewegt sich das Programmier-team von G+J wieder einmal an der Entwicklungsfront der Presse-dokumentation. Auch in Zukunft will INFO 7 regelmäßig über neue Informationsangebote und Recherchequellen informieren, die den Researchern in den Medienbetrieben die Arbeit erleichtern können. Dieses Mal wird u.a. die Online-Version der dpa-Textdatenbank kurz vorgestellt.
Bewährte Elemente des Heftes wie Hinweise auf neue Veröffent-lichungen und Rezensionen, Meldungen und Presseschau aus der Informationswelt, oder die Kommentare von Experten und Lesern zu aktuellen Entwicklungen bleiben erhalten. Dazu gehört auch die Rubrik "Rückblick", in der einzelne Motive aus der Geschichte der Medien-archive und -dokumentationen vorgestellt und erläutert werden. Auch die Rubrik "Spezial" bleibt erhalten, wird jedoch ganz nach Bedarf und aktuellem Anlass im Heft auftauchen.
Fachforum INFO 7 - der Leser als Autor
Auch bei der Akquisition von Beiträgen wird es Änderungen geben. Über E-Mail-Rundschreiben, persönliche Kontakte der Redaktions-mitglieder und speziellen Info-Kästen in INFO 7 (siehe Seite 3) wird in Zukunft stärker an die Leserschaft von INFO 7 und an die Mitglieder der fg7 appelliert, mit eigenen Beiträgen und Berichten das Agenda Setting in INFO 7 in die Hand zu nehmen. Was könnte für unsere Fachzeitschrift wichtiger und für den Erfolg der fg7 besser sein als mehr fundiert geschriebene Artikel z.B. über die Informationsarbeit in der privaten Medienwirtschaft oder über neue archivrelevante Softwarelösungen.
Layout - mehr als Make up
Auch das Erscheinungsbild von INFO 7 wird sich ändern. Moderat, aber deutlich. Eine neue Schrifttype, eine klarere und einheitlichere Textanmutung, konsequenter gestaltete Titeleien und eine Auflockerung der Textblöcke durch Abbildungen und Grafikelemente wird das Lesen der Texte und das Querblättern leichter machen. Diese Neuerungen werden allerdings Schritt für Schritt eingeführt, so dass erst im Heft 3 dieses Jahres alle Layout-Änderungen vollzogen sein werden. Bei allen guten Absichten und Visionen darf ja nicht vergessen werden, dass Hans-Gerhard Stülb, in Personalunion Fachgruppenvorsitzender, Chefre-dakteur und Allein-Layouter, neben der aufopfernden, ehrenamtlichen Arbeit des Zeitschriftenmachens auch noch das Deutsche Rundfunk-archiv zu leiten hat.
Ein professionelleres Layout ist auch mehr wert. Meint zumindest der Verlag, der die Vorliebe des Chefredakteurs für unrunde Eurobeträge nicht teilen kann. Die Redaktionskonferenz hatte ein Einsehen und hat den moderaten Anpassungen der Heft- und Abopreise an das ästhetische Empfinden der Verlagskaufleute zugestimmt. Danach kostet bei Einzelbezug ein Heft INFO 7 für Verbandsmitglieder € 3,75 statt der redlich-stülbschen € 3,58. Der Normalpreis für Nichtmitglieder liegt bei € 7,50. Im Abonnement kosten drei inhaltlich und gestalterisch optimierte Hefte von INFO7 jetzt € 10,75 für Mitglieder (statt schüchterner € 10,74) und für Nichtmitglieder im Abonnement runde € 21,50. Am besten vergessen Sie also alles, was hierzu im letzten Editorial stand und lesen nur noch meins.
Mit neuem Konzept, neuen Preisen, neuen Ideen und neuen Plänen ist die neue Vorstandscrew sehr zuversichtlich ist neue Jahr gestartet. Helfen Sie uns bitte mit Ihren Beiträgen, Anregungen und mit Ihrer Mitarbeit bei dieser Erneuerung.
In diesem Sinne - bis neulich.
Ihr Ralph Schmidt
Hamburg, im April 2002
Euroland in Lummerland?
Liebe Leserinnen und Leser,
haben Sie es im vergangenen Jahr geschafft, zu Weihnachten rechtzeitig alle notwendigen Geschenke für die Lieben zu besorgen? Ich bin restlos daran gescheitert. Habe meine neuen Euros mit mir herumgeschleppt - Sie wissen schon, diese neue Form von Begrüßungsgeld. Aber keiner wollte es nehmen. Stattdessen in der Cafeteria beim Verschnaufen vom Einkaufsbummel: DM 3.41 für den Becher Kaffee (hat früher DM 3.00 gekostet), DM 2.63 für das Mandelhörnchen (früher DM 2.50), Trinkgeld 96 Pfennig, um die braunen Münzen wieder loszuwerden, die die Geldbörse so prall machen, daß man als Mann beim Draufsitzen blaue Flecke kriegt. Jetzt werden Sie fragen, warum erzählt er uns das? Wissen wir doch alles schon. Ist ja auch schon fast vergessen, jetzt im Februar 2002. Was war noch die DEMARK? Gibt's die in Dänemark? Oder doch in Lummerland?
Na ja, sage ich, Sie müssen doch aber wissen, was Sie im Jahr 2002 für dieses blaue Fachblatt zahlen müssen. Das ist wirklich nicht so einfach. Also: Wir haben uns vorgenommen, nicht von der EURO-Einführung zu profitieren. INFO 7 kostet Sie im Jahr 2002 nicht mehr als bisher. Natürlich auch nicht weniger. Die EURO-Umrechnung ergibt demnach laut selbstentworfener Excel-Tabelle einen INFO 7 - Preis von EUR 7.16. Das macht für die drei Hefte des Jahres eine Gesamtsumme von EUR 21.48. Auf diese Weise könnten Sie die 2-Cent-Münzen kennenlernen. Sofern Sie denn INFO 7 an Ihrem Kiosk kaufen. Aber die meisten von Ihnen werden INFO 7 abonniert haben. Da ist es eh egal, weil auf dem Konto die Beträge sowieso immer krumm sind. Aber eins sollten Sie doch bedenken: Auch im Jahr 2002 werden die Mitglieder der fg7 diese Zeitschrift INFO 7 zum halben Preis beziehen können. Auch hierzu gibt die Tabelle Auskunft: Ein Heft kostet EUR 3.58, das Jahresabo EUR 10.74. Da heißt es zugreifen! Hinweise zur Mitgliedschaft in der Fachgruppe 7 im VdA finden Sie auf Seite 191. Da bekommen Sie sogar noch die Zeitschrift "Der Archivar" on Top.
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Ravensburg wirft Schatten. Die Helligkeit nimmt wieder langsam zu. Der Frühling naht. Und damit steigt die Vorfreude auf die nächste Frühjahrstagung. Sie werden sich erinnern, dass wir seit Berlin 1997 immer mit gutem Wetter gesegnet waren. Selbst im alpinen Salzburg konstatierten die Einheimischen 1999, dass sonst nie im April dort ein solch schönes Wetter sei. Weimar bescherte uns 2000 den vorgezogenen Hochsommer und in Köln 2001 regnete es statt drei Tagen nur einen halben. Dazu finden Sie im nächsten Heft das Wetter in Ravensburg 2002. Also planen Sie ruhig vor oder nach der Tagung eine Kurzurlaub am nahegelegenen Bodensee. Sollte es wider Erwarten doch regnen, gehen wir eben doch in die Spielefabrik. Und: Natürlich gibt es ein spannendes Tagungsprogramm. Dafür hat die Planungskommission des Vorstands gesorgt. Mehr darüber im nächsten Heft, das Anfang April erscheinen soll und Heft 1/2002 heißen wird. Denn Sie haben jetzt erst das Heft 3/2001 in der Hand. Wieder sehr spät, werden Sie sagen. Ja, wir geloben Besserung. Sie sollen künftig INFO 7 im April, im September und im Dezember bekommen. Das ist immerhin wahrscheinlicher als die Senkung der Arbeitslosenzahlen auf 3,5 Millionen. Schade, daß diese Zahl nicht in Euro umgerechnet werden kann, wird Herr Schröder denken...
Zurück zu Ravensburg. Das Tagungsthema heißt in diesem Jahr: Informationsprodukte auf dem Prüfstand - Informationsdienstleistung, Syndication und das Internet. Wie in den letzten Jahren werden wir traditionell wieder Aussteller auf der Tagung haben, die erstmals Gelegenheit haben werden, ihre Produkte dem Publikum kurz vorzustellen. Wir präsentieren kostenpflichtige Archiv- und Informationsangebote aus dem Internet sowie aktuelle Faktendatenbanken. Wie zuletzt beschäftigt uns das Thema "Intranet" in verschiedenen Ausprägungen, dieses Mal mit dem Schwerpunkt der Nutzer als "Selbstbediener". Ebenso schreiben wir die Entwicklung der digitalen Videoarchivierung fort und versuchen dabei eine realistische Einschätzung der Realität. Bildarchive werden in Ravensburg einen besonderen Block bilden, ebenso wie ein kleiner Schwerpunkt zur Situation der Archive in Regionalzeitungen im südwestdeutschen Raum. Weitere Blöcke über automatische Erschließung, Internet-Dienste in der mediendokumentarischen Arbeit und das Stichwort "Syndication" runden die Tagung ab.
Eine Übersicht über das geplante Programm finden Sie auf der Seite 130. Die Einzelthemen, Vorträge und Referenten werden dann in INFO 7, Heft 1/2002 erscheinen. Sie können, wie immer, aber auch ab Ende Februar das jeweils aktuelle Programm auf unserer Homepage www.fg7.de verfolgen. Zu dieser Zeit werden auch die üblichen Einladungen verschickt. Sollten Sie bisher nicht im Verteiler der Einladungen gewesen oder - ich unterstelle - versehentlich - nicht berücksichtigt worden sein, wenden Sie sich bitte an Klaus Heimann, WDR, der in diesem Jahr die Organisation steuert. Die Adresse finden Sie im Impressum.
Frankfurt, im Februar 2002
Ravensburger Spiele
Liebe Leserinnen und Leser,
jeder von uns hat sicher als Kind in irgendeiner Weise mit einem Spiel aus Ravensburg zu tun gehabt. Spätestens beim Spielen mit den eigenen Kindern erfolgt nach vielen Jahren die erneute Konfrontation mit der Spielefabrik. Ob es das Hütchenspiel ist, Kartenspiele aller Art oder aber das berühmte Memory - alle haben wir dabei sicher irgendeine Erinnerung. Am Rande unserer nächsten Frühjahrstagung werden Sie Gelegenheit haben, mit diesen Erinnerungen konfrontiert zu werden. Vorgesehen ist unter anderem eine Besichtigung der berühmten Ravensburger Spielefabrik. Ein Kindheitstraum wird wahr.
Nun sind wir allerdings bei der Annahme der freundlichen Einladung der Stadt Ravensburg und der Firma Munzinger, die Frühjahrstagung im Jahr 2002 in Ravensburg auszurichten, beileibe nicht davon ausgegangen, daß die nächste Frühjahrstagung in Form von Gesellschaftsspielen abläuft. Vielmehr haben das bevorstehende Jubiläum der Firma Munzinger und der 80. Geburtstag des Ihnen sicher allen bekannten Kollegen Ludwig Munzinger uns bewogen, in den tiefen Süden der Republik zu gehen. Bei einem Besuch in einer Planungskomission des Vorstands in Ravensburg im Juli 2001 konnten wir bereits einen Eindruck von der Gastfreundschaft der Firma Munzinger und der Stadt Ravensburg gewinnen, so daß wir zutiefst überzeugt sind, einer vom Ambiente her interessanten Tagung entgegenzusehen.
Damit das Ganze auch inhaltlich ein Erfolg wird, hat der neue Vorstand der Fachgruppe eine Programmkomission gebildet, die bereits sehr aktiv war und einen Rahmenplan für die Tagung in Ravensburg entwickelt hat. Sie finden in diesem Heft ein "Call for Papers", verbunden mit der herzlichen Bitte, Ihre Erfahrungen und Kenntnisse im Rahmen des gesetzten Programms bei der Planung einzubringen und damit der Tagung in Ravensburg zum Erfolg zu verhelfen.
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.Im vorliegenden zweiten Heft des Jahres 2001 finden Sie verschiedene Schwerpunkte. Jo Groebels Eröffnungsvortrag auf der Frühjahrstagung in Köln verdient ebenso Ihre Aufmerksamkeit, wie die ersten Ausblicke auf Ravensburg.
Wir haben in diesem Heft die Tradition wieder aufgenommen, daß interessante Unternehmen oder Institutionen sich selbst vorstellen können. Natürlich trägt diese Rubrik ein wenig den Charakter von Werbung. Andererseits erhält man dadurch auch gute Einblicke in Marktentwicklungen und Perspektiven. Jeder von Ihnen, der etwas Interessantes in unserer Branche anbietet, könnte auf diese Weise Gelegenheit bekommen, sich bekannt zu machen. Neben dieser Präsentationsmöglichkeit sollen aber auch thematisch interessante Inhalt in dieser Rubrik erscheinen. So dürfte der audiovisuelle Blick auf das Kulturgut der Schweiz aus dem Blickwinkel von "Memoriav" ebenso interessant sein wie Morten Jacobsens Erfahrung mit dem Aufbau von Archivkammern zur sachgemäßen Lagerung und Behandlung von Filmen.
Die Frage des Urheberrechts begleitet uns weiter. Sowohl in Peter Horvaths Vorstellung der PMG als auch in Georg Wallrafs Artikel über rechtliche Rahmenbedingungen für die Mediendokumentation wird dieses Thema gestreift - vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die geplante Novelle des Urheberrechts eine unverändert spannende Diskussion. Auch in unseren Meldungen finden Sie dazu Hinweise.
Fast schon traditionsgemäß enthält auch das vorliegende Heft wieder einen Beitrag über Fotos aus dem Deutschen Rundfunkarchiv am Standort Babelsberg. Dieses Mal geht es um den ersten Fernsehübertragungswagen, der in der DDR entwickelt und hergestellt wurde.
Einen interessanten statistischen Überblick über die Welt der Zeitungsausschnittsarchive in Deutschland, Österreich und der Schweiz geben Kurt Habitzel und Günter Mühlberger - letzterer mag den Besuchern der Frühjahrstagung in Salzburg noch in Erinnerung sein.
Ein Bericht von der gemeinsamen Sitzung der Fachgruppen 7 und 8 auf dem diesjährigen Archivtag in Cottbus sowie der Vortrag von Gisela Süle über die Entmaterialisierung von Dokumenten in Rundfunkanstalten, gehalten auf dem Archivtag in Nürnberg 2000 vervollständigen dieses Heft.
Noch ein Hinweis in eigener Sache: Mit meinem Wechsel zum Deutschen Rundfunkarchiv ändert sich auch die Postadresse von INFO 7. Bitte beachten Sie daher das Impressum bei der Zulieferung von Leserbriefen, Beiträgen und Kommentaren. Und: bitte bedenken Sie uns reichlich!
Hamburg, im Oktober 2001
Aufbruch und Veränderung
Liebe Leserinnen und Leser,
INFO7 ist wieder da! Im letzten Jahr war es lange ungewiß, ob unser Fachblatt der Medienarchivare und Mediendokumentare erhalten werden kann. Das galt sowohl für den Verlag, der den Vertrag überraschend gekündigt hatte, als auch für die Redaktion, da Eckhard Lange nach vielen Jahren großen Engagements für diese Zeitschrift sein Amt niederlegte und lange nicht geklärt war, in welcher Weise die Redaktion weitergeführt werden kann.
Der neue Vorstand der fg7 hat sich dann, mit Eckhard Langes Unterstützung und Tatkraft, der Sache angenommen. Es wurde ein Redaktionsteam gebildet, das versuchen wird, INFO7 weiterhin als informatives Publikationsorgan für unseren Berufsstand weiterzuführen. Diese neue Form der Zusammenarbeit muß sich erst einspielen, und wir bitten daher um etwas Geduld und gleichzeitig um Ihre Unterstützung. Jeder, der bereit ist, INFO7 zu neuem alten Glanz zu verhelfen, ist willkommen. Schreiben Sie Beiträge, Leserbriefe, Kommentare! Senden Sie uns Interessantes aus Ihrem täglichen Arbeitsleben, Neuigkeiten, Hinweise auf neue Produkte, Strategien, Entwicklungen. Die neue Redaktion freut sich über jedes Engagement.
Wir werden weiterhin - wie jedes Jahr, drei Nummern INFO7 herausgeben. Da wir uns schon in der zweiten Jahreshälfte befinden, und Sie jetzt erst die erste Nummer des Jahres vor sich liegen haben, steht uns noch viel Arbeit in den nächsten Monaten bevor. Doch mit Ihrer aller Unterstützung hoffen wir, dem hohen Anspruch gerecht zu werden, noch zwei weitere informative Nummern veröffentlichen zu können.
Ein neuer Aufbruch bringt manchmal nicht nur formale, sondern auch inhaltliche Veränderungen mit sich. Sie werden feststellen, daß diese erste Ausgabe von INFO7 sich an Bewährtem orientiert. Im Laufe der Zeit werden sich sicherlich Veänderungen ergeben. Wir werden uns inhaltlich und in der Form an neue Entwicklungen in unserer schnellebigen Branche anpassen müssen. Auch zu diesem Punkt sind uns Ihre Hinweise jederzeit willkommen.
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Die diesjährige Frühjahrstagung der fg7 in Köln spiegelt sich in diesem Heft in einigen Beiträgen wieder. Darunter befinden sich einige der Grußbotschaften der Tagung, Essentials der Mitgliederversammlung sowie zu Papier gebrachte Fachvorträge. Natürlich lassen wir Sie auch nicht über die Ergebnisse der Vorstandswahlen im Unklaren.
Von der Frühjahrstagung berichten wir in Fach-Beiträgen dieses Hefts über die "Digitalisierung des Videoarchivs bei CNN", in der Rubrik REPORT. ZUR DISKUSSION steht erneut ein Beitrag zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft aus der Sicht der Rundfunkanstalten, und einen Bericht aus dem praktischen Leben enthält die Rubrik THEORIE UND PRAXIS mit dem Beitrag "Klassifikation als Ordnungssystem im elektronischen Pressearchiv".
Erfreulich ist, daß durch positiv abgeschlossene Verhandlungen mit dem LIT-Verlag und durch die Unterstützung des vfm auch die Reihe "Beiträge zur Mediendokumentation" fortgesetzt werden kann, in der dann wieder die komplette Dokumentation der Tagung enthalten sein wird.
Dem LIT-Verlag möchte ich an dieser Stelle auch dafür danken, daß die Bereitschaft besteht, INFO7 zu fast gleichen Bedingungen aufzulegen, wie wir sie bisher hatten. Die Redaktion freut sich auf eine hoffentlich lange und fruchtbringende Zusammenarbeit.
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Der neue Fachgruppenvorstand hat sich mittlerweile bereits intensiv mit den ersten Vorplanungen der Frühjahrstagung 2002 befaßt, und ich kann Ihnen ankündigen, daß wir auf Einladung der Stadt und der Fa. Munzinger im nächsten Jahr unsere Tagung in Ravensburg abhalten werden. Bitte merken Sie sich bereits das Datum vor: 21.-24. April 2002. Im nächsten Heft werden Sie bereits weitere Details zur Tagungsplanung finden.
Ich möchte an dieser Stelle den Hinweis geben, daß die fg7 auch in diesem Jahr wieder mit einer Fachgruppensitzung am Deutschen Archivtag beteiligt ist, der in Cottbus stattfinden wird. Der Archivtag findet dort vom 17.-21. September statt. Unsere Fachgruppensitzung findet am 20. September ab 9.30 Uhr statt und ist wieder eine gemeinsame Sitzung mit der Fachgruppe 8. Sie wird von Eckhard Lange und Gerald Wiemers moderiert.
Im übrigen ist das erste Heft 2001 geprägt von Kontinuität. Sie werden bereits bekannten Autorinnen und Autoren wiederbegegnen. Das Redaktionsteam wünscht Ihnen, leicht abgewandelt, mit Maybritt Illner viel Erfolg beim Pflegen neu gewonnener Einsichten in eine neue alte Zeitschrift.
Hamburg, im August 2001
Abschied und Anfang
Und dennoch sagt (frei nach Hofmannsthal) der viel, der Abschied sagt. Halten wir also Rückschau, so nüchtern wie möglich: Es begann im April 1986: INFO 7, "das schöne blaue Heft", wie es Manfred Hanke vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln damals begrüßte, flattert auf den Tisch von ein paar hundert ausgesuchten Adressaten. Im Untertitel ist INFO 7 damals noch die Erläuterung beigege- ben: "Informationen aus der Fachgruppe der Presse-, Rund- funk- und Filmarchivare". Es kommen gerademal 32 Seiten zusammen. Die Cover-Schlagzeilen thematisieren den Daten- schutz, einen Report über "mediengerechte Datenbanken" und die zu jener Zeit noch heiß diskutierte Streitfrage für Pressearchivare: Mappe oder EDV? Marianne Englert, heute Ehrenvorsitzende der Fachgruppe, beschreibt im ersten Edito- rial die Zielrichtung der Herausgeber: INFO 7 soll ein "Mitteilungsdienst" sein für den Berufsstand, "vor allem aber ... über neue Systeme und Einrichtungen berichten ... und den allgemeinen Informationsfluß zwischen den Fachgruppen- tagungen verbessern."
Vier Jahre später. Heft 1 des 5. Jahrgangs (1990), inzwischen 64 Seiten stark, weist den Untertitel "Information und Doku- mentation in Archiven, Mediotheken, Datenbanken" aus, und im Editorial ("Auf zu neuen Ufern") wird erläutert, daß sich hiermit eine Zeitschrift und nicht mehr nur das Mitteilungs- organ einer Fachgruppe fürs "weitere Umfeld von IuD" öffnet. Schweizerische Mediendokumentare übernehmen redaktionelle Verantwortung für eigene Beiträge und auch der damals noch existierende VDD (Verein Deutscher Dokumentare). Die Auflage erhöht sich beträchtlich, insbesondere als - allerdings nur vorübergehend - auch die DGD das Blatt in das Angebotspaket für ihre Mitglieder übernimmt. 1997, im 12. Jahrgang, wird der Schritt zu drei Ausgaben im Jahr vollzogen. Im Jahr 2000 schließlich kommt, bedingt durch eine neue Gesellschafterkonstellation des Verlags, die Kündigung.
Dies ist, in groben Zügen, die Geschichte von INFO 7 bis zu dieser Ausgabe, der letzten, die in der Nomos Verlags- gesellschaft erscheint und unter meiner redaktionellen Verantwortung. Insofern nehme ich Abschied von INFO 7, nach 34 Heften mit einem Gesamtumfang von ca. 2040 Seiten. Wer weiß, wie heute von Flensburg bis Garmisch Partenkirchen Fachzeitschriften hergestellt werden, nämlich als "reproreife Vorlage" am PC des Redakteurs, von der ersten bis zur letzten Seite, mit der Verantwortung für den Inhalt ebenso wie für den Umbruch und das gesamte Layout, der wird verstehen, daß mir damit eine gewisse Last von den Schultern fällt. Eine gewisse Lust möchte ich auch zugeben, die sich dann einstellte, wenn jeweils wider alles Erwarten, tatsächlich einigermaßen im Zeitrahmen, "das schöne blaue Heft" aus der Druckerei kam.
Eine inhaltliche Bilanz von 15 Jahrgängen INFO 7 über die gegebene dürre Statistik hinaus zu ziehen, erspare ich mir. Das sollen andere machen. Außerdem sagt der Dichter: Man schreibt nicht so ausführlich, wenn man den Abschied gibt. (Heine) Die folgenden Seiten mit ihren Ermunterungen, weiterzumachen und INFO 7 nicht sterben zu lassen, ziehen ja ein gewisses Resumee. Sie sind geeignet, den zu beschä- men, dem zuweilen die Mühen zu groß schienen angesichts ausbleibender Resonanz. Unser Berufsvölkchen, das sei als Erfahrung aus 15 Jahren doch festgehalten, ist von sich aus nicht bersonders mitteilungsbedürftig, schon gar nicht, wenn man es mit der Klientel, die es in der Regel bedient, ver- gleicht: den schreibenden, Programm machenden Journa- listen. In der Sache konkret angesprochen, bekennt sich der Berufsstand aber sehr wohl. Ich bedanke mich bei allen, die mit ihren guten Wünschen die nächsten drei Seiten füllen.
Eine Antwort auf die Frage, ob INFO 7 in dieser Form bestehen bleibt, gibt es inzwischen auch. Ich freue mich, das einigermaßen flügge gewordene Kind nicht ins Ungewisse entlassen zu müssen. Gespräche mit einem in Münster, Hamburg und London ansässsigen Verlag haben dieser Tage zu einem ernsthaften Übernahme- Angebot geführt. Für Sie, die Leser und Abonnenten, bleibt damit alles beim alten. In der nächsten Nummer, die vorraussichtlich im Juni 2001 erscheinen wird, kann Sie die neu zusammengesetzte Herausgeberschaft über die internen Veränderungen unterrichten.
Bleibt am Ende der Dank an alle Autorinnen und Autoren, die mich belieferten bzw. mir die Erlaubnis zum Abdruck ihrer opuscula gaben. Dank auch den im Impressum genannten Kolleginnen und Kollegen, besonders Ulrike Höflein, die viele Seiten INFO 7 Korrektur las, Uta Rosenfeld, die Agenturmeldungen recherchierte und Josef Wandeler, der für die Schweiz gerade stand. Nicht zuletzt danke ich den nirgendwo Aufgeführten, die mir - damals im Südwestfunk - beim oft hektischen Schlußausdruck und bei der Texteingabe halfen: Birgit Korz und Karina Mroß.
Zum Schluß ein weiteres Dichterwort, abgewandelt: Und jedem Abschied wohnt ein neuer Anfang inne. (Hesse).
Uelzen im Dezember 2000
Kandidatenkür
Auf dem nächsten Deutschen Archivtag (18. bis 21.09. 2001 in Cottbus) endet die reguläre Amtszeit nicht nur des gesamten VdA-Vorstands, sondern auch der jeweiligen Fachgruppen-Vorstände.
Die fg7 im VdA (Fach- gruppe der Medienarchivare und Mediendokumentare) wählt ihren Vorstand und die drei Delegierten in den VdA-Vorstand traditionell auf ihrer vorausgehenden Frühjahrstagung. Diese findet auf Einladung des WDR vom 22. bis 25. April 2001 in Köln statt.
Der amtierende Vorstand der fg7 hat sich natürlich Gedanken gemacht, in welcher personeller Besetzung die Geschäfte der Fachgruppe künftig weitergeführt werden könnten, nachdem drei Vorstandsvorsitzende aus ihrem Amt ausscheiden werden, darunter der Vorsitzende. Der Vorstand wird der Mitgliederversammlung in Köln seine Vorstellungen unterbreiten, möchte aber rechtzeitig alle Mitglieder zu weiteren Vorschlägen aufrufen.
Nach dem Muster des auf der folgenden Seite abgedruckten Formulars (das man kopieren, ausschneiden oder auch sinngemäß in ein E-mail übertragen kann) haben Mitglieder der fg7 die Möglichkeit, Kandidaten zu benennen oder auch sich selbst vorzuschlagen. Zu beachten ist, daß zumindest an das Vorsitzenden- und das Schatzmeisteramt erhebliche Anforderungen an Zeit und Arbeitsaufwand gestellt werden, so daß vor einer Kandidatur sichergestellt sein sollte, daß der jeweilige Arbeitgeber diese mitträgt. Es fallen außerdem zusätzliche Kosten für Dienstreisen oder auch für die Abwicklung der Korrespondenz an. Ohne eine ausreichende kommunikationstechnische Ausstattung unter Einschluß von Internet-Zugang und E-mail-Adresse ist beruf- ständische Arbeit heutzutage ebenfalls nicht mehr denkbar.
Zu berücksichtigen ist ferner, daß der künftige Vorstand - wie schon der derzeit amtierende - ohne eine Verteilung der Aufgaben nicht handlungsfähig sein wird. Dies hat auch in der Vergangenheit eine Abstimmung unter den potentiellen Vorstandsmitgliedern über die Zusammenarbeit untereinander erforderlich gemacht, bevor sie überhaupt an eine Kandidatur denken konnten. D.h.: Manche Kandidatur kann nur unter bestimmten Voraussetzungen aufrecht erhalten werden, die auch die Person von anderen Vorstandskollegen betreffen können. Es wäre also hilfreich, wenn bei den Vorschlägen für eine bestimmte Kandidatur auch dazu Äußerungen gemacht würden.
Das Wahlprozedere selbst ist nur im Fall der Delegiertenwahl für den VdA-Vorstand durch die VdA-Satzung vorgegeben. Sie erfolgt geheim und unabhängig von den Wahlen zum "internen" Fachgruppenvorstand. Doch ist es aus pragmatischen Gründen angezeigt, mindestens die/den Vorsitzende/n in den VdA-Vorstand zu delegieren. So handhaben es auch alle anderen Fachgruppen. Wie bei der Wahl des internen Fachgruppenvorstands gibt es auch bei der Delegation in den VdA-Vorstand gute Gründe dafür, Presse und Rundfunk bei der Verteilung der Aufgaben gleichmäßig zu bedenken.
Die Wahl des Fachgruppenvorstands ist satzungsgemäß so wenig vorgeschrieben wie die Anzahl seiner Mitglieder. Es gibt auch keine entsprechende Geschäftsordnung. In der Regel wurde so verfahren, daß der amtierende Vorstand ein bestimmtes Wahlprozedere und - im Blick auf die ihm bekannt gemachten Kandidaturen - auch die Anzahl der zu Wählenden vorschlägt. Nach Zustimmung der Mitglieder versammlung in Köln könnte in Anlehnung an die letzte Vorstandswahl 1997 in Berlin so verfahren werden:
Bei den Wahlen 3. - 6. ist, was die Zugehörigkeit zu einem Bereich angeht, der Ausgang der Wahlen 1. und 2. zu berücksichtigen.
Wenn Sie also einen geeigneten Vorschlag haben, nutzen Sie nach umseitigem Muster die Möglichkeit, sich selbst oder andere zur Wahl zu stellen! Frische Kräfte sind für jeden Vorstand gut, und es soll ja auch niemand übersehen werden, der für eine solche Aufgabe in Frage kommt.
***
Mein Aufruf "U.A.w.g." im letzten Editorial hat bislang nur mündliche Bekundungen und jedenfalls keine verwertbare Statistik gebracht, ob denn nun INFO 7 unter neuer Verantwortung, auf Papier oder elektronisch, weitergeführt werden soll. Der Aufruf gilt weiter bis zur vorläufig letzten Ausgabe Ende Dezember. Sicher ist, daß der NOMOS-Verlag mit dem 15. Jahrgang INFO 7 in die Hände der Herausgeber zurückgibt. Die Kündigung war bei der neuen Gesellschafter-Konstellation von NOMOS vorauszusehen. Der Vor- stand der fg7 sucht derzeit nach einer Nachfolgelösung. Er ist für praktikable Angebote und Ermunterung in dieser Sache dankbar.
Uelzen, im Oktober 2000
U.A.w.g.
Mit dieser Nummer startet INFO 7, aus vielerlei Gründen etwas verspätet, in seinen 15. Jahrgang. 15 Jahre - das ist für ein Fachorgan keine geringe Dauer, zumal hier seit 1986 alles ehrenamtlich bewerkstelligt wird (auch gibt es kein Autoren-Honorar). Die Modalitäten der Textherstellung, der verantwortlichen Redaktion, des Layoutens, der Bild- und Grafik-Gestaltung etc. liegen seit einigen Jahren in einer einzigen Hand. Diese wird nun allmählich müde.
Dem Nomos-Verlag und seinem Geschäftsfüher Dr. Volker Schwarz ist es zu danken, daß diese Publikation über einen solchen Zeitraum überhaupt möglich gemacht wurde. Volker Schwarz hat mich 1986 ja überhaupt erst dazu ermuntert, aus einer zunächst als Kopie-Versand geplanten Mitglieder- Postille eine regelrechte Zeitschrift zu machen. Bis heute genügt dem Verlag offenbar der ideelle Gewinn, den er mit INFO 7 einfährt. Für die Zukunft kann dies indes keinesfalls garantiert werden. Wenn der Verlag sich in neuen Gesellschafter-Konstellationen bewegt und der gute persönliche Kontakt zwischen Redaktion und Geschäftsführung wegfällt, gelten möglicherweise andere Prioritäten.
Der im nächsten Frühjahr in Köln neu zu wählende Vorstand der fg7 - er wird in seiner Spitze nicht mehr der alte sein - wird sich überlegen müssen, ob er die Herausgeberschaft dieser inzwischen in Fachkreisen sicherlich eingeführten und auch häufig zitierten Zeitschrift überhaupt noch weiter übernehmen will. Er wird abzuwägen haben, ob die Kommunikation mit den Fachgruppen- mitgliedern und der weiteren Kollegenschaft über’s Internet nicht ausreicht (obwohl dort, auf der Homepage der Fachgruppe, im Gästebuch oder auf der Mitgliederseite, noch nicht allzuviel Kommunikation stattfindet).
Man könnte sich ja eine rein elektronische Publikation von INFO 7 vorstellen. Auch hierfür müßte, wenn’s der oder die zukünftige Vorsitzende nicht wieder selbst machen wollte, die Person erst gefunden werden, die dazu - ehrenamtlich - Lust und Zeit hat. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich aus meiner 15jährigen INFO 7-Erfahrung mitteile, daß Lorbeeren mit dieser Arbeit nicht zu ernten sind. Wer sich der Öffentlichkeit aussetzt, muß zunächst mal mit Kritik rechnen (insbesondere mit der Kritik jener, die sich selbst als Autoren eher bedeckt halten). Zustimmung wird nur ganz selten geäußert. Und nicht immer gilt der Grundsatz: Wer schweigt, stimmt zu.
Es ist mir deshalb ein Anliegen, gegen Ende meiner herausgeberischen und redaktionellen Verantwortung für INFO 7 die Meinung der Leser zu erfragen: Soll INFO 7 bleiben? In dieser oder anderer (vielleicht elektronischer?) Form? Was ist gut, was weniger gut, was schlecht an INFO7? Soll es im Ganzen oder in Teilen geändert weden? Traut sich jemand zu, unter der Herausgeberschaft des neuen fg7-Vorstands die Redaktion zu übernehmen? Oder ist jemand bereit, einfach in ihr mitzuarbeiten oder regelmäßig als Autor/in Beiträge zu liefern? - Die Antworten, die in den nächsten zwei Nummern (Oktober und Dezember 2000) im INFO 7-Forum veröffentlicht werden sollen, ihre Anzahl und ihre Qualität, werden der Diskussion im Vorstand der Fachgruppe wichtige Aufschlüsse vermitteln und Argumentationshilfe sein für ein Pro oder Contra in Sachen INFO 7. Um Antwort wird gebeten bis 10.August (Redaktionsschluß Heft 2/ 00), spätestens bis 10.Oktober 2000 (Redaktionsschluß Heft 3/ 00). Es kann geschrieben, gefaxt, gemailt werden. (Adressen s. Impressum.)
***
Die vergangene Frühjahrstagung in Weimar spiegelt sich in diesem Heft im Tagungsbericht und in den zwei Beiträgen ZUR DISKUSSION. Auch die nächsten beiden Hefte werden ausgewählte Beiträge aus dieser, wie ich höre, von den meisten Teilnehmern recht gut aufgenommenen Tagung enthalten, u.a. einige der "Grußbotschaften", die ja inzwischen längst über Höflichkeiten hinausgehen und Substantielles zum Tagungsthema beitragen.
Die gesamte Dokumentation der Tagung ist dann wieder in der Reihe "Beiträge zur Mediendokumentation" (bei Nomos) nachzulesen, deren fünfter Band - über die Tagungen in Berlin, Würzburg und Salzburg - gerade "in der Mache" ist. Wie schnell das geht, hängt nicht zuletzt von der Bereitschaft der Referentinnen und Referenten ab, ihre Manuskripte und sonstigen Unterlagen zur Verfügung zu stellen.
An dieser Stelle geht deshalb nochmal die herzliche Bitte an alle Referentinnen und Referenten von Weimar, doch bitte, sofern noch nicht geschehen, ihre Rede-Unterlagen (mög- lichst auf Diskette oder per E-Mail) an mich zu senden. Wer noch in die nächsten INFO 7-Hefte möchte, muß sich da schon sputen.
Uelzen, im Juni 2000
In eigener Sache
In einem kleineren Kreis von Kolleginnen und Kollegen ging man neulich der Frage nach, welche Anstandsregeln eigentlich das Editorial einer Fachzeitschrift (die in gewisser Weise auch eine Mitglieder-Zeitschrift sei) zu beachten habe. Spricht da der Herausgeber? Der verantwortliche Redakteur? Der Fachgruppenvorsitzende? Repräsentiert also der Verfas- ser eines Editorials immer mehr, trägt er eine größere Verantwortung als der "normale" Artikelschreiber? Einige, die sich offenbar an manchen Meinungsäußerungen in den Editorials von INFO 7 gestört hatten, meinten ihrerseits, Meinungsäußerungen gehörten in einen Kommentar und nicht in ein Editorial. Ein Editorial habe also gewissermaßen die Gesamtmeinung der Herausgeberschaft oder gar keine Meinung abzubilden.
Nun kann man, wenn man sich landauf, landab die Editorials der verschiedensten Publikationen zu Gemüte führt, eher das Gegenteil feststellen. Da schreibt ganz selten der Herausgeber in dieser seiner Eigenschaft, sondern meist ein besonders meinungsfreudiger Subjektivling, häufig der Chefredakteur. Dieser will ja schließlich mit einer Einstimmung auf die folgenden Seiten Aufmerksamkeit erregen. Und da das Editorial zumeist auch namentlich gezeichnet ist, nicht selten sogar mit dem persönlichen Schriftzug des Verfassers, sollte eigentlich Verwechslung ausgeschlossen sein: da schreibt der, der da schreibt, und kein anderer, hinter dem er sich verstecken will.
In diesem Sinne könnte man fast - frei nach Tucholsky - formulieren: "Was darf ein Editorial? Ein Editorial darf alles." (Natürlich nicht gegen Strafgesetze verstoßen, aber das darf auch die Satire nicht.) Und was sollte es besser nicht? Erstens langweilen und zweitens am Inhalt der jeweiligen Ausgabe vorbeischreiben - also z.B. in einer Zeitschrift für die Bäckerinnung von der Fußball-Bundesliga handeln.
Letzteres einzuhalten, gelingt nicht immer, da die Welt rund und bunt ist und der Verfasser eines Editorials auch nur ein Mensch. Jedenfalls bekommt es ihm (und dem Leser) in der Regel nicht, wenn er sich in verschiedene Personen und Funktionen aufspaltet (auch das hat Tucholsky an uns Deutschen schon kritisch beobachtet). Weil sich aber nach der Vorstellung hiesiger Meinungswächter ein Autor zwar über mancherlei auslassen darf, nur nicht "tendenziös", sei hier ein Bekenntnis abgeliefert. Meine Artikel, also auch meine Editorials, spiegeln u.a. auch meine Meinung wieder; wer mich kennt, wird das einzuordnen wissen, und wer mich nicht kennt, soll mich da ruhig über meine "Tendenz" kennenlernen.
Daß dadurch der ganzen Zeitschrift eine Tendenz aufgedrückt würde, täte mir bei so viel anderen Autorschaften (und damit Tendenzen) zuviel Gewicht und Ehre an. Berechtigt wäre ein solcher Vorwurf, wenn in INFO 7 Beiträgen mit anderen Meinungen kein Raum gegeben würde. Die Zurückweisung eines Autors wegen einer von ihm geäußerten Meinung ist über die vergangenen 14 Jahrgänge hinweg noch nicht vorgekommen, im Gegenteil wiederholt darin der verantwortliche Redakteur von INFO 7 schon fast gebets- mühlenartig seine Aufforderung, INFO 7 vor allem auch als Diskussionsforum zu nutzen.
Für die Zukunft sei hier auf alle Fälle noch einmal festgehalten: Namentlich gekennzeichnete Artikel in INFO 7 geben lediglich die Meinung des Autors wieder. Diese deckt sich nicht unbedingt mit der Meinung der Herausgeber von INFO 7, des Beirats von INFO 7, des Fachgruppen- vorstands, des VdA-Vorstands, des vfm - und wer immer sich durch INFO 7 angesprochen finden mag.
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Bleibt nurmehr wenig Platz für Hinweise auf die Beiträge in diesem Heft. In seinem Zentrum steht die Fortführung der Referate und Diskussionsbeiträge auf der Salzburger Frühjahrstagung, diesmal mit dem Schwerpunkt "Infor- mationsmarketing". Ich habe allen zu danken, die mir bei der nicht einfachen Transskription der zumeist frei gesprochenen Vorträge geholfen und mir über die schönen neuen Kommunikationswege ihre Korrekturen samt Folien- und Bildmaterial zugesandt haben.
Der Vorstand des aus der fg7 hervorgegangenen Vereins Fortbildung Medienarchivare/-dokumentare (vfm) mit seiner Vorsitzenden Marianne Englert hat inzwischen beschlossen, die bei Nomos erschienenen "Beiträge zur Mediendokumentation" (bisher 4 Bände) fortzusetzen. Es ist der Wunsch laut geworden, den auf Frühjahrstagungen stattfindenden Diskurs wieder gesammelt festzuhalten. Was in den vergangenen Jahrgängen von INFO 7 hierzu veröffentlicht wurde, kommt deshalb nochmals in Buchform heraus und kann dort nachgelesen bzw. nachgeschlagen werden. Der kommunikations-technische Fortschritt macht es möglich, der Aktualität rascher als bei den vorausgegangenen Bänden der Reihe auf den Fersen zu bleiben. Ich setze auf die Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen, daß sich INFO 7 gleichwohl weiterhin dreimal im Jahr mit Inhalt füllen läßt.
Uelzen im Dezember 1999
Pragmatische Ansätze für "Neue Allianzen"
Ein Thema bekam bei der Salzburger Frühjahrstagung der Medienarchivare durch den Ausfall der Referentin von TWI (der österreichischen Tourismus-Welle) nicht ganz das Gewicht, das ihm der Untertitel zuwies: Neue Allianzen. Dennoch war es von Beginn an präsent. Die in diesem Heft wiedergegebenen Grußworte benachbarter Berufsverbände sind davon geprägt. Man spricht unter IuD-Leuten ja schon länger davon (und insofern wären die Allianzen gar nicht so neu), daß man die Professionalität von Archivaren, Bibliothekaren und Dokumentaren stärken und ihre Bedeutung in Wirtschaft und Gesellschaft erhöhen könnte, wenn es mehr Kooperation unter den Berufsständen und ihren vielen Verbänden samt Untergruppen gäbe. Z.B. bei der Ausbildung, wo der eine Potsdamer Ansatz erst noch Schule machen müßte. Oder insgesamt bei der Entwicklung eines zeitgemäßen Berufsbildes, das doch über alle Sparten hinweg vor ähnlichen, wenn nicht gleichen Herausforderungen steht: Informationsmanagement im Zeichen von multimedialer Digitalisierung und Vernetzung.
Diese Herausforderungen schaffen ja gerade die Voraussetzung dafür, das, was einmal eins war und sich dann im Zuge der Spezalisierung zersplitterte, wieder zusammenzuführen - und sei es nur auf der berühmten virtuellen Ebene, von der (unser Weimarer Kollege Wahl hat darauf hingewiesen) schon Goethe mit Blick auf seine Bibliotheken handelte. Die fg7 im VdA (darauf wiederum hat Kollege Dusek aufmerksam gemacht) hat schon immer auch ein Dach gebildet für verschiedene professionelle Ausrichtungen, seien sie medial - Text, Bild, Ton - oder auch institutionell begründet: Archiv, Bibliothek, Dokumentation. Deshalb rannte die jetzt unter neuem Namen als DGI auftretende alte DGD bei den Medienarchivaren (die manchmal noch mehr Mediendokumentare sind) schon immer offene Türen ein, wenn sie für verbandsübergreifende Aktivitäten warb. Marianne Englert und auch ich referierten mehrmals auf Dokumentartagen und leiteten dort auch Sitzungen. Einmal überbrachte ich sogar das Grußwort eines sog. ABD-Kreises, von dem ich davor nur schemenhafte Absichtserklärungen vernommen hatte und danach überhaupt nichts mehr hörte. Wenn nun Ralph Schmidt als Grußredner der DGI in Salzburg zur Zusammenarbeit zwischen Medienarchivaren und Dokumentaren aufruft, um "in Politik, Wirtschaft, Medien und Öffentlichkeit den Stellenwert von Dokumentation, Informationsorganisation und Wissensmanagement zu verdeutlichen", sollte er durchaus beim Wort genommen werden. Schließlich appelliert er gewisserrmaßen an sich selbst: als Vorstandsmitglied der Fachgruppe 7.
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Sehr stark wird es bei der Verwirklichung dieser Absichten auf die Vermittlung zwischen Theorie und Praxis ankommen. Letztere setzt sich ja häufig über die zwischen A, B und D in Lehre und Literatur gezogenen Grenzen hinweg. Oliver Kaupps Report über "Anforderungen an Informationsmanager aus Sicht der Praxis" in diesem Heft kann hier Anschauungsmaterial liefern. Der pragmatische Ansatz ist es auch, der die gegenwärtig noch kontrovers geführte Diskussion zum Thema Urheberrecht und Archivdienstleistung zu einem guten Ende führen dürfte. Man hört mehr und mehr von tatsächlichen "Neuen Allianzen" zwischen ehemaligen Kontrahenten im Sinne von joint ventures, Vertragsgeschäften, die alle Interessen zufrieden stellen. Der Justitiar des Handelsblattes, Georg Wallraf, hat in Salzburg ja auch über einen solchen pragmatischen Lösungsansatz referiert. Er bildet zusammen mit der Diskussion über Norbert P. Flechsigs Grundsatz-Abhandlung zum Thema 'Elektronische Pressearchive und Rechtsprechung' den Schwerpunkt dieses Heftes.
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Die Salzburger Referate und Diskussionsbeiträge werden auch die nächste INFO 7-Ausgabe noch zu einem guten Teil füllen. Gleichwohl werfen kommende Termine bereits ihre Schatten voraus. Da ist der gemeinsame Kongreß der DGI und der Bibliotheksverbände im März 2000 zum Thema "Information und Öffentlichkeit". Und da ist die nächste Frühjahrstagung der fg7, deren Ort und Termin jetzt feststehen: vom 8. bis 10. Mai in Weimar (Tagungsstätte: "Mon Ami" - Jugend-, Kultur- und Bildungszentrum der Stadt Weimar). Der Vorstand arbeitet noch am Programm, weshalb hier nur ein vorläufiger Arbeitstitel angekündigt werden kann - zugleich mit der Aufforderung an mögliche Referentinnen und Referenten, sich zu diesem Schwerpunktthema mit Vorschlägen zu melden. Es sollen die Bestände der Medienarchive ins Visier genommen werden - ihr Management, ihre Sicherung, ihre Kassation.
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Langfristige Terminplaner können sich sogar schon die Frühjahrstagung der fg7 im Jahr 2001 in den Kalender schreiben. Es gibt eine feste Einladung des WDR in Köln für den 23. Bis 25. April 2001. Die außergewöhnlich frühzeitige und prompte Organisation geeigneter Sitzungsräume danken wir der Kollegin Gisela Süle.
Uelzen im September 1999
Hier Pressearchivare - da Verleger: Wo eigentlich ist der Dissens?
Die schönen Tage von Salzburg sind nun
vorüber. Dieses Heft reflektiert zunächst nur die Eröffnung, den mit starken
Ovationen bedachten Vortrag von Steffen Kopetzky im sonnenscheindurchfluteten
Schloßsaal des Crowne Plaza. Die übrigen Beiträge der Frühjahrstagung werden
in den folgenden Nummern von INFO 7 veröffentlicht. Die Redaktion wartet noch
auf die Transskription des Mitschnitts. Dann wohl ist auch erst ein Fazit zu
ziehen, das über jenes hinausgeht, daß es schöne Tage waren in Salzburg, möglich
gemacht vor allem durch die hervorragende Organisation von Seiten der Wiener
Kolleginnen und Kollegen aus dem ORF.
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Schon vor Salzburg hatten uns die Stellungnahmen des VDZ und des
BdZV zum Thema "Elektronische Pressearchive" erreicht, das ja dann
auf der Frühjahrstagung eine besondere Rolle spielte. Wir drucken sie ab, obwohl
die Prämissen ihrer z.T. recht massiven Vorwürfe ("Plünder-Mentalität")
überholt sind. Es wird ja von den zitierten Pressearchiven überhaupt nicht bestritten,
daß Urheber an einer größeren Verbreitung ihrer geschützten Werke angemessen
finanziell partizipieren sollen. Der von Herrn Waldenberger namentlich inkriminierte
SWR hat von Anfang an Rückstellungen für fällige Urheber-Lizenzen getätigt.
Er möchte, wie ich als ehemaliger Verantwortlicher in diesem Unternehmen vermute,
freilich an einer angemessenen, d.h. möglichst gerechten, wirtschaftlich verkraftbaren,
also auf keinen Fall prohibitiven Gebührenfindung für diese Lizenzen beteiligt
sein. Und er möchte wohl auch wissen, wer denn nun jeweils wirklich im Besitz
der Rechte ist. Dies, so liest und hört man, ist ja nicht jedem Zeitungsverlag
so ohne weiteres klar, denn auch die Verlagsverträge mit den Urhebern von Zeitungsartikeln
wurden großenteils vor der "digitalen Wende" geschlossen.
Auch auf der AWV-Veranstaltung in St. Augustin wurde von Pressearchiv-Vertretern
nochmals klargestellt, daß sich hier niemand um angemessene Lizenzabgaben drücken
will. Es geht um die Höhe und überhaupt um die Bereitschaft der Autoren bzw.
der Verlage (wenn sie denn im Besitz der Rechte sind), die Lizenz zu geben.
Nach den Klarstellungen aus dem VDZ, daß niemand die Einrichtung elektronischer
Pressearchive "verhindern" will (Waldenberger: "Wann sind die
Verlage denn gefragt worden?"), und dito aus dem BdZV (Rübenach: "..
diese Verleger lehnen die elektronischen Pressearchive nicht als Teufelszeug
ab") könnten z.B. die Rundfunkanstalten jetzt fortfahren, die Zeitungsverlage
zu fragen (denn diese sind sehr wohl gefragt worden) und dann auch eine Antwort
erwarten, die die Einrichtung elektronischer Pressearchive tatsächlich nicht
"verhindert". Die gegenwärtige Insuffizienz des Urheberrechts, das
machte wohl auch die Diskussion in Salzburg klar, würde andernfalls ja die Pressearchive
zwingen, auf manche Quellen ganz zu verzichten - sehr zum Schaden eines immer
gewünschten breiten Informationsspektrums, und gewiß auch nicht zum Nutzen der
dann aus diesem Spektrum herausfallenden, einfach nicht mehr zitablen Zeitungen.
Und noch eins muß zur Entlastung der angegriffenen Archive gesagt werden: Sie
wollen erklärtermaßen eben nicht den von Herrn Waldenberger unterstellten "Nebenverdienst,
der ausschließlich auf der Verwertung fremden geistigen Eigentums beruht".
Hier geht es allenfalls um interne Kostenverrechnung einer Dienstleistung, nicht
aber um einen mit fremder Ware kommerziell erstrebten Gewinn. Wo also, frage
ich mich inzwischen, ist eigentlich der große Dissens zwischen Archivaren und
Verlegern. Teilweise sitzen sie - gegenüber den Urhebern - im gleichen Boot;
und nicht zuletzt lassen sich mit der Digitalisierung doch gemeinsame Geschäfte
machen: im Sinne stärkerer Effizienz auf der einen - und für gutes Geld auf
der anderen Seite. Aber das sind Anmerkungen eines in diesen Dingen nicht mehr
zeichnungsbefugt Handelnden. Lesen Sie das FORUM in diesem Heft.
***
Eher zufällig hat sich in dieser Ausgabe von INFO 7 ein kleiner Schwerpunkt um die 68er-Bewegung und ihren Niederschlag in den Archiven gebildet. Das Thema stand auf dem Programm einiger Tagungen und Workshops im vergangenen Jahr, u.a. handelte die gemeinsame Sitzung der Fachgruppen 7 und 8 auf dem Archivtag in Münster davon. Die dort gehaltenen Referate von Georg Polster und Gerald Wiemers sind unter der Rubrik TAGUNGEN/MESSEN nachzulesen. Der kommende Archivtag in Weimar (21.9. - 24.9.) führt die beiden Fachgruppen der "Wissenschafts"- und der Medienarchivare abermals zusammen. Diesmal geht es um die archivarische Reflexion der jeweiligen Goethe-Jubeljahre. Das zeigt einmal mehr, daß wir uns nicht nur mit den von Steffen Kopetzky in Salzburg apostrophierten Bibliographien der Bibliographien bzw. mit hypertrophierten Suchmaschinen beschäftigen, sondern mit Inhalten.
Baden- Baden im Mai 1999
Selbstverständlichkeiten von einiger Brisanz
Der "Code of Ethics for Archivists", den INFO 7 in diesem Heft in
der deutschen Übersetzung von Reimer Witt abdruckt, ist so taufrisch nicht,
wie seine allgemeine Unbekanntheit in IuD-Kreisen vermuten läßt. (Fragen Sie
mal herum, wer ihn auch nur dem Namen nach kennt!). 1996 ist er auf dem XIII.
Internationalen Archivkongreß in Peking verabschiedet worden, und Reimer Witt,
Landesarchiv-Chef von Schleswig-Holstein und deutscher Vertreter in der Sektion
für archivische Fachverbände (SPA) des International Council on Archives (ICA),
hat über die Entstehungsgeschichte des Kodex, seine verschiedenen Entwurfsstadien
seit etwa 1994 bis hin zur Verabschiedung in Peking im "Archivar"
(Jg.50, 1997, H.2, Sp.360 ff.) berichtet. Dabei äußert er die Vermutung: "In
Deutschland steht eine breite Diskussion über die 'ethischen Grundsätze für
Archivare' zu erwarten, wenn eine deutsche Textfassung vorgelegt wird."
Sie liegt nun vor, aus der Feder von Reimer Witt, und zwar schon seit gut einem
Jahr. In Deutschland abgedruckt wurde sie nur gewissermaßen intern, bei den
Kirchenarchivaren. INFO 7 macht den Versuch, der hierzulande bislang ausgebliebenen
Diskussion nachzuhelfen (aus anderen Ländern, der Schweiz z.B., berichtet Witt
von lebhaften Auseinandersetzungen), auch wenn oder gerade weil sich
der Berufsstand, dessen Organ INFO 7 ist, in den 10 Paragraphen nirgends direkt
angesprochen, in einigen Passagen sogar ausgeschlossen fühlen muß (was soll
ein Presse-, ein Fernseh-, ein Hörfunkarchiv z.B. mit der kategorischen Forderung
nach Bewahrung des dem "Grundsatz der ursprünglichen Ordnung" verpflichteten
"Provenienzprinzips" anfangen?).
Politisch beachtlich ist der Konsens innerhalb des ICA über einen Ethik-Kodex
allemal. Daß er ausgerechnet in Peking gefunden wurde, unterstreicht die Brisanz.
Denn da wird in deutlicher Sprache u.a. nichts Geringeres als "die weitest
mögliche Benutzung von Archivalien" und eine "unparteiische Dienstleistung
gegenüber allen Benutzern" eingefordert, eine Vernichtung von Informationen
aus nicht archivfachlichen Gründen für nicht statthaft erklärt und Respekt sowohl
vor Datenschutz wie anderen Persönlichkeitsrechten verlangt. Selbstverständlichkeiten?
Dann fragen Sie mal nach, nicht in Peking oder beim Vatikan, sondern bei sich
zuhause.
***
Der Code of Ethics für Archivare, schrieb Reimer Witt im "Archivar",
sei ein "lebendes Dokument, das zumindest alle vier Jahre auf die Gültigkeit
seiner Aussagen und Prioritäten überdacht werden sollte". Was ist unter
diesem Aspekt aus den "Codes of Practice" der Europäischen Gesellschaft
für Informationsdienste EUSIDIC geworden, die 1989 angekündigt wurden, was aus
dem Memorandum eines Arbeitskreises der "Gesellschaft für Informatik"
von 1988 unter dem fragenden Titel "Wird die Technik zu einem sozial akzeptablen
Zweck eingesetzt?", was aus dem "Institut für Informations- und Kommunikationsökologie"
an der Universität Bremen, kurz IKÖ genannt? Und wo wurde je ein Ethik-Kodex
für Dokumentare aufgestellt, der auf den nicht wenigen DGD-Kongressen immer
mal wieder auf der Agenda stünde?
In der fg7 wurden berufsethische Fragen zuletzt auf der Frühjahrstagung
in Hamburg 1989 intensiver angesprochen. Seitdem haben sich die Konfliktpotentiale
an der Schnittstelle von Mensch und Maschine sicherlich nicht verringert, wurde
ohne besondere Begleitforschung zur Folgeabschätzung ein Multimedia-Programm
nach dem anderen aufgelegt, ist die informationelle Verflachung und die Boulevardisierung
der Inhalte in Presse, Rundfunk und Fernsehen vorangeschritten. Wenn nun im
Frühjahr 1999 in Salzburg das Thema "Medienarchive in Zeiten des Internet"
mit den Schwerpunkten Wissensmanagement, Informationsmarketing und neue Allianzen
verhandelt wird, darf man gespannt sein, ob die Fragen von 1989 überhaupt noch
der Erwähnung wert sein werden oder ob im Sinne der damaligen Befürchtungen
schon alles entschieden ist.
***
Sie, Kolleginnen und Kollegen aus dem großen Bereich IuD und ABD, sollten sich möglichst rasch entscheiden, wenn Sie an der Frühjahrstagung vom 26. bis 28. April 1999 in Salzburg teilnehmen wollen. Die Einladungen an die uns bekannten Interessenten gehen Ende Januar heraus. Wie immer aber sind auch Gäste, die wir noch nicht kennen, willkommen. Sie können die Einladungen beim Vorstand der fg7 anfordern (s.a. unter TERMINE in diesem Heft). Zwei Hotels halten bis Ende Februar Zimmer frei: Crowne Plaza - gleichzeitig das Tagungshotel! - (T.: +43 662 88 978, Fax: +43 662 87 88 93) und Austrotel (T.: +43 662 88 16 88, Fax: +43 662 88 16 87).
Baden-Baden im Dezember 1998
Motivation und Imagepflege in Zeiten des Internet
Daß es zwischen der allgemeinen Wertschätzung eines Berufsstandes
und der Motivation der in ihm arbeitenden Menschen einen direkten Zusammenhang
gibt, sollte man doch meinen. Hohe Motivation läßt auf hohe Anerkennung
schließen und umgekehrt. Im Falle von Archivaren und Dokumentaren scheint
dies zu schnell geschlossen. Wir alle wissen, daß der gelbzähnige,
"an seinem Papiermassengrab schaufelnde" Pressearchivar, dessen Schreckbild
Kollege Heinz Schaper von der Spiegel-Dokumentation einst zeichnete, immer ein
Zerrbild war und sich heute, gemessen an der High-Tech-Wirklichkeit unserer
zunehmend multimedial ausgerichteten Arbeitsplätze, nicht einmal mehr als
Karikatur eignet - und dennoch kämpfen wir mit falschen Vorstellungen über
unser Tun und Lassen, seit es Archivare gibt. Alte INFO 7-Hefte sind voll von
Zitaten, die ein offenbar unausrottbares Image dieses Berufsstandes belegen . Das assoziiert eher Gefängnis, Folter und Verbannung als Motivation
und Schaffensfreude.
Und doch hat Leopold Ranke schon 1865 erkannt (ganz privat, in einem
Brief an seine Frau): "Es ist mir oft aufgefallen, wie sehr Archivare ihre
Arbeit lieben". Und nun gibt es eine Untersuchung über die Motivation
am medienarchivarischen/mediendokumentarischen Arbeitsplatz, die 123 Jahre später
immer noch genau dies zutage fördert: daß nämlich Medienarchivare
und Mediendokumentare "hoch motiviert" bei der Ausübung
ihrer Tätigkeit sind. Lesen Sie den INFO 7-REPORT von Michaela Riemann
in diesem Heft.
Einen gewissen Gradmesser für die Wertschätzung unserer Arbeit durch Leute, auf die sie direkte Auswirkungen hat, gaben schon immer die Grußworte auf den Frühjahrstagungen der fg7 ab. Natürlich muß man da die Höflichkeit der Gastgeber und auch die Feierlichkeit von Sonntagsreden abziehen. Dennoch lohnt es sich, so meine ich, nachzulesen (s. INFO 7-SPEZIAL in diesem Heft), wie nah inzwischen z.B. Chefredakteure und Rundfunkverantwortliche an einer für Medienunternehmen manchmal harten Wahrheit sind: Im Wettbewerb auf den Märkten werden die, die den Rohstoff Information veredeln und die immer stärker herangezogene Ressource "Archiv" ausschöpfen, von Tag zu Tag unentbehrlicher. Man hatte da mal einen Verdacht, setzte Consultants und Medienwissenschaftler an, um Rationalisierungspotentiale in angeblich von äußeren Entwicklungen überholten Betriebseinheiten auszuloten, um "outzusourcen" und von außen einzukaufen. Inzwischen haben fast alle Untersuchungen dieser Art nicht etwa zur Auflösung von Medienarchiven, sondern zu Investitionen in diese Betriebseinheit geführt. Dem Beitrag von Martin Vogler (ES STELLT SICH VOR) ist zu entnehmen, zu welch hoher Bewertung das Archiv der Mainpost nach einer solchen Untersuchung aufstieg, und auch aus Gisela Süles Aufsatz über eine Outsourcing-Untersuchung der Abteilung Bibliothek und Archive des WDR (in: THEORIE UND PRAXIS) läßt sich erschließen, daß Medienarchive zum Kerngeschäft eines Medienunternehmens gehören und deshalb schlecht nach außen verlagert werden können.
In diesem Zusammenhang ist nicht zu übersehen, daß das Arbeitsfeld im Medienarchiv, in der Mediendokumentation in der Tat an Attraktivität gewinnt, je mehr sich hier der Makrokosmos einer globalen Informationsgesellschaft mikrokosmisch abbildet. Gewiß, die Anfordungen steigen, neben traditioneller Bildungskompetenz, archivischem und dokumentarischem Methodenwissen, Organisations- und Managementfähigkeiten wird mehr und mehr auch technische Kompetenz abgefragt, aber sie wird auch wahrgenommen. Michaela Riemann will herausgefunden haben, daß sich Mediendokumentarinnen und -dokumentare keineswegs überfordert fühlen. Und die Berichte über die AG-Sitzungen der Würzburger Frühjahrstagung hatten dieses Mal eine besondere Brisanz gerade in Richtung auf neue Motivationen, ein neues Image unserer Profession, und werden deshalb in diesem von Würzburg geprägten Heft ebenfalls abgedruckt (TAGUNGEN).
***
Nach Würzburg kommt - und das kann erneut motivieren - Salzburg. Der Termin steht nun fest und der genaue Tagungsort auch: Vom 26. bis 28. April 1999 trifft sich unter der Überschrift "Medienarchive in Zeiten des Internet" unser Berufsstand zur traditionellen Fachtagung im Hotel Crowne Plaza - The Pitter, Rainerstr. 6-8. Das Organisationstalent unseres österreichischen Kollegen Peter Dusek hat es möglich gemacht. Im berühmten ehemaligen "Pitter" kann man zu ermäßigten Preisen bei Spitzen-Komfort auch übernachten (Tel. +43662 88 978, Fax: +43662 87 88 93, e-mail: crowneplaza-pitter@salzburginfo.or.at). Es sind Zimmer vorreserviert (EZ öS 1.450,--, DZ öS 1.950,--). Ein zweites Angebot liegt vom Austrotel am Mirabellplatz 8 vor (Tel. +43662 88 16 88, Fax: +43662 88 16 87, e-mail: salzburg@austrotel.at). Preise: öS 910,-- für EZ, öS 1.360,-- für DZ.
Baden-Baden im August 1998
Wozu man kein Jurist sein muß
Mehr und mehr Pressearchive haben vor, das, was sie seit Jahr und Tag unbehelligt
auf dem Papierwege taten, künftig elektronisch zu tun, nämlich ihre
Nutzer mit Presse-Informationen zu einem bestimmten Thema in Form von Zeitungsauschnitten
zu versorgen. Die Digitaltechnik macht es möglich , ganze Dossiers von
Presseartikeln statt wie bisher in Papierkopien auszuhändigen bzw. über
die (Haus-)Post zu versenden, am Bildschirm des jeweiligen Nutzer-Arbeitsplatzes
anzubieten, so daß dieser das von ihm Gewünschte dort lesen, sich
ausdrucken oder auf sein Faxgerät bestellen kann. Das Urheberrecht ist
in den heute geltenden einschlägigen Paragraphen formuliert worden, als
diese technischen Möglichkeiten noch nicht absehbar waren. Deswegen streiten
sich bis heute die Juristen, und auch höchstrichterliche Urteile haben
keine Klarheit darüber gebracht, ob und in welcher Höhe Lizenzabgaben
fällig werden, wenn der elektronische Weg eingeschlagen wird - wegen der
möglicherweise dann größeren Verbreitung.
Die Rede ist hier nicht von einer Verbreitung und Versorgung, für die vom Nutzer Geld verlangt wird. Insofern kann man die BGH-Urteile in Sachen Handelsblatt gegen Commerzbank oder FAZ gegen Commerzbank hier nicht heranziehen. Die Rede ist von der internen Versorgung z.B. einer Redaktions-Klientel durch ihr hauseigenes Pressearchiv, wogegen bisher, in prädigitaler Zeit, niemand Einwände hatte. Auch die Verlage nicht, die jetzt gegen elektronische Pressearchive schonmal deklamatorisch das Geschütz der Unterlassungsklage in Stellung bringen, sollten diese weiter ihre Produkte mit in der Angebotspalette haben.
Hans-Joachim Lienau hat in der Diskussion um das Urheberrecht, 1994 geführt auf der Leipziger Frühjahrstagung der fg7, die Sache drastisch-deutlich auf den Punkt gebracht: "...es geht in der Tat darum, daß jedem einzelnen leztztendlich bestritten werden soll, ein eigenes elektronisches Pressearchiv, sofern es auf Grund von Verfielfältigungshandlungen zustande kommt, zu betreiben. Und das ist in jedem Pressearchiv der Fall... Im Prinzip können Sie, wenn das dann geltendes Recht ist, diese ganzen Archive zumachen." (Die sehr grundsätzliche Auseinandersetzung zu diesem Thema ist im Gesamten nachzulesen in Bd. 4 der "Beiträge zur Mediendokumentation", erschienen 1997 bei Nomos, auf den Seiten 261 bis 310.)
Man hat allerdings den Eindruck, daß es den o.g. Verlagen gar nicht so sehr um das Urheberrecht geht, sondern um Zusatzgeschäfte, die weit mehr bezwecken, als die Einnahme von Lizenzgebühren. Im Rahmen der Infobase '98 gab es dazu auf dem Podium einer Genios-Veranstaltung von Handelsblatt-Justitiar Georg Wallraf ein erfreulich ehrliches Statement. Und deshalb wird derzeit auch immer noch nach der Devise von Zuckerbrot und Peitsche verfahren. Man lockt mit Angeboten, gegenseitig ins Geschäft zu kommen, und droht mit Klage, falls nicht.
Nun muß man nicht unbedingt Jurist sein, um bei dieser Gefechtslage die Aussichten eines Antrags auf Einstweilige Verfügung abzuschätzen, den etwa ein Verlagsunternehmen gegen das Pressearchiv, sagen wir, einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt anstrengen würde, das aus ökonomischen und Effizienz-Gründen bei der Versorgung von Journalisten mit Informationen von analog auf digital umgeschaltet hat. Noch ist die Gewährleistung einer Grundversorgung mit Informationen in einer Demokratie ja ein Gut von Verfasssungsrang. Und welches Gericht wird auch nur Erschwernisse dieser Versorgung riskieren wollen, lediglich um wohlmögenden Unternehmen zu zusätzlichen Geschäften zu verhelfen?
Möglicherweise soll die Frage der Urheber-Lizenzen gar nicht so schnell geklärt werden, wie die "papierlosen" Pressearchive das selbst gerne wollen. Bruno Kesseler vom Informationsring Kreditwirtschaft hat auf besagtem Genios-Podium darauf hingewiesen, daß mit Lizenzabgaben wohl nicht das große Geschäft zu verbinden sei, weshalb die Verlage sich zierten, dieses Geschäft über eine gemeinsame Verwertungsgesellschaft oder über die VG Wort abzuwickeln. Auch die Rundfunkanstalten, die gegenwärtig mit dem Aufbau eines Pressedatenbank-Verbunds befaßt sind, wie ihn Klaus Heimann in diesem Heft vorstellt (s. "Theorie und Praxis"), wollen sich möglichen berechtigten Forderungen von Autoren (nicht unbedingt Verlagen!) ja nicht entziehen und bilden entsprechende Rücklagen. Man möchte sich den Preis aber natürlich nicht diktieren lassen.
Außerdem ist man durchaus bereit zu Geschäften, die sich auch für Zeitungsverlage lohnen könnten. Einige gehen ja schon den Weg, das eigene publizistische Produkt zu einem vernünftigen Preis tagesaktuell in digitaler Form anzubieten. Das spart den Pressearchiven den Umweg über den Scanner. Und entlastet die Rechtsabteilungen. Denn für dieses Geschäft muß man nicht unbedingt Jurist sein.
Baden-Baden im Mai 1998