Tagung 2018
Natürlich künstlich – Intelligenz im Informationsworkflow
9. bis 11. April 2018 in Bonn Beim Haus der Geschichte und der Deutschen Welle
Tagungsort Bonn
Erste Siedlungstätigkeiten im heutigen Bonner Stadtgebiet lassen sich bis in die Altsteinzeit zurückverfolgen. Der wohl bekannteste Fund aus dieser Zeit ist sicher das sogenannte "Doppelgrab von Oberkassel", in dem die zweitältesten Überreste des modernen Menschen (homo sapiens) in Deutschland entdeckt wurden und das heute im Rheinischen Landesmuseum Bonn besichtigt werden kann. Eine Verdichtung der Besiedlung lässt sich im fortgeschrittenen ersten Jahrtausend feststellen. Während rechtsrheinisch die germanischen Sugambrer siedelten, wurden die linksrheinischen Gebiete zunächst von den keltischen Eburonen bewohnt, bis nach deren Zerschlagung durch Caesar und im Zuge einer Neuordnung Galliens durch die Römer die germanischen Ubier im heutigen Stadtgebiet von Bonn angesiedelt wurden. Auch der heutige Name der Stadt hat seinen Ursprung in jener Zeit und dürfte auf das keltische Grundwort bona (= Siedlung, Dorf) zurückzuführen sein.
Im Rahmen der Germanenfeldzüge des Drusus in den Jahren 13 bis 9 v. Chr. wurden erstmals die Römer in Bonn sesshaft und errichteten im Gebiet der ubischen Siedlung – im Umfeld der heutigen Universität und des Bonner Münsters – ein Erkundungslager. Das genaue Jahr der Ankunft der römischen Militäreinheiten ist nicht zu ermitteln, doch wird es allgemeinhin als Gründungsjahr der Stadt Bonn angesehen. Im Rahmen der Vorbereitungen der 2000-Jahr-Feier der Stadt legte man sich auf das Jahr 11 v. Chr. als mittleres Jahr der Germanenfeldzüge fest.
Nach dem Debakel für die Römer in der Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. und den anschließenden Germanenfeldzügen des Tiberius und Germanicus maß man in den folgenden Jahrzehnten der Sicherung der linksrheinischen Gebiete eine erhöhte Bedeutung zu. So kam es auch im Bonner Stadtgebiet zu einer Steigerung der römischen Militärpräsenz, die nach der Umsiedlung der mit Auxiliareinheiten etwa 7000 Soldaten umfassenden Legio I Germanica von Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) nach Bonn in der Errichtung eines befestigen Lagers nördlich der ubischen Siedlung mündete. Das in der antiken Literatur als castra Bonnensia bezeichnete römische Kastell findet im quadratischen Straßennetz und im Namen des heutigen Stadtteils Bonn-Castell seinen Niederschlag. Um das Lager herum entstand nach und nach eine zivile Siedlung (canabae legionis), in der sich hauptsächlich Handwerker und Händler zur Versorgung des Lagers sowie Angehörige der Legionäre niederließen.
In die frühe römische Kaiserzeit fällt auch die Entstehung einer weiteren zivilen römischen Siedlung (vicus Bonnensis) im heutigen Stadtteil Gronau im Bereich des ehemaligen Regierungsviertels und somit im direkten Umfeld des Tagungsorts. Lange Zeit war man sich der Bedeutung dieser Siedlung nicht bewusst, bis man während der Errichtung des Hauses der Geschichte im Jahre 1989 die heute im Untergeschoss des Gebäudes zu besichtigenden Kellerräume eines römischen Streifenhauses freilegte und schließlich im Vorfeld des Baus des heutigen World Conference Center Bonn (WCCB) im Jahre 2006 in diesem Gebiet umfassende Grabungsmaßnahmen durchführte. Die Grabungen förderten neben den Überresten weiterer Streifenhäuser auch die eines Ziegelbrennofens, eines gallo-römischen Umlauftempels und einer römischen Thermenanlage zu Tage. Letztere mussten im Zuge des Baus des neuen Kongresshotels umgesetzt werden und wurden schließlich in dessen Wellnessbereich integriert. Die Grabungsfunde sprechen für eine Blütezeit der Siedlung, die sich an der Kreuzung zweier wichtiger überregionaler Straßen befand, im 2. Jahrhundert n. Chr.
Das Ende der römischen Besiedlung Bonns lässt sich nicht auf einen genauen Zeitpunkt festlegen, allerdings gehen die Siedlungstätigkeiten spätestens seit dem Einfall der Franken im Jahre 274 n. Chr. deutlich zurück. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass das römische Lager noch bis in das 5. Jh. n. Chr. genutzt wurde, jedoch verlor der Standort mit dem fortschreitenden Niedergang des römischen Reiches zunehmend an Bedeutung.
Seit dem Spätmittelalter gewann Bonn zunehmend an Bedeutung als Zentrum des Kurfürstentum Kölns (Kurkölns), des weltlichen Herrschaftsgebiets der Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln.
Anfang des 18. Jahrhunderts florierten die adeligen Bautätigkeiten in Bonn. 1777 wurde die Bonner Akademie gegründet, welche 1786 zur Universität erhoben wurde. Den Zweiten Koalitionskrieg zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich beendete der Friede von Lunéville. Darin wurden 1801 die linksrheinischen Gebiete Kurkölns französisches Staatsgebiet. Bonn wurde dem Département de Rhin-et-Moselle zugeordnet. Die französische Besatzung prägte Bonn in den folgenden Jahren nachhaltig. Mit dem Ende der kurfürstlichen Periode im Rheinland ging das Ende Bonns als Residenzstadt einher. Die Kurfürsten, Angehörige des Hofes und zahlreiche Bewohner verließen Bonn. Die Universität wurde aufgehoben.
Nach dem Ende der napoleonischen Kriege fiel Bonn 1815 durch die territoriale Neuordnung im Rahmen des Wiener Kongresses an das Königreich Preußen. Die heutige Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität wurde wieder begründet. Die Stadt expandierte rasch, mittelalterliche und frühneuzeitliche Befestigungsanlagen wichen. Bonn wuchs Jahrzehnte später mit Nachbarorten zusammen.
Dem Ersten Weltkrieg folgte eine französische Besatzungszeit. Der Einmarsch amerikanischer Truppen beendete die nationalsozialistische Herrschaft in Bonn. Bonn wurde als vorläufige Bundeshauptstadt Sitz für Parlament und Regierung der Bundesrepublik Deutschland, die in den drei westlichen Besatzungszonen gegründet wurde. Mitte der 60er entstanden viele Ministeriumsneubauten und der Lange Eugen, das ehemalige Abgeordnetenhochhaus der Mitglieder des Bundestages im Ortsteil Gronau. Seit 2006 beherbergt der Lange Eugen verschiedene Organisationen der Vereinten Nationen.
Zum Thema "Natürlich künstlich – Intelligenz im Informationsworkflow" tagen vom 09. Bis 11. April 2018 Medienarchive und Mediendokumentare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Bonn. Tagungsorte sind, nicht weit vom Langen Eugen entfernt, die Deutsche Welle und das Haus der Geschichte.
Das in der Bonner Museumsmeile gelegene Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland präsentiert mit Ausstellungen, Veranstaltungen, Online-Angeboten und Publikationen deutsche Geschichte vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart. Der Eintritt in das Museum und in alle Ausstellungen ist kostenlos. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag: 9 – 19 Uhr und Samstag und Sonntag: 10 – 18 Uhr. Die Sammlungen historischer Objekte umfassen heute knapp 1 Million Objekte und werden fortlaufend erweitert.
Der "Weg der Demokratie" erschließt das ehemalige Regierungsviertel in Bonn. Er führt zu wichtigen zeithistorischen Orten, an denen unsere Demokratie gestaltet wurde. Der Rundgang beginnt am Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und führt in etwa 90 bis 120 Minuten an 13 der 20 Stationen vorbei. Sei es der Plenarsaal des Deutschen Bundestages, der Kanzlerbungalow oder die Villa Hammerschmidt – das und vieles mehr kann man auf dem Weg der Demokratie sehen und entdecken.
Die Deutsche Welle (DW) ist der Auslandssender Deutschlands. In journalistischer Unabhängigkeit vermittelt sie ein umfassendes Deutschlandbild, stellen weltweite Ereignisse und Entwicklungen aus europäischer Perspektive dar, greifen deutsche und andere Sichtweisen auf - in 30 Sprachen. Sie erreicht ihre Zielgruppen über Fernsehen, Hörfunk und Internet und eine umfassende Präsenz auf Social-Media-Kanälen. So fördert sie das Verständnis zwischen den Kulturen und Völkern. Zugleich schafft sie einen Zugang zur deutschen Sprache. Die DW Akademie ist Deutschlands führende Organisation für internationale Medienentwicklung. Sie unterstützt die Entwicklung freier, transparenter Mediensysteme, journalistischer Qualität und Medienkompetenz.
Am Rande der Tagung organisiert das Ortskomitee ein vielseitiges Rahmenprogramm.
Am Vorabend zur Tagung können Sie mit Kulturvermittlern Bonner Stadtgeschichte unter dem Thema "Bonner Geschichten" erfahren oder sich durch die Sonderausstellung "Unser Grundgesetz" im Bundesratsgebäude leiten lassen. Abends findet das erste gesellige Aufeinandertreffen im traditionellen Brauhaus Bönnsch im Herzen von Bonn und mit selbst gebrautem Bier statt.
Am Dienstagnachmittag haben Sie die Möglichkeit zur Teilnahme an unterschiedlichen Fachführungen und –vorträgen.
- Im Haus der Geschichte gibt der dialog-orientierte Rundgang durch die Dauerausstellung "Unsere Geschichte" Einblicke in politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen Deutschlands in seinem internationalen Kontext seit 1945. Anhand Originalobjekte, die in einem narrativen Ausstellungskontext eingebettet sind, gehen die Besucherinnen und Besucher gemeinsam den Weg vom Ende des Zeiten Weltkriegs bis zur Gegenwart einer globalisierten Welt.
- Das Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) lädt zu einem Rundgang. Die Friedrich-Ebert-Stiftungwurde 1925 gegründet und ist die traditionsreichste politische Stiftung Deutschlands. Dem Vermächtnis ihres Namensgebers ist sie bis heute verpflichtet und setzt sich für die Grundwerte der Sozialen Demokratie ein: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Ideell ist sie der Sozialdemokratie und den freien Gewerkschaften verbunden. Die FES fördert die soziale Demokratie vor allem durch politische Bildungsarbeit zur Stärkung der Zivilgesellschaft, Politikberatung, internationale Zusammenarbeit mit Auslandsbüros in über 100 Ländern, Begabtenförderung, das kollektive Gedächtnis der Sozialen Demokratie mit u.a. Archiv und Bibliothek.
- Die Führung bei Phoenix beinhaltet eine kurze Einführung in die Arbeit des Phoenix Archivs (Zusammenarbeit mit ARD und ZDF) und im Anschluss eine Führung in die "Sendezentrale".
- Das Arithmeum bietet eine Führung zum Tagungsthema. "Rechenmaschine vom 4. Jahrtausend bis heute - Rechnen, Speichern, Enkodieren, die Geschichte des Computers".
- Das HARIBO-Archiv präsentiert seine Arbeitsweise rund um die weltweit beliebten Fruchtgummi, Lakritz und Schaumzucker-Produkte und gibt Einblicke in den Aufbau eines Unternehmensarchivs.
- Das Psychiatrie-Museum führt durch die Ausstellung "Verrückte Zeiten" - Eine Wanderung durch die Geschichte der Psychiatrie.
Am Dienstagabend lädt die Deutsche Welle zum Gesellschaftsabend "Casino mondiale".
Wir freuen uns auf den fachlichen und geselligen Austausch und auf zahlreiche Anmeldungen zur Tagung!
Katharina Hofer (Ortskomitee)